Die Bonobos in der Wilhelma. Foto: Iris Frey
Die Tierrechtsorganisation Peta hatte im Januar 2025 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Wilhelma erstattet. Das ist der aktuelle Stand.
Knapp ein Jahr prüft die Staatsanwaltschaft Stuttgart nun schon eine Anzeige der Tierrechtsorganisation Peta gegen die Verantwortlichen der Wilhelma. Der Vorwurf: Mutmaßliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Peta prangerte angebliche „zahlreiche Verhaltensstörungen bei verschiedenen Tierarten“ an. Im Juli und Oktober 2024 wurden Videoaufnahmen von Bonobos gemacht. Die hätten sich Haare ausgerissen und den eigenen Kot gefressen. Das sei, so Yvonne Würz von Peta damals, „eindeutig unnatürliches Verhalten.“
Zum aktuellen Stand der Ermittlungen äußert sich die Staatsanwaltschaft weiterhin nicht. Sie schweigt zugleich zu den konkret gemachten Vorwürfen. Sprecher Patrick Fähnle sagte nun auf Anfrage: „Die Ermittlungen dauern an.“
Wilhelma in Stuttgart: Gutachten zu Peta-Vorwürfen stehen noch aus
Außerdem könne er bestätigen, dass im Rahmen der Ermittlungen auch gutachterliche Stellungnahmen beauftragt worden seien, deren Ergebnisse noch ausstünden. Zu einem mögliche Zeithorizont über die Länge der Ermittlungen wollte sich der Sprecher gleichfalls nicht festlegen. Ferner ist weiterhin unklar, welche Personen möglicherweise in der Wilhelma ins Visier der Ermittler gerückt sind.
Affenhaltung und andere Tierhaltungen im Zoo Stuttgart in der Kritik
Die Wilhelma ist ein beliebtes Ausflugsziel, aber es gibt auch Kritik an der Tierhaltung im Zoo. (Symbolbild) Foto: imago/Arnulf Hettrich
In der Anzeige gehe es laut Peta nicht nur um Affenhaltung, sondern auch um andere Tiere, etwa die Haltung von Elefanten. Der Zoo selbst wusste bei Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst nichts von einer Anzeige und Ermittlungen. Als Peta dann im Juni Schulen und andere Bildungseinrichtungen zu einem Boykott der Wilhelma aufrief, äußerte sich der Stuttgarter Zoo: „Wer Zoos infrage stellt, der stellt auch den von der Weltnaturschutzunion IUCN ausdrücklich unterstützten ‚One Plan Approach‘ infrage: Dieser sagt aus, dass für die Rettung bedrohter Arten ein ganzheitliches Vorgehen notwendig ist“, so Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann.
Wilhelma fördert den Artenschutz weltweit mit 40 Projekten
Daher sei der Schutz bedrohter Arten in ihren Lebensräumen wichtig – die Wilhelma habe auch 2024 rund 40 Projekte aus aller Welt mit mehr als einer Million Euro unterstützt. Auch in diesem Jahr hat die Wilhelma im dritten Jahr in Folge mehr als eine Million Euro in den weltweiten Artenschutz in mehr als 40 Projekten investiert, die den Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume vorantreiben.