Am 8. Dezember 1950 folgte die Gründung der Flughafengesellschaft, als Betreiber des Kölner Airports. 1957 übergab die Royal Air Force den Flughafen in zivile Verwaltung.
Die neue, gut 3,8 Kilometer lange Startbahn wurde 1961 in Betrieb genommen. Im selben Jahr wurde auch der erste Duty-free-Shop eröffnet. Der Grundstein für das neue Flughafenterminal wurde 1965 gelegt, zuvor hatte es nur ein einfaches, von üppigen Blumenbeeten umgebenes Abfertigungsgebäude am „Flower Airport“ gegeben. Das „Terminal 1“ wird 1970 eröffnet. Im Jahr 2000 wurde das “Terminal 2” fertiggestellt. Die Einweihung des ersten Towers der Deutschen Flugsicherung folgte 1968. Der heutige Tower entstand in den Jahren zwischen 1991 und 1994.
Zehn Millionen Passagiere
nutzen den Flughafen jedes Jahr
Heute fliegen jährlich rund zehn Millionen Passagiere von Köln/Bonn mit rund 30 Airlines wie zum Beispiel Eurowings oder Ryanair zu mehr als 120 Zielen in fast 50 Ländern rund um den Globus. Dazu kommen 840.000 Tonnen Luftfracht, die von der Wahner Heide in die Welt geflogen werden. Am Flughafen betreiben Unternehmen wie UPS, DHL und FedEx jeweils ein Drehkreuz, an dem es kein Nachtflugverbot gibt. Köln/Bonn gehört so die den größten Umschlagplätzen für Luftfracht in Europa.
Genutzt wird der Flughafen auch weiterhin militärisch – unter anderem von der Flugbereitschaft der Bundesregierung, die in Köln ihren Hauptstandort betreibt. Dazu kommt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR mit dem Europäischen Astronautenzentrum der ESA in unmittelbarer Nachbarschaft. Stationiert ist am Airport auch die Rettungshubschrauber Christoph Rheinland und Christoph 3. Am Flughafen, der seit 2004 mit einem eigenen Bahnhof ans Schienennetz angebunden ist, gibt es im zivilen Bereich derzeit mehr als 15.000 Beschäftigte.
Seit 1994 trägt der Köln/Bonner Flughafen den Namen des ersten deutschen Bundeskanzlers und des früheren Oberbürgermeisters der Domstadt, Konrad Adenauer. Der CDU-Politiker hatte sich intensiv für die Entwicklung des Airports in seiner Heimatstadt eingesetzt. 1955 war dieser für den Kanzler ein historischer Ort, an den er nach den erfolgreichen Verhandlungen mit Nikita Chruschtschow aus Moskau zurückkehrt. Vereinbart wurde bei der sogenannten“Wodkaschlacht” die Freilassung der verbliebenen deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten sowie die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zur damaligen Sowjetunion.
In Köln/Bonn empfing Adenauer 1961 auch den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und 1963 US-Präsident John F. Kennedy bei dessen legendären Deutschland-Besuch, der in auch nach Köln führte. Empfangen wurden dort unter anderem 1999 auch der russische Präsident Boris Jelzin und der US-Präsident Bill Clinton, die zum G8-Gipfel an den Rhein kamen. Das gilt auch für den deutschen Papst Benedikt XVI., der 2005 zum Weltjugendtag nach Köln reiste.
Zu den besonderen Ereignissen in der Wahner Heide zählte zudem zwischen 1953 und 1957 die „Kinderluftbrücke“, die bedürftige Kinder aus West-Berlin zu Gastfamilien und Ferienlager in der Bundesrepublik brachte. 1983 brachte eine Boeing 747 das Nasa Space Shuttle „Enterprise“ huckepack nach Köln/Bonn. Der Flughafen war einer von 60 Notlandeplätze der Nasa weltweit.
Dazu kamen berühmte Flugzeuge wie die Concorde, die erstmals im Jahr 1984 Köln/Bonn anflog, und die Antonov 124 als größtes Frachtflugzeug der Welt, das 2019 zahlreiche Schaulustige in die Wahner Heide zog. Dort werden Fluggäste seit 2007 mit den Worten „Willkommen in Bonn, Köln-Bonn“ von Frank Glaubrecht begrüßt – der deutschen Synchronstimme von James Bond.
Die Vorgeschichte
in der Wahner Heide
Die Geschichte des Fliegens am heutigen Standort des Flughafens Köln/Bonn nahe der Wahner Heide reicht übrigens bis ins Jahr 1913 zurück, als das Gelände zunächst militärisch genutzt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Flugbetrieb zum Erliegen, ehe es in den 1920er-Jahren neue Planungen gab, die jedoch nicht umgesetzt wurden.
Zwischenzeitlich wurde für den zivilen Luftverkehr der Flughafen „Köln-Butzweilerhof“ in Ossendorf genutzt. Ab 1939 wurde der Standort in Köln-Wahn schließlich zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe. Nach Kriegsende nutzte die britische Royal Air Force das Areal und baute es zu einem sogenannten Hauptflughafen aus – mit zwei Startbahnen, sechs Hallen und umfangreicher Infrastruktur.
Im Jahr 1950 stellte die britische Militärregierung die Weichen für den zivilen Luftverkehr. Mit Unterstützung von Konrad Adenauer, der sich stark für den Standort engagierte, erhielten die Städte Köln und Bonn eine Lizenz zur zivilen Nutzung. Am 8. Dezember 1950 wurde schließlich die „Köln-Bonner Flughafen Wahn GmbH“ gegründet – die jetzige Flughafen Köln/Bonn GmbH.