Die Entscheidung ist gefallen: Markus Anfang bleibt Trainer von Fortuna Düsseldorf. Das gab der Fußball-Zweitligist am Sonntag (28. Dezember) in den sozialen Medien bekannt. Erst im Oktober erhielt der 51-Jährige den Cheftrainerposten, nachdem Vorgänger Daniel Thioune nach einem völlig missglückten Saisonstart freigestellt wurde. Dennoch gelang es Anfang nicht, die anhaltende sportliche Talfahrt der Fortuna zu stoppen.

Ganz im Gegenteil: Im Dezember rutschte der selbsternannte Aufstiegskandidat sogar auf einen direkten Abstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga. Durch einen 2:1-Heimsieg gegen Greuther Fürth kurz vor Weihnachten am 17. Spieltag, konnte die Fortuna zumindest auf den 16. Tabellenplatz springen. Wegen dieses Erfolgs zum Hinrundenabschluss und der Leistungen zuvor gegen Schalke und Elversberg, bei denen die Fortuna trotz zweier Niederlagen dennoch spielerisch besser auftrat als in den Wochen zuvor, darf Anfang nun erstmal weitermachen.

Der neue Sportvorstand Sven Mislintat, der im Dezember den Posten von Fortuna-Legende Klaus Allofs übernahm und in seiner ersten Amtshandlung Sportdirektor Christian Weber entließ, sprach Markus Anfang am Sonntag das Vertrauen aus. Und das, obwohl Anfang in neun Ligaspielen nur sieben Punkte (darunter zwei Siege) einfahren konnte. „Die Leistungen der letzten Spiele, die Arbeit von Markus Anfang auf und neben dem Trainingsplatz und die Gespräche haben gezeigt, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind, um aus der schwierigen Phase wieder rauszukommen“, begründete Mislintat die Entscheidung Pro Anfang.

Fortuna Düsseldorf: Altstadt-Wirt El Sheikh kritisiert Entscheidung Pro Markus Anfang

In den vergangenen Wochen geriet der Übungsleiter von Fortuna Düsseldorf bei den Fans jedoch immer wieder in die Kritik, nicht nur wegen der Auftritte seiner Mannschaft. Nachdem Flügelspieler Emmanuel Iyoha Ende November beim Auswärtsspiel in Dresden (1:2) von einem Dynamo-Anhänger rassistisch beleidigt wurde, warfen einige Fortuna-Fans ihrem Trainer nach einem Sky-Interview relativierende Aussagen vor. Beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 Anfang Dezember (0:2) richteten die Ultras Düsseldorf daher ein kritisches Spruchband in Richtung Markus Anfang.

Am Rande der Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC Schalke haben die Ultras Düsseldorf F95-Trainer Markus Anfang kritisiert. Hintergrund sind die Aussagen des Übungsleiters nach dem rassistischen Vorfall um Spieler Emmanuel Iyoha beim Auswärtsspiel in Dresden.

Am Rande der Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC Schalke haben die Ultras Düsseldorf F95-Trainer Markus Anfang kritisiert. Hintergrund sind die Aussagen des Übungsleiters nach dem rassistischen Vorfall um Spieler Emmanuel Iyoha beim Auswärtsspiel in Dresden.
© NRZ Düsseldorf | Christopher Damm

Dass der gebürtige Kölner weitermachen darf, auch trotz der sportlichen Krise, kam bei einigen Fans im Netz nicht besonders gut an. „Sportliche Verbesserung hin oder her! Wer ohne Not Rassismus im Stadion oder im Sport allgemein relativiert, sollte keine leitende Position bei einem mitgliedergeführten Verein wie der Fortuna haben! Punkt! Werde meine Mitgliedschaft unter diesen Umständen nochmals stark überdenken“, kommentierte ein Fan auf Instagram unter einem Post der Fortuna.

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Altstadt-Gastronom Walid El Sheikh kritisierte die Entscheidung auf Instagram ebenfalls: „Insbesondere neben dem Platz war Anfangs Leistung unterirdisch, dies nicht aufzuarbeiten ist höchst fragwürdig. Die Not, der Teufel und die Fliegen. Das hätte man klar benennen können“. Dennoch gibt es im Netz auch Fans des kriselnden Traditionsclubs, die Anfang eine zweite Chance geben wollen. „Lasst uns jetzt erst einmal die Winterpause abwarten. Er hat den Kader so übernommen. Menschlich ist es (von Außen betrachtet) schwierig, aber wir sollten die Entscheidung respektieren und hinter dem Verein stehen. Die Ansätze waren ja da“, zeigte sich Anhänger der Rot-Weißen auf Instagram diplomatisch.

Fortuna-Fan: „Die letzten Spiele zeigen in die richtige Richtung“

Bei Facebook nahm so mancher Fan die Entscheidung der Fortuna-Chefetage ebenfalls etwas zurückhaltender zur Kenntnis. Dennoch sei Ruhe im Club derzeit scheinbar am wichtigsten. „Markus Anfang ist sicher nicht der allerbeste Trainer, den man sich für Fortuna vorstellen kann. Für die fehlerhafte Zusammenstellung der Mannschaft kann er aber nix. Eine erneute Trainerentlassung würde nicht nur zusätzliche Unruhe bringen, sondern auch den klammen Geldbeutel zusätzlich belasten. Von daher vermutlich die richtige Entscheidung“, kommentierte ein Anhänger.

Doch es gibt unter den Kommentaren auch deutlicheren Zuspruch für die Entscheidung, mit Markus Anfang weiterzumachen. Auch, weil viele Fans eine spielerische Entwicklung unter dem Cheftrainer erkennen. „Definitiv richtige Entscheidung. Die letzten Spiele gab es eindeutig einen Aufwärtstrend. Vor allen Dingen sehen wir auch wieder ansehnlichen Fußball, den es die letzten zwei Jahre unter Thioune nicht mehr zu sehen gab. Wir hatten die letzten drei Spiele so viele herausgespielte Torchancen wie unter Thioune in 10 Spielen nicht. Wenn die Blockade erstmal gelöst ist, treffen die auch das Tor wieder häufiger“, ist sich ein Fortuna-Fan sicher.

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Geht es nach einigen Anhängern im Netz, müsste im Winter im Kader nur an den richtigen Stellschrauben gedreht werden, damit es bei Fortuna Düsseldorf in der Rückrunde wieder besser läuft: „Die letzten Spiele zeigen auf jeden Fall in die richtige Richtung. Jetzt noch zwei bis drei Veränderungen im Kader und wir starten in ein erfolgreiches Jahr 2026.“

Fortuna Düsseldorf startet am 16. Januar gegen Bielefeld in die Rückrunde

Der Auftakt in das neue Fußballjahr und der Start in die Rückrunde steht für Fortuna Düsseldorf am Freitag, 16. Januar (18.30 Uhr) an. Dann ist Arminia Bielefeld in der Merkur Spiel-Arena zu Gast. Das Hinspiel am ersten Spieltag in Ostwestfalen ging krachend mit 1:5 verloren. Statt eine Euphorie in Düsseldorf zu entfachen, geriet die Fortuna anschließend in einen Abwärtsstrudel, der dem bei den Fans beliebten Trainer Daniel Thioune im Oktober den Job kostete.

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Fest steht also, dass Markus Anfang beim Rückspiel gegen Bielefeld als Trainer an der Seitenlinie stehen wird. Gestalten er und sein Team den Rückrundenauftakt in der 2. Fußball-Bundesliga erfolgreich, wäre ein nächster Schritt aus der Krise und in ein erfolgreiches Fortuna-Jahr gemacht.