Die Lunte eines Silvesterböllers, der zwischen Ästen steckt, brennt in Hannover.

Stand: 30.12.2025 07:37 Uhr

In Niedersachsen gibt es zu Silvester kein flächendeckendes Böllerverbot. Einige Städte setzen aber neben den bundesweit geltenden Regelungen auf Verbotszonen. Bei Verstößen drohen teilweise hohe Bußgelder.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) lehnt ein landesweites Böllerverbot zu Silvester ab. „Es gibt ganz viele Kommunen, die Bereiche festlegen, wo nicht geböllert werden darf.“ Das hält er für den richtigen Weg. Ein generelles Verbot „über die Köpfe der Menschen hinweg“, komme für ihn nicht infrage. „Diese Entscheidung ist vor Ort genau richtig aufgehoben“.

Bußgelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro möglich

Grundsätzlich ist es bundesweit untersagt, pyrotechnische Gegenstände in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern zu entzünden. Darüber hinaus haben unter anderem die Städte Braunschweig, Göttingen und Lüneburg weitere Bereiche festgelegt, in denen das Böllern und das Zünden von Raketen verboten ist. Bei Missachtung der Verbote sind Bußgelder in einer Höhe von bis zu 10.000 Euro möglich.

Hannover: Ganzjähriges Feuerwerksverbot in der Innenstadt

In Hannover war das Böllern bereits im vergangenen Jahr in weiten Teilen der Innenstadt untersagt – im Bahnhofsbereich, am Opernplatz, am Kröpcke und am Steintor. Mit dem Ratsbeschluss vom 18. Dezember gilt ab sofort in der Innenstadt ganzjährig und rund um die Uhr ein Verbot für Waffen und gefährliche Gegenstände. Darunter fallen laut erstem Stadtrat Axel von der Ohe (SPD) auch Feuerwerkskörper. Das Verbot soll demnach auch dabei helfen Menschen vor gefährlichen Situationen zu schützen. Polizei und städtischer Ordnungsdienst werden den Angaben zufolge kontrollieren, ob die Vorgaben eingehalten werden.

Fachwerkhäuser stehen in einer Altstadt.

Wenig Blaulicht, dafür viele bunte Raketen – dort wo es erlaubt ist. Das ist die Hoffnung für die Silvesternacht.

Braunschweig: Bohlweg ist Kontrollschwerpunkt

In Braunschweig gilt unter anderem in den sogenannten Bohlweg-Kolonnaden ein Böllerverbot. Wie die Stadt mitteilte, ist es dort auch untersagt, Glasflaschen dabei zu haben. Polizei und Ordnungsdienst würden darauf achten, dass ordnungsgemäß mit Feuerwerkskörpern umgegangen wird, sagte ein Sprecher der Stadt. Verstöße gegen das Sprengstoffrecht könnten mit bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Zudem gelten Verbote in weiteren Teilen der Stadt – insbesondere in Bereichen mit Fachwerkhäusern oder anderen brandempfindlichen Gebäuden, hieß es.

Göttingen und Lüneburg: Böllern in der Innenstadt verboten

Nach Angaben der Stadt Göttingen gilt in der gesamten Innenstadt auch in diesem Jahr wieder ein Verbot für Feuerwerkskörper. Innerhalb der Wallanlagen und auf dem Wall einschließlich des Albani-Parkplatzes dürfe Silvester und Neujahr kein Feuerwerk gezündet werden. Auch die Stadt Lüneburg verbietet in der historischen Altstadt, im Naturschutzgebiet Kalkberg und im Bereich rund um das Kloster Lüne jegliche Feuerwerke an Silvester und Neujahr. In beiden Städten werden die genannten Gebiete unter anderem von der Polizei kontrolliert. Ziel der Kontrollen sei in erster Linie, auf die Gefahren durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern hinzuweisen, so die Stadt Lüneburg. Dort drohe ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro, sollte ein Verbot missachtet werden, sagte eine Sprecherin.

Wolfsburg, Oldenburg und Osnabrück setzen auf bundesweite Regelungen

Die Städte Wolfsburg und Oldenburg setzen auf die bundesweit gesetzlichen Regelungen. Darüber hinaus gebe es keine stadteigenen Einschränkungen. In Oldenburg werden der Stadt zufolge Polizei und Ordnungsamt unterwegs sein, um Kontrollen durchzuführen. Bei Ordnungswidrigkeiten wie den klassischen Verstößen gegen Abstandsgebote können einer Sprecherin zufolge ebenfalls Bußgelder von bis zu 10.000 Euro verhängt werden. In Wolfsburg sind den Angaben zufolge keine besonderen Kontrollen seitens der Stadt geplant. In Osnabrück gelten ebenfalls keine gesonderten Böllerverbotszonen. Zuerst berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Bremen: Keine Böller und Raketen an der Schlachte

In Bremen gilt in der Silvesternacht unter anderem an der Schlachte ein Böller- und Raketenverbot, wie eine Sprecherin des Innenressorts mitteilte. Im Bereich der Uferpromenade an der Weser habe es in früheren Jahren zahlreiche gefährliche Situationen durch Feuerwerk und große Menschenansammlungen gegeben. Verstöße können laut der Sprecherin mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Auch auf dem Hauptbahnhof, im Bereich des Rathauses und im Schoorviertel darf den Angaben zufolge kein Feuerwerk gezündet werden.

Olaf Lies (SPD), designierter Ministerpräsident von Niedersachsen, kommt zur Sitzung des Niedersächsischen Landtags mit der Wahl des neuen Ministerpräsidenten von Niedersachsen.

Hintergrund sei das Wohl seiner Tiere. Ein generelles Böllerverbot in Niedersachsen kommt für den SPD-Politiker nicht in Frage.

Start des Feuerwerksverkaufs in Emlichheim, an der Grenze zu den Niederlanden.

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Aufgeweichte Feuerwerkskörper liegen Tage nach Silvester noch auf der Straße.

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