Naturschützer: Licht und Schatten beim Klimaschutz in Hamburg | ndr.de

AUDIO: Umweltverbände: Hamburgs Klimabilanz 2025 mit gemischtem Fazit (1 Min)
Stand: 30.12.2025 09:19 Uhr
2025 war ein außergewöhnliches Jahr für den Klimaschutz in Hamburg – diese Bilanz ziehen der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Beide Verbände sprechen von Licht und Schatten – und sagen: 2026 ist weiterhin politischer Druck notwendig.
Außerordentlich positiv sehen NABU und BUND zum einen den vorläufigen Planungsstopp der Autobahn A26 Ost durch das Bundesverwaltungsgericht im Oktober dieses Jahres und auch den angenommenen Zukunftsentscheid, in dem sich die Hamburgerinnen und Hamburger für eine verbindliche Klimaneutralität bis 2040 ausgesprochen haben.
NABU fürchtet Abbau von Beteiligungsrechten
Das Jahr endet aber mit „deutlichen Warnsignalen für Umwelt und Demokratie“, sagt Sabine Sommer vom BUND. Hamburgs NABU-Chef Malte Siegert sieht es genauso. Er fürchtet unter anderem ein Absenken von Umwelt-Standards sowie einen Abbau von Beteiligungsrechten. Damit würden Natur, Artenvielfalt und Klimaschutz geschwächt.
BUND fordert Verpackungssteuer

BUND-Chefin Sabine Sommer will gegen die mehr als 170.000 Einwegbecher, die täglich in Hamburg weggeworfen werden, vorgehen.
„Ohne Naturschutz und halbwegs intakte Ökosystem-Leistungen werden wir gesellschaftlich erhebliche Schwierigkeiten bekommen“, warnt Siegert. Auch Sommer sieht Handlungsbedarf. Der BUND fordert unter angesichts von täglich weit mehr als 170.000 Einwegbechern allein in Hamburg die Einführung einer Verpackungssteuer.
Verbandsklagerecht eingeschränkt
Erst kürzlich hatte die Bundesregierung das Umweltverbandsklagerecht eingeschränkt, um Straßen und Schienen schneller bauen zu können. Einwände gegen Projekte soll demnach künftig nur erheben können, wer schon am Verwaltungsverfahren beteiligt war. Außerdem sollen bestimmte Prüfungen – auch die Umwelt betreffend – abgeschafft werden. Siegert sieht darin ein „Rechtsstaatsbeseitigungsgesetz“. Er sagt: „Es sorgt dafür, dass der Bund in Zukunft quasi unbehindert jede Autobahn durch jedes Moor bauen kann, ohne dass irgendeiner nochmal die Hand hebt.“
BUND: Problem sind Verwaltungsprozesse
Laut Sommer liegen die wahren Ursachen für Probleme nicht im Naturschutz, „sondern in langen und sehr aufwendigen Verwaltungsprozessen und einer fehlenden Priorisierung auf den Erhalt der vorhandenen Infrastruktur.“

Der Ausbau von Brücken, Straßen und Schienen soll möglichst zügig vorangehen. Dafür soll das Klagerecht eingeschränkt werden – darauf einigte sich der Koalitionsausschuss. Bei der Pressekonferenz gab es zudem auffallend viel Lob.
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