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Für eine enorme Bandbreite bei „Kunst am Pantaleonsberg“ sorgen die Austeller/innen (v. l.) Christine Hepting, Christine Altmann, Rebecca Himmen, Korbinian Hierhager, Anna Berger, Robert Scholz, Angelika Denk, Magdalena Ray Hölzl, Claudia Pilz, Elodie Kälicke und Regina Pilz.Für eine enorme Bandbreite bei „Kunst am Pantaleonsberg“ in Kranzberg sorgen die Austeller/innen (v. l.) Christine Hepting, Christine Altmann, Rebecca Himmen, Korbinian Hierhager, Anna Berger, Robert Scholz, Angelika Denk, Magdalena Ray Hölzl, Claudia Pilz, Elodie Kälicke und Regina Pilz. © Fischer

Die Ausstellung „Kunst am Pantaleonsberg“ in Kranzberg vereint arrivierten und jungen Kunstschaffenden aus der Region. Bis zum Dreikönigstag sind experimentelle Installationen zu sehen.

Kranzberg – Über 100 Exponate von elf Kunstschaffenden aus Kranzberg und der weiteren Umgebung – von Traditionalismus bis Avantgarde, von gegenständlich bis abstrakt, von Portrait bis Landschaftsbild. Dazu Pop-Art, Video- und Fotokunst und filigrane bis handfeste Objekte – versehen mit der Aufforderung: „Gerne berühren“. All das ist „Kunst am Pantaleonsberg“. All das wurde geschaffen von arrivierten wie jungen Künstlerinnen und Künstlern, deren Spektrum weit über Hobbymalerei oder Experimentierfreude hinausreicht.

Ein gutes Beispiel dafür geben etwa die an Andy Warhol erinnernden Portraits von Christine Hepting oder Korbinian Hierhager ab. Überhaupt: Portrait-Malerei zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Ob klassisch oder in Farbe und Form verfremdet sowie Konterfeis von Charakterköpfen zählen mit zum Sehenswertesten, was die aktuelle Werkschau am Pantaleonsberg zu bieten hat. Wenngleich es an Landschaftsbildern und Tiermotiven nicht mangelt. Und auch wenn die Moderne klar die Richtung vorgibt, so sind auch Bilder zu sehen, die der Schönheit der heimischen Architektur, der hiesigen Fauna und Flora auf traditionelle, nicht weniger kunstvolle Art huldigen. Für Letztere zeichnet etwa der Senior der nun schon über zehn Jahre bestehenden Ausstellungsreihe, Robert Scholz, verantwortlich. Die Jugend widmet sich nach den Worten von Organisator Christoph Berger freilich komplett anderen Genres.

Über 100 Besucher kamen zur Vernissage am Pantaleonsberg. Die aktuelle Ausstellung bietet ein weites Spektrum an moderner, aber auch an traditioneller Kunst. Über 100 Besucher kamen zur Vernissage am Pantaleonsberg. Ein Highlight: ein interaktives Aquarium. © Fischer

„Ganz besonders freut es mich, dass wir drei junge Künstlerinnen aus Kranzberg dabeihaben, die gerade dabei sind, ihren Weg hinaus in die große, weite Kunstwelt zu finden. Sie stehen noch am Anfang ihres Schaffens und studieren an verschiedenen Kunsthochschulen. Für sie geht es weniger um schnelle Antworten auf die großen Fragen des Lebens, sondern um den kreativen Prozess, um das Erleben der Kunst – und um die Interaktion zwischen Werk und Betrachter“, sagte Berger bei der überaus gut besuchten Vernissage. Die Rede war etwa von Jugendkulturpreisträgerin Elodie Kälicke, Magdalena Ray Hölzl oder Anna Berger, die im hinteren Teil mit Objektkunst, mit Videoinstallationen und experimenteller Fotografie auf sich aufmerksam machten.

Der Blick fällt dabei etwa auf ein Aquarium, in dem eine Alge zur Interaktion einlädt. Wer Lust hat, kann mit einem Geodreieck für Bewegung im Wasser sorgen. Die Alge sieht täuschend echt aus, ist in Wahrheit aber aus Wolle. Der Freude am Eingreifen in den Prozess, am Hin- und Herwogen, tat das bei der Eröffnung keinen Abbruch.

Mut zur Lücke bewies die junge Garde unter anderem mit zwei weißen, ungerahmten und scheinbar unbehandelten Leinwänden. Man muss schon genau hinsehen, um darin etwa eine wütende Fratze zu entdecken. Nicht der einzige Überraschungsmoment einer Werkschau, die sich im Vergleich zu weitaus renommierteren Kunsttempeln durchaus sehen lassen kann.

Gelegenheit, die beeindruckende „Kunst am Pantaleonsberg“ zu erleben, besteht bis zum Dreikönigstag am 6. Januar jeweils von 14 bis 17 Uhr – an Silvester ist geschlossen.