Die Suche nach einem entspannten Ort für Eltern und Kinder in Stuttgarts Innenstadt hat ein Ende! Ab Januar eröffnet ein Indoor-Spielplatz, der ohne Plastikbällebad auskommt.
Mit seinen Kindern in der Stuttgarter Innenstadt einkaufen zu gehen oder gemütlich etwas essen und trinken zu wollen, kann mitunter schnell stressig und ungemütlich werden. Wer kennt es nicht? Töchtern und Söhnen wird gerne nach einigen Minuten langweilig – und die Beschäftigungsmöglichkeiten sind dann meist begrenzt. Das soll sich nun ändern.
Am 12. Januar soll ein Indoor-Spielplatz mit Elterncafé mitten in der Innenstadt eröffnen – an der Schulstraße 11 bis 17, zwischen Königstraße und Marktplatz. Wer nun gleich abwinkt, weil sich beim Wort Indoor-Spielplatz schon die Nackenhaare aufstellen, wird etwas verpassen. Hier soll ein Ort entstehen, ohne Plastikbälle-Bad, Tiefkühlpizza und Käsfuß-Geruch.
Christian Wilhelm und Andreas Burz wollen an der Schulstraße etwas Besonderes schaffen, etwas Nachhaltiges – etwas, das Kindern, Eltern, Einzelhändlern und der Stadt guttut. „So ein Projekt machst du nicht, um Geld zu verdienen“, betonen beide. Wilhelm und Burz kennen sich seit der 4. Klasse. Sie sind Freunde und haben Kinder fast im gleichen Alter. Als sie im vergangenen Winter gemeinsam mit den Familien unterwegs waren, mussten sie schnell feststellen, dass es schwierig ist, in der Innenstadt eine Location zu finden, in der man gemütlich mit Kindern Zeit verbringen kann.
Im Februar 2024 entstand dann die Idee, einfach selbst einen Platz zu schaffen, der all das bietet, was man sich für seine Kinder und die eigene Entspannung wünscht. Über die städtische Wirtschaftsförderung fand man die Immobilie, am 15. August wurde der Bauantrag eingereicht. So ganz reibungslos ging das Genehmigungsverfahren nicht über die Bühne, aber nun freut sich auch Oberbürgermeister Frank Nopper, dass es klappt: „Es ist großartig, dass dieser Indoor-Spielplatz in eine ganz zentrale Lage der Stuttgarter Innenstadt kommt. Er ist eine Bereicherung und passt ganz hervorragend zu unserem Anspruch als kinder- und familienfreundliche Stadt.“
Thema des Indoorspielplatzes: Wald in der Stadt
Auch Christian Wilhelm und Andreas Burz sind jede Menge Steine vom Herzen gefallen, als es endlich losgehen konnte. Beide Familien sind ins Risiko gegangen. „Alles, was wir haben, steckt hier drin“, betonen die Jugendfreunde. Aber sie glauben fest daran, dass alles funktioniert. Ihre Jobs haben beide auf jeden Fall behalten, und das soll auch so bleiben. Wilhelm ist Jurist bei einem großen Stuttgarter Autobauer. Burz gehört eine Filmproduktion.
Sie leben ihren Traum. Wenn man mit den beiden durch die Räumlichkeiten an der Schulstraße geht, spürt man, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt. Mit Liebe zum Detail ist jeder Winkel gestaltet und verplant. Das Thema: Wald in der Stadt.
An der Murmelbahn wird schon kräftig geprobt. Foto: privat/z
Im Eingangsbereich wird der Check-in in einem Eichhörnchenkobel stattfinden. Danach erstreckt sich auf 500 Quadratmetern der Kleinkindbereich für Mädchen und Buben im Alter bis drei Jahre. Unter anderem wird es ein Tunnelsystem zum Krabbeln geben, eine Murmelbahn, zwei Kreativpilze an deren Stielenden man basteln und malen kann. Es wird die Möglichkeit geben, Stapelsteine auszuprobieren, zu rutschen und auf Waldwegen mit dem Fahrzeug unterwegs zu sein. Die Kinder können sich autark bewegen oder mit den Eltern gemeinsam auf einer Wiese sitzen beziehungsweise den Wald erkunden.
Im Erdgeschoss wird auch das Elterncafé seinen Platz bekommen. Für frisch zubereitetes Essen und Trinken ist dort gesorgt, genauso wie für WLAN, damit auch der Laptop zum Arbeiten ausgepackt werden kann – mit Blick auf die Schulstraße und aktuell noch die Baustelle am Benko-Loch.
Mütter und Väter zahlen keinen Eintritt
Eine Etage darüber warten noch einmal 500 Quadratmeter für Kinder bis etwa neun Jahre. Auch hier geht es um den Wald – mit Spinnennetz, Bärenparadies und einer großen Lichtung, auf der auch Veranstaltungen stattfinden sollen, wie Zaubershows oder Plätzchen-Back-Events. Auf diesem Stockwerk wird eher geklettert und nicht gesprungen.
Und was soll das alles kosten? Wie hoch der Eintritt ab dem Eröffnungstag sein wird, ist abschließend noch nicht ganz geklärt. Aber die Preise sollen auf jeden Fall moderat sein. Und: Erwachsene bezahlen nichts. Sie werden aber auch nur reingelassen, wenn sie ein Kind dabei haben.
Zudem ist geplant, auch in naher Zukunft eine Kinderbetreuung anzubieten. Eine voll ausgebildete Erzieherin und eine pädagogische Fachkraft sollen sich um bis zu zehn Mädchen und Buben kümmern. Aktuell ist man noch auf der Suche nach Personal.