Was hat die Mainzer im 2. Quartal 2025 zwischen April und Ende Juni bewegt? Nun, die der Ausgang der Bundestagswahl spielte natürlich eine Rolle, dazu in Mainz das als rechtswidrig gekippte Tempo 30 auf den Hauptverkehrsachsen in der Innenstadt. Doch mehr noch interessierten sich die Mainz&-Leser für Feste wie den Mainzer Rhein-Frühling, die neue Drohnenshow an der Mainzer Johannisnacht, den Krempelmarkt und das Römische Erbe. Dazu kam ein handfester Skandal, den Mainz& aufdeckte: Der Verkauf der Marina im Mainzer Zollhafen weit unter Marktwert – und die Fragen, die der Verkauf bis heute aufwirft. Der zweite Teil unseres Mainz&-Jahresrückblicks 2025 von April bis Juni.

Thema #1: Eine Stadtkuratorin fürs Römische Mainz

Das absolute Topthema des zweiten Quartals auf Mainz& war das Thema: Wie geht Mainz mit seinem Römischen erbe um, und wie kann es besser vermarktet werden? Ende Mai kritisierte Christian Vahl, zu dem Zeitpunkt noch Präsident der Initiative Römisches Mainz, gemeinsam mit einer Gruppe aus der Unsichtbaren Römergarde den Zustand der Römersteine in Mainz-Zahlbach: Viele Steine waren zugewachsen, Wurzeln von Bäumen bedrohen die antiken Pfeilerreste eines römischen Aquädukts aus dem 1. Jahrhundert nach Christus – und sogar Toiletten waren an die steinernen Geschichtszeugnisse gebaut worden.

Daraus entspann sich eine Auseinandersetzung mit der für die Pflege zuständigen Stadt Mainz – und der Vorschlag Vahls, Mainz brauche eine Stadtkuratorin für das Römische Mainz. Derzeit werde jedes Konzept für eine Römerstadt Mainz zwischen verschiedenen Dezernaten zerrieben, klagte Vahl im Interview mit Mainz&, deshalb müsse die Aufgabe bei einer Person gebündelt werden, die auch mit Kompetenzen zur Entwicklung und Umsetzung von Konzepten ausgestattet werden müsse. Das Thema elektrisierte die Mainzer und fand Leser weit über Mainz hinaus: Bis heute interessierten sich mehr als 12.300 Leser für unseren am 1. Juni erschienenen Text.

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Stadtkuratorin für Römisches Mainz? – IRM-Chef Vahl fordert Konzept und kritisiert Zustand der Römersteine

 

#2: Ein Konzept zur Vermarktung des Römischen Mainz

Die Debatte um die Pflege des Römischen Erbes hatte eine Vorgeschichte: Nach jahrelangem Stillstand von Seiten der Politik, legte Anfang Mai nämlich eine Arbeitsgruppe um den früheren Landesarchäologen Gerd Rupprecht einen eigenen Konzeptansatz vor, wie mit dem Römischen Erbe besser umgegangen werden könnte. Den Auftakt machte eine Broschüre, die für mächtig Wirbel sorgte: Rupprecht und Vahl sowie der Ex-Kulturdezernent Peter Krawietz (CDU) und der Ex-Denkmalpfleger Hartmut Fischer legten nämlich eine Bestandsaufnahme über den Zustand von 32 Römischen Denkmälern im Mainzer Stadtbild vor.

Die Broschüre kam einer Ohrfeige für die Zuständigen bei der Mainzer Stadtverwaltung gleich, zeigte sie doch auf, wie weitgehend lieblos oder sogar verwahrlost die Präsentation des antiken Erbe ist – 11.630 Menschen wollten das bisher lesen. Auch, weil die Broschüre zu Beginn den Abriss eines Konzeptes aus der Feder von Gerd Rupprecht enthält, wie das Mainzer Antikenerbe aufbereitet und thematisch eingeordnet werden kann. Die Broschüre wurde zunächst sogar im Mainz Store am Markt ausgelegt, und verschwand nach wenigen Tagen spurlos – der Vorgang interessierte rund 8.700 Leser.

Konzept fürs Römische Mainz: Legionslager, Wein, Handelszentrum – Neue Broschüre liefert Bestandsaufnahme zu römischen Denkmälern

 

#3: Der Mainzer Rhein-Frühling

Auf Platz drei der meist gelesenen Artikel auf Mainz& im zweiten Quartal des Jahres 2025 aber lag ein großes Fest: Der Mainzer Rhein-Frühling. Die Frühjahrsmesse der Mainzer Schausteller mit ihrer 650 Jahre währenden Tradition fasziniert die Menschen offenbar noch immer – mehr als 10.000 Leser riefen unseren Bericht darüber auf. Die Kirmes am Rheinufer versüßt die Wochen rund um das Osterfest mit allerlei Attraktionen, Naschwerk und zwei Feuerwerks-Shows – dennoch muss das Traditionsfest um seine Zukunft bangen: Die Umgestaltung des Mainzer Rheinufers könnte den Platz für die Kirmes ruinieren.

Mainzer Rheinfrühling 2025 lockt erneut mit vielen Attraktionen und Feuerwerk rund um Ostern – 72 Attraktionen am Rheinufer

 

#4: Der Mainzer Krempelmarkt: beliebt wie eh

Er gehört zu den beliebtesten Flohmärkten der Region und ist weiter einer der schönsten: Der Krempelmarkt am Mainzer Rheinufer ist nach wie vor hochgradig begehrt. Das zeigt sich auch in unseren Klickzahlen: Mit mehr als 7.200 Klicks gehört unsere reine Ankündigung der Krempelmarkt-Termine für das Jahr 2025 zu den beliebtesten Artikeln des zweiten Quartals und für den Rest des Jahres.

Aus für Mainzer Rhein-Frühling durch Neugestaltung des Rheinufers? – Schausteller fürchten Aus: „Können wir nicht hinnehmen“

 

#5: Drohnenshow statt Feuerwerk bei Mainzer Johannisnacht

Eine der intensivsten Debatten des Jahres 2025 war die um das Feuerwerk der Mainzer Johannisnacht. Denn 2025 beschloss die Stadt Mainz, das traditionsreiche und hochgradig beliebte Höhenfeuerwerk durch eine moderne Drohnenshow zu ersetzen – es wurde der Reinfall des Jahres. Dabei standen die Mainzer der Idee durchaus aufgeschlossen gegenüber: Eine buntes Lichterspektakel ohne Feinstaubdreck und Böllerkrach. besser für die Umwelt und vor allem die Tierwelt – viele fanden das gut und spannend.

Doch die Umsetzung enttäuschte den Großteil der Zuschauer: Ganze 8.40 Minuten lang reihten sich ein Dutzend Drohnenbilder aneinander und verbreiteten statt Faszination hauptsächlich Langeweile. „Blamabel“, „lächerlich“ und „emotionslos“ lauteten die überwiegenden Reaktionen der Zuschauer, auch wenn die Stadtspitze um OB Nino Haase (parteilos) hartnäckig das Gegenteil behauptete.

Wenn der OB wirklich die Reaktionen auf die Drohnenshow zum Maßstab machen will, ob das Experiment fortgesetzt wird, müsste 2026 eigentlich das Höhenfeuerwerk zurückkehren – doch Haase kündigte umgehend an, man wolle weiter auf eine Drohnenshow setzen. Im Sinne der meisten Mainzer dürfte das nicht sein: Ein adäquater Ersatz für das große Abschlussfeuerwerk zur Johannisnacht sei das auf gar keinen Fall gewesen, urteilten die Mainzer. 4.900 Mainz&-Leser wollten das lesen, 5.700 sogar die Ankündigung samt Debatte um Wind und Wetter.

Drohnenshow zum Abschluss der Mainzer Johannisnacht spaltet: „Das war nix“ – Kritik an kurzer Dauer und enttäuschender Gestaltung

 

#6: Der Verkauf der Marina im Mainzer Zollhafen

Es ist DER Krimi im politischen Mainz des Jahres 2025: Der Verkauf der Marina im Mainzer Zollhafen im Jahr 2021 an den ehemaligen Vorstandschef der Mainzer Stadtwerke, Detlev Höhne. Am 16. Mai 2025 berichtete Mainz& exklusiv über eine brisante Strafanzeige in Sachen Zollhafen-Marina: Darin wurden schwere Vorwürfe wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Geldern der öffentlichen Hand in Millionenhöhe erhoben sowie der Vorwurf, die Marina sei weit unter Marktwert verkauft worden.

Tatsächlich stellte sich bei weiteren Recherchen heraus: Statt zwischen 6 und 11 Millionen Euro wurde die Marina für ganze 86.000 Euro verkauft – und zwar über den Umweg eines Geschäftspartners und nach vorheriger Absprache im Stadtwerke-Vorstand. Keine Ausschreibung, keine Marktwertermittlung – sind der Stadt Mainz Millionensummen entgangen? Die Freien Wähler begannen, brisante Fragen zu stellen, die Vorwürfe erhärteten sich – doch die Staatsanwaltschaft Koblenz mochte zunächst keine Anfangsverdacht sehen.

Die Stadtwerke Mainz wiegelten ab, die Mainzer Stadtspitze sah kein Thema – die Mainz&-Leser schon: Gleich unser erster Artikel um Thema interessierte mehr als 3.500 Leser, ebenso viele der Folgeartikel Anfang Juni zum Verkauf weit unter Marktwert. Es war erst der Anfang: Bis heute haben unsere Berichte über die Zollhafen-Geschäfte mehr als 27.000 Klicks erzeugt.

Mainz& exklusiv: Sind Mainz Millionen Euro an Steuergeldern beim Verkauf der Marina im Zollhafen entgangen? – Freie Wähler stellen brisante Fragen

Natürlich gab es noch zahlreiche weitere Themen im zweiten Quartal, spannend fandet Ihr auch unser Portrait über den Mainzer Karikaturisten Klaus Wilinksi, das Abhängen von Mainz vom Bahnverkehr im Mai – und unsere Recherche über die Verteufelungskampagne gegen Alkohol durch eine Abstinenzlerbewegung aus den USA. Auslöser unserer Recherchen war die neue Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), nach der angeblich schon ein Tropfen Alkohol Krebs auslösen kann – Wissenschaftler bezeichnen das mit Blick auf Wein als Unsinn.

Mainz&-Recherchen zeigten: Die DGE hatte ihre Empfehlung eins zu eins von der WHO übernommen, die sie wiederum von einem kanadischen Institut hatte schreiben lassen – und von Mitgliedern der Abstinenzlerbewegung Movimento International. Dabei beruhten die Empfehlungen auf konstruierten Statistiken und ignorierten Hunderte wissenschaftlicher Studien, die eindeutig zeigen: maßvoller Wein(!)konsum ist weiter gesünder als komplette Abstinenz. Alkohol hält die Blutgefäße jung, senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, kann positiv gegen Demenz und Parkinson vorbeugen, wirkt gegen Viren und positiv aufs Nervensystem – die ganze Geschichte lest Ihr hier bei Mainz&.

Info& auf Mainz&: Den ersten Teil unseres Mainz&-Jahresrückblicks 2025 findet Ihr hier auf Mainz&. Teil 3 und 4 lest Ihr morgen.