Bis zum Dreikönigstag bringen Gruppen den Weihnachtssegen – und bitten um Spenden. Los ging es jetzt in Freiburg – mit politischen Forderungen.
Mit einem bunten Straßenfest und einem feierlichen Gottesdienst im Freiburger Münster hat die Sternsinger-Aktion 2025/26 begonnen. Bis zum 6. Januar werden in ganz Deutschland Zehntausende Kinder und Jugendliche – verkleidet als die Heiligen Drei Könige – von Tür zu Tür gehen, den Segen bringen und um Spenden für Kinderhilfsprojekte bitten. Diesmal unter dem Motto „Schule statt Fabrik“ insbesondere für Initiativen gegen Kinderarmut.
Die Befreiung aus Kinderarbeit sei möglich, forderte Sternsinger-Chef Dirk Bingener im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Weltgemeinschaft dürfe das Ziel der Abschaffung ausbeuterischer Kinderarbeit nicht aus dem Blick verlieren.
Sternsinger auch bei Merz und Steinmeier
Ihre Botschaft wollen die Sternsinger-Gruppen auch an den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler richten, wenn diese zu Jahresbeginn in Berlin ausgewählte Gruppen empfangen. Man wolle der Politik zeigen, dass „wir keine ausschließlich interessengeleitete Außen- und Entwicklungspolitik“ wollen, sagte Bingener. Vielmehr gehe es um eine wertebasierte Politik, die die Interessen der Schwächsten im Blick hat.
Beim Auftakt in Freiburg setzten Hunderte Kinder und Jugendliche in bunten, liebevoll gestalteten Gewändern ein Zeichen für gesellschaftliche Solidarität. „Es macht Spaß, als Sternsinger gemeinsam die Welt ein bisschen zum Guten zu verändern. Einfach, indem wir Spenden für Kinder sammeln, denen es schlecht geht“, sagte um Beispiel der zwölfjährige Benjamin aus Küssaberg (Landkreis Waldshut).
Solidarität statt Deal
Beim Festgottesdienst im Freiburger Münster beauftragte Erzbischof Stephan Burger die Sternsinger und Sternsingerinnen damit, den Segen in die Häuser und Wohnungen zu bringen: „Ihr gebt mit Eurem Handeln und Tun anderen für deren Leben Hoffnung und Zukunft!“ Dies sei zugleich echte Solidarität und gelebtes Miteinander als Zeichen, dass nicht „der Deal, das Geschäft im Vordergrund stehen darf, sondern das Wohlergehen des Nächsten“.
Die Sternsingeraktion ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Seit dem Start der Aktion 1959 sind demnach rund 1,4 Milliarden Euro zusammengekommen – für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa. Getragen und organisiert wird die Aktion vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ gemeinsam mit dem katholischen Jugenddachverband BDKJ.