Die Art und Weise hat ihm überhaupt nicht gefallen!
Dieter Hecking (61) konnte den Abstieg des VfL Bochum nicht verhindern. Auch der Start in die 2. Bundesliga verlief nach einem großen Umbruch katastrophal (4 Niederlagen, 1 Sieg). Am 15. September zogen die Bochum-Bosse die Reißleine: Hecking und Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner (57) wurden zeitgleich gefeuert. In einem Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ spricht der Ex-Trainer erstmals über seine Entlassung und äußert seinen Unmut.
„Das war respektlos“
Dabei gibt Hecking konkrete Einblicke, wie er von der Trennung erfahren hatte. Der 61-Jährige sei nach der 0:1-Pleite gegen Paderborn am Montag zum Training gefahren. Zu diesem Zeitpunkt geht Hecking noch davon aus, dass er das Spiel gegen Nürnberg (1:2) noch bekommt, um den Umschwung zu schaffen. Daraus wird nichts. „Schließlich habe ich am Telefon erfahren, dass es zu Ende ist. Allerdings nicht vom direkt dafür Verantwortlichen. Der hat erst eine Dreiviertelstunde später angerufen“, schildert Hecking. Und legt dann nach: „Das war respektlos. Die Art und Weise hat mich – neben der Entlassung als solcher – besonders geärgert.“ Von welchem Verantwortlichen er den Anruf bekommen hatte, ließ er offen.
Bis heute kann Hecking nicht nachvollziehen, warum er gehen musste. „Ich habe viel reflektiert, doch so richtig habe ich bis heute nicht verstanden, was letztendlich ausschlaggebend war“, sagt Hecking. Fakt ist: Zum Saisonstart hatte Hecking unfassbares Verletzungspech in der Mannschaft und musste ein fast komplett neues Team zusammenbringen. Inklusive der monatelangen Pleitenserie eine Herkulesaufgabe. Hecking: „Ich hätte allerdings gedacht, dass man mehr auf Kontinuität setzt. Ich empfand die Entlassung vor allem als unnötig. Wir hatten einen großen personellen Umbruch im Sommer, haben viele junge Spieler integriert, die mittlerweile Leistungsträger sind.“
Auch nach dem Hecking-Aus wurde es nicht besser. Interimstrainer David Siebers (38) holte in 3 Spielen keinen Punkt. Erst mit der Verpflichtung von Uwe Rösler (57) kam der VfL Bochum wieder in die Erfolgsspur. Hecking selbst (sein Vertrag in Bochum wurde erst im April bis 2027 verlängert) denkt noch lange nicht an ein Karriereende. „Ich kann und möchte dem Fußball noch viel geben. Es kommt hier und da auch ein Angebot. Entscheidend ist aber, ob eine Anfrage sofort bei mir etwas im Positiven auslöst“, erklärt der Ex-VfL-Trainer. Zuletzt wurde er mit dem Geschäftsführer-Posten bei Hannover 96 in Verbindung gebracht. Den Zuschlag bekam allerdings Jörg Schmadtke (61).