„Wir suchen Sie als Vermieter in Berlin und Brandenburg“ – so hat sich die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr jüngst in einer Anzeige an private Eigentümer gewandt und sie gebeten, Wohnungsangebote einzureichen. Bundesweit ist ein solches Vorgehen bislang die Ausnahme, teilt ein Sprecher des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr dem Tagesspiegel mit. Es handele sich um eine Einzelmaßnahme, es seien „derzeit keine Initiativen dieser Art aus anderen Regionen bekannt.“
Der ungewöhnliche Aufruf zeigt, wie Berlins angespannter Wohnungsmarkt Plänen zur Vergrößerung der Bundeswehr entgegensteht. Deren Funktionsfähigkeit hänge „nicht zuletzt“ von der Mobilität der Beschäftigten ab, erläutert der Sprecher.
In einer Anzeige bittet die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr Berliner Vermieter, sich mit Wohnungsangeboten zu melden.
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Die Wohnungsfürsorge des Bundes unterstützt Bundesbedienstete bei der Wohnungssuche, auch zum Beispiel Beamte der Berliner Polizei oder Feuerwehr können davon profitieren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie etwa Zeit- und Berufssoldat:innen, die versetzt werden, bei der Ankunft in der neuen Stadt unterstützt und berät. Nicht nur in Berlin, an allen Bundeswehr-Standorten gibt es dafür Wohnungsfürsorgestellen.
Eigene Wohnungen außerhalb der Kasernen besitzen diese Stellen nicht, mieten auch keine an. Wohnungsverträge auf dem freien Markt müssen die Beschäftigten selbst eingehen und die Miete zahlen. Zugriff auf Gelder aus Sondervermögen-Töpfen haben die Wohnungssuchenden aus Bundeswehrkreisen also nicht.
Bundeswehr braucht 1200 Wohnungen pro Jahr in der Region
Die Fürsorgestellen sammeln aber Angebote, verfügen dafür über ein Netzwerk aus privaten Vermietern und Wohnungsanbietern, zu denen sie Kontakt herstellen können. In Berlin und Teilen Brandenburgs wurden so in diesem Jahr laut Sprecher bis Mitte Dezember 850 Wohnungen auf dem freien Markt vermittelt.
Doch in der Hauptstadt stößt dieses Netzwerk angesichts einer Bundeswehr, die auch hier wachsen soll, nun offenbar an Grenzen: Die Anzeige sei eine Maßnahme, „die mit Blick auf den regionalen Wohnungsmarkt neben dem aktuellen Bedarf auch organisatorischen Entscheidungen für den Raum Berlin sowie dem vorgesehenen Aufwuchs der Bundeswehr Rechnung trägt“, teilt der Sprecher des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit.
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1200 Wohnungen seien hier pro Jahr für Bedienstete und deren Familien je nach Stationierungen etwa nötig. Besondere Anforderungen an die gesuchten Wohnungen gebe es keine. Vermieter:innen dürften ihr Angebot auch weiterhin über andere Kanäle anbieten.
Neben Wohnungen auf dem freien Markt können sich Bundeswehrbeschäftigte wie alle Bundesbediensteten auch um die mehr als 62.000 Wohnungen bewerben, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben besitzt oder verwaltet.