Mit dem Jahr 2026 treten auch neue Regeln in Berlin in Kraft: darunter höhere Preise im Verkehr, eine neue S-Bahn-Linie oder eine überarbeitete Solarförderung. Für viele Pendlerinnen und Pendler dürfte vor allem eines ins Auge stechen: Fahrgäste im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) müssen im neuen Jahr tiefer in die Tasche greifen. Der VBB erhöht die Ticketpreise für Bus- und Bahnfahrten im Schnitt um sechs Prozent.

Deutschlandticket und VBB-Tickets werden teurer: Das ändert sich 2026 in Berlin

Konkret heißt das: Der Einzelfahrschein für Berlin kostet dann 4 Euro – 20 Cent mehr als zuvor. Das Vier-Fahrten-Ticket für den Tarifbereich AB verteuert sich um 80 Cent auf 12,40 Euro. Der Preis für die AB-Kurzstrecke wird um 20 Cent erhöht. Es kostet künftig 2,80 Euro. Im Tarifbereich ABC, der auch Potsdam oder den Flughafen BER umfasst, kostet die Einzelfahrt nun 5 Euro, 30 Cent mehr als bisher. Auch Abo-Angebote, wie das bundesweit gültige Deutschlandticket, werden teurer: von 58 Euro auf 63 Euro pro Monat.

Nahverkehr

Die Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg werden teurer.
© Jens Kalaene/dpa | Jens Kalaene

2026 steigt der Mindestlohn in Berlin

Zum 1. Januar 2026 steigt der Berliner Landesmindestlohn um mehr als einen Euro auf 14,84 Euro pro Stunde. Ein Jahr später, 2027, wird er erneut auf 15,59 Euro angehoben. Diese Erhöhung betrifft mindestens 350.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, was etwa 20 Prozent aller Beschäftigten in Berlin entspricht. Der Landesmindestlohn ist an den bundeseinheitlichen Mindestlohn gekoppelt, der am 1. Januar auf 13,90 Euro pro Stunde und 2027 auf 14,60 Euro ansteigt.

Neue S-Bahn für Berlin: S15 geht im neuen Jahr in Betrieb

Ende März 2026 soll die neue S-Bahn-Linie S15 in Betrieb gehen, allerdings lediglich auf dem Abschnitt zwischen dem nördlichen Ring und dem Hauptbahnhof. Langfristig ist geplant, diese Linie als S21 bis zum südlichen Ring am Bahnhof Südkreuz zu verlängern. Bereits seit Dezember 2025 gibt es eine neue, schnelle Bahnverbindung vom Hauptbahnhof über Südkreuz zum Flughafen BER, die wiedereröffnete Dresdner Bahn. Allerdings haben Gesundbrunnen und Spandau damit keine direkte BER-Verbindung mehr.

Der erste Abschnitt der künftigen S-Bahn-Linie S15 soll im Frühjahr 2026 eröffnet werden. Die weiteren Abschnitte brauchen noch deutlich länger.

Neues Solar-Förderprogramm

Am 8. Januar 2026 startet das überarbeitete Förderprogramm Solarplus mit einem neuen Fokus: der Förderung von großen Anlagen auf Gewerbehallen, Industriebauten und Mehrfamilienhäusern. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser können gefördert werden. Pro Jahr stehen 10 Millionen Euro bereit. Die Antragstellung ist ab 8. Januar über die Internetseite der IBB Business Team GmbH möglich. Das Verfahren soll einfacher und schneller sein. Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke) werden nicht mehr gefördert, da sie laut Wirtschaftsverwaltung aufgrund gesunkener Preise auch ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich sind.

Das härteste Deutschland? Berlin bekommt neues Polizeigesetz

Ein überarbeitetes und vor wenigen Wochen beschlossenes Polizeigesetz soll dabei helfen, die Sicherheit in Berlin zu verbessern. Die Polizei erhält mehr Befugnisse, kann zum Beispiel Orte mit viel Kriminalität mit Video überwachen und dabei künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, um ungewöhnliches Verhalten von Menschen zu erkennen. Videoaufnahmen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) von Bahnhöfen sowie aus U-Bahnen, Bussen und Trams dürfen drei statt bisher zwei Tage lang gespeichert werden. Die Polizei kann die Filme damit auch dann noch anfordern, wenn Opfer sich erst später melden.

Polizisten am Rande einer rechtsextremen Demonstration am Weihnachtsmarkt am Humboldt Forum.

Bei der Überwachung von Telefongesprächen und Chats von Verdächtigen bekommt die Polizei mehr Möglichkeiten, auch bei der Online-Durchsuchung von Computern zur Verhinderung etwa von Terroranschlägen. Zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt können gewalttätige Männer nun in einem ersten Schritt bis zu 28 Tage aus der Wohnung gewiesen werden. Zudem kann ihr Aufenthaltsort mit einer elektronischen Fußfessel überwacht werden. Ebenfalls neu: Der sogenannte finale Rettungsschuss ist zulässig. Polizisten dürfen einen Täter dann erschießen, wenn dieser unmittelbar jemanden töten will.

Verwaltungsreform: Berliner „Behörden-Pingpong“ soll aufhören

Zum 1. Januar treten wesentliche Teile der Verwaltungsreform in Kraft. Konkret betrifft das ein sogenanntes Landesorganisationsgesetz und mehrere Verfassungsänderungen. Mit der Reform soll unter anderem klar geregelt werden, welche Aufgaben von welcher Verwaltung übernommen werden, wofür der Senat und wofür die Bezirke zuständig sind. Das bisherige „Behörden-Pingpong“, also das Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten, soll aufhören. Außerdem ist eine bessere gesamtstädtische Steuerung durch die Senatsebene geplant. Die Bezirke sollen bei Vorhaben, die sie betreffen, aber frühzeitig eingebunden werden. Bis das große Reformvorhaben konkrete Auswirkungen auf die Bürger hat, dürfte es indes noch dauern.

Mehr aus Berlin-MitteDigitales Willkommenszentrum geht im April 2026 in Betrieb

Im April wird ein digitales Willkommenszentrum in erweiterter Form in Betrieb genommen. Damit schafft Berlin laut Senatsverwaltung für Integration eine „zeitgemäße, leicht zugängliche Informationsplattform“ für Menschen, die aus dem Ausland nach Berlin ziehen. Diese können sich auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Russisch oder Türkisch über Anmeldung, Wohnungssuche, Zugang zum Gesundheitswesen, Aufenthaltsrecht, Arbeitsmarkt und viele anderen Themen informieren. Behördendeutsch wird vermieden, Beispielunterlagen und Videos sollen es leicht machen, sich zurechtzufinden.