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Émilien Jacquelin ist ein erfolgreicher Biathlet mit zahlreichen Titeln. Doch nicht alle sind von seiner Art begeistert.

Frankreich – Émilien Jacquelin hat sich als einer der erfolgreichsten Biathleten seiner Generation etabliert. Der Franzose kann auf fünf Weltmeistertitel und zwei Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen zurückblicken. Zudem hat er beeindruckende 31 Podestplätze im Biathlon-Weltcup erreicht, darunter fünf Siege. Trotz dieser beeindruckenden Bilanz sieht ihn eine Biathlon-Legende kritisch.

Émilien Jacquelin kassiert heftige Kritik. Émilien Jacquelin kassiert heftige Kritik. © IMAGO/MATHIAS BERGELD

Raphaël Poirée, selbst eine Ikone des Sports, äußerte gegenüber Ouest-France deutliche Kritik an seinem Landsmann Jacquelin. „Er ist ein Showman, aber Biathlon ist kein Sport für Showmen. Es ist ein Sport des Respekts“, so Poirée. Trotz seiner zahlreichen Erfolge und dem enormen Potenzial fehle Jacquelin laut Poirée etwas. „Ich glaube, es ist eine mentale Angelegenheit“, mutmaßt er.

Frankreich-Star Jacquelin kassiert Verbal-Attacke von Biathlon-Legende

Was genau der 44-fache Weltcupsieger meint, erklärt er in dem Interview nicht. Jedoch fiel Jaquelin in der Vergangenheit des Öfteren mit taktischen Spielchen auf, die bei Poirée möglicherweise nicht gut ankamen. Voller Lob ist die Biathlon-Legende unterdessen für Eric Perrot, dessen Familie offenbar eine enge Verbindung mit Poirée zu haben scheint.

„Ich kenne Eric und seine Eltern sehr gut. Er war vor anderthalb Jahren bei mir zu Hause“, erinnert er sich zurück und ein stimmt ein Loblied auf den 24-jährigen Senkrechtstarter an: „Er stellt die richtigen Fragen, er hört zu. Er ist ein sehr guter Mensch, ruhig, freundlich, respektvoll und intelligent. Er lernt sehr schnell. Jedes Jahr macht er Fortschritte“, schwärmt Poirée von Perrot, der bei der WM 2025 einen beeindruckenden Sprung in die Weltspitze des Biathlons hingelegt hat.

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Poirée, der zu den größten Biathleten der Geschichte zählt, hätte seine Erfahrung gerne an Talente wie Perrot weitergegeben und bat sich sogar dem französischen Verband an, jedoch stieß er auf Widerstand. „Sie brauchten ewig, um eine Entscheidung zu treffen“, weshalb er sich letztlich für einen Job in Norwegen entschieden hat.

Poirée hat eine Vermutung, warum es zu keiner Zusammenarbeit kam. „Ich glaube, sie waren letztendlich nicht wirklich begeistert von meiner Verpflichtung, weil ich meine Karriere unabhängig aufgebaut habe, indem ich nach Norwegen gegangen bin und das nationale Trainersystem verlassen habe. Das gefällt ihnen im Allgemeinen nicht besonders“, so Poirée. (dwe)