Auch in der aktuellen Umfrage argumentieren viele Feuerwerksanhänger mit dem „Erhalten einer Tradition“: 8 von 10 Befragten (79 Prozent) haben das als wichtigsten Grund für ihre Haltung zu Feuerwerk angegeben. Für sehr viele ist das Abbrennen von Feuerwerk auch Ausdruck persönlicher Freude und Freiheit. Tim (17) aus Leipzig kommentiert: „Es ist das Beste im Jahr für mich.“ Danny (65) aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld findet: „Silvesterfeuerwerk ist eine Tradition, die mehr Anerkennung verdient hat und mit nichts wie Drohnenshows ersetzt werden kann!“ Marietta (43) aus dem Landkreis Bautzen beschreibt, wie ihr das Feuerwerk am Silvesterabend „Kraft gibt“: „Ich liebe es, zu Silvester die Raketen am Himmel zu bewundern. Ich steh am Abend immer wieder länger auf dem Feld und schaue auf das Feuerwerk der umliegenden Orte. Das ist tatsächlich so etwas wie Balsam für meine Seele.“
Ein Böllerverbot in der Silvesternacht schütze die Menschen, die im Einsatz für andere sind: Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr etwa. Das finden 8 von 10 Befragten (84 Prozent), die sich ein Feuerwerks-Aus wünschen. Weniger Brände, weniger Sachbeschädigung, weniger Stress für Haus- und Wildtiere sind ebenfalls häufige Argumente für ein privates Böllerverbot. „Ich habe Katzen, die jedes Jahr fast sterben vor Angst und stundenlang zitternd und eng an den Boden gedrückt unter den Sofas sitzen und die Welt nicht verstehen“, beschreibt Fan (53) aus dem Landkreis Görlitz die Folgen der Silvesterkracherei für ihre Haustiere. Katja (45) aus Dresden begründet ihren Wunsch nach einem Böllerverbot so: „Wir sind schon mehrfach mit Böllern beworfen worden. Das macht mir Angst und mein Hund hat Panik.“
Bei der aktuellen Befragung waren mehr als 1.000 Menschen dabei, die in Silvesternächten arbeiten oder aus anderen Gründen mit Feuerwerk zu tun haben. Viele von ihnen haben geschildert, welche negativen Folgen privat gezündetes Feuerwerk für sie selbst und andere hat: „Ich bin Polizistin und wurde mit Raketen und Böllern beworfen. Ich erlebe es immer wieder, dass Raketen und Böller in Menschenmengen geworfen werden“, schreibt Ramona (43) aus dem Landkreis Meißen. Tina (40) aus Dresden arbeitet in einer psychiatrischen Klinik: „Für die allermeisten psychisch kranken Menschen sind die von Feuerwerk ausgehenden Reize eine zusätzliche schwere Belastung, die vermieden werden könnte. Die Patienten werden im Genesungsprozess erheblich ausgebremst.“
Lucas (27) ist bei der Freiwilligen Feuerwehr: „Wenn ich von meiner Wohnung zum Einsatz aufbreche, muss ich mangels PKW mit dem Fahrrad Slalom um ausgebrannte oder noch zündende Batterien und Raketen fahren und aufpassen, dass mir niemand einen Böller vor das Rad wirft. In letzter Zeit fahre ich an diesem Tag schon eher zur Wache und treffe mich mit anderen Kameraden, bevor das Feuerwerk startet.“ Stefan (38) aus dem Landkreis Nordhausen arbeitet in einem Krankenhaus und ist „froh, wenn ich Silvester keinen Dienst habe. Verletzte, Verrückte, Betrunkene, auf Drogen usw., verzichte ich sehr gern drauf. Ein Feuerwerk ist schön aber diese vielen Stunden elendiges, sinnloses Knallen sind nicht mehr zeitgemäß.“