Die PC-Spiele-Plattform GOG hat sich offiziell vom CD-Projekt-Konzern gelöst und startet als unabhängiges Unternehmen. Mit dem Verkauf für rund 25 Millionen Euro kehrt Mitgründer Michał Kiciński zurück, um den Fokus auf DRM-freie Spiele und deren Erhalt zu verstärken.

Seit dem 29. Dezember 2025 ist die Trennung vollzogen: GOG gehört nun zu 100 Prozent Michał Kiciński, einem der ursprünglichen Gründer sowohl von CD Projekt als auch der Store-Plattform. Der Deal im Wert von 90,7 Millionen Polnischen Zloty (etwa 25 Millionen Euro) markiert das Ende einer über zehnjährigen Tochtergesellschafts-Ära.

Für CD Projekt bedeutet die Ausgliederung mehr Fokus auf die eigene Spieleentwicklung. Das Studio kann seine Ressourcen nun vollständig auf kommende Großprojekte wie „The Witcher 4“ und den „Cyberpunk 2077“-Nachfolger konzentrieren. „Der Zeitpunkt war angemessen“, erklärt CD-Projekt-Co-Chef Michał Nowakowski. „GOG operierte bereits seit längerer Zeit mit hoher Autonomie.“

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Doch warum verkauft ein erfolgreiches Unternehmen einen etablierten Store? Die Antwort liegt in unterschiedlichen Geschäftsmodellen: Während CD Projekt auf blockbuster-taugliche Rollenspiele setzt, hat sich GOG als Nischenplatz für klassische Titel und verbraucherfreundliche, DRM-freie Distribution profiliert.

Rettungsmissionen für die Spiele-Geschichte

Unter Kicińskis Führung will GOG sein Kernversprechen radikal ausbauen: die Bewahrung von Spielen vor dem digitalen Vergessen. Das bereits Ende 2024 gestartete GOG Preservation Program erhält massive neue Investitionen. Für 2026 und 2027 kündigt das Unternehmen „Rettungsmissionen“ an, um Titel zu sichern, die aufgrund verwaister Lizenzen oder technischer Veralterung unspielbar zu werden drohen.

Damit positioniert sich GOG bewusst gegen den Trend großer Konkurrenten wie Steam oder Epic Games Store. Statt auf neue Releases und Live-Service-Spiele zu setzen, will die Plattform zum „Archiv der PC-Spielegeschichte“ werden. „Wir können uns nun der undankbaren Arbeit der technischen Bewahrung widmen“, so ein Unternehmenssprecher, „ohne den Druck, Quartalszahlen für Aktionäre liefern zu müssen.“

Interessant: Das Engagement soll nicht nur Retro-Titel umfassen. GOG zeigt auch Interesse an neuen Spielen mit „Retro-Geist“ und könnte entsprechende Indie-Projekte kuratieren oder sogar finanzieren. Mittel aus dem GOG-Patron-Programm fließen direkt in diese Archivierungsbemühungen.

Kontinuität für Nutzer und Entwickler

Trotz des Eigentümerwechsels verspricht GOG Stabilität für seine Community. Alle bestehenden Bibliotheken, Cloud-Saves und Kontodaten bleiben unverändert erhalten. Die charakteristischen Features – offlinefähige Installer und der optionale Client GOG Galaxy – bleiben ebenfalls bestehen.

Ein neu geschlossenes Vertriebsabkommen mit CD Projekt sichert zudem die Verfügbarkeit der Studio-Blockbuster auf GOG. Auch künftige Titel wie der nächste Witcher-Teil erscheinen weiterhin DRM-frei auf der Plattform. Diese Kontinuität ist entscheidend, um das Vertrauen der Nutzer zu halten, die gerade in unsicheren Zeiten für digitale Besitzrechte auf GOG setzen.

Nischenplayer in unsicherer Marktlage

Der Verkauf erfolgt zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt. Diskussionen um widerrufbare Digital-Lizenzen bei anderen Publishern haben die Fragilität digitaler Bibliotheken ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Durch die Privatisierung entzieht Kiciński GOG den kurzfristigen Profitdruck der Börse – ein strategischer Vorteil für eine Plattform, die auf langfristige Kundenbindung statt schnelle Gewinne setzt.

Die Bewertung von 25 Millionen Euro erscheint für eine Plattform mit GOGs Historie moderat. Sie spiegelt jedoch die Nischenposition eines DRM-freien Stores in einem von geschlossenen Ökosystemen dominierten Markt wider. Finanzexperten sehen in der Spezialisierung auf ein technisch anspruchsvolles Publikum und den Erhalt alter Software sowohl Chance als auch Kostenfaktor.

Was bedeutet die Unabhängigkeit konkret? Analysten erwarten, dass GOG seine Advocacy-Arbeit für digitale Verbraucherrechte verstärken wird. Die angekündigten „ehrgeizigen Rettungsmissionen“ könnten den Erwerb verwaister IPs oder komplexe Lizenzverhandlungen umfassen – Projekte, die ein risikoscheuer Konzernvorstand vielleicht abgelehnt hätte.

Die Botschaft an die Community ist klar: GOG versteht sich nicht mehr nur als Store, sondern als verantwortungsbewusster Archivar der Spielekultur. Ob diese Mission in einem von Quartalsdenken geprägten Markt nachhaltig Erfolg hat, wird sich zeigen. Der erste Schritt in die eigenständige Zukunft ist jedoch getan.

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