Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat
die Entscheidung verteidigt, AfD-Politiker zur kommenden Tagung im Februar
einzuladen. Die Konferenz sei ein Dialogformat, sagte Ischinger der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung. „Es soll traditionell ein möglichst breites
Spektrum an Meinungen, auch konträren, deutlich werden. Das ist geradezu die
DNA der Sicherheitskonferenz.“
Zuvor hatte unter anderem der CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann eine Teilnahme von AfD-Vertretern aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Bei der diesjährigen Konferenz hatte US-Vizepräsident JD Vance das Fehlen von AfD-Vertretern bei der Konferenz kritisiert,
ohne die Partei beim Namen zu nennen.
„Durch Einladungen an AfD-Politiker reißen wir keine Brandmauern ein,
wie mancher behauptet“, sagte Ischinger. „Die Brandmauer soll die AfD von
der Regierungsbeteiligung fernhalten.“ Um Regierungsbeteiligung gehe es
aber nicht beim Münchner Treffen. „Die Parteien müssen selbst dafür sorgen, dass die AfD nicht mehr im Bundestag sitzt.“
In den vorigen Jahren hatte der damalige Konferenzvorsitzende Christoph
Heusgen weder Politiker der AfD noch des BSW eingeladen.
Keine Auftritte von AfD-Politikern geplant
Ischinger, der bereits vor Heusgen die Sicherheitskonferenz geleitet
hatte, wies darauf hin, dass Auftritte von AfD-Politikern
auf den Bühnen der Sicherheitskonferenz
nicht geplant seien. Man lade einzelne Fachpolitiker aus den relevanten
Ausschüssen nur zur Teilnahme ein. Damit kehre man zu der
Praxis zurück, die bis 2024 gegolten habe.
Inhaltlich kritisierte Ischinger die Russlandpolitik der AfD. „Meine persönliche
Meinung ist, dass die Positionen dieser Partei insbesondere auch in ihrer
Haltung zum Ukrainekrieg falsch und entgegen deutschen Interessen sind.“
Die Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar 2026 statt. Die Konferenz gilt als weltweit wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Zahlreiche Staats- und
Regierungschefs sowie Außen- und Verteidigungsminister werden zu dem Forum erwartet.
Verteidigungspolitik
Verteidigung der Ukraine:
Die russischen Milliarden entscheiden den Kriegsverlauf
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Atomwaffen:
Ist das Wettrüsten zurück?
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Beschaffung der Bundeswehr:
Viele neue Waffen, in sehr vielen Jahren