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Eine Krankheitswelle legt ein ganzes Land in Europa lahm. Doch was ist der Grund? Neben Grippe und Erkältung breitet sich ein wenig bekanntes Virus aus.
London – Das Vereinigte Königreich kämpft mit einer außergewöhnlichen Infektionswelle, bei der ein wenig bekanntes Virus für Aufsehen sorgt: das Adenovirus. Trotz alarmierender Meldungen über eine „unbehandelbare Krankheit“ belegen aktuelle Zahlen der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA eine hoffnungsvolle Tendenz.
Humane Adenoviren können Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündungen, Krupp, Bronchitis oder Lungenentzündungen verursachen. © Stocktrek Images/Imago
Die Adenovirus-Infektionen in England gehen in Wirklichkeit zurück. Nach dem amtlichen Kontrollbericht der UKHSA erhöhte sich die Positivrate in Kalenderwoche 51 nur geringfügig auf 1,7 Prozent, nachdem sie zuvor von 1,7 auf 1,2 Prozent gefallen war. Besonders stark betroffen zeigen sich Kleinkinder unter fünf Jahren mit einer Positivrate von 9,9 Prozent.
„Worst-Case-Szenario“ für Großbritannien: Adenoviren mischen bei Krankheitswelle mit
Weshalb bezeichnen Gesundheitsexperten nach Angaben von The Independent die Lage trotzdem als „Worst-Case-Szenario“ für das Vereinigte Königreich? Die Bedenken bezüglich des Adenovirus entwickelten sich angesichts der derzeitigen Gesundheitskrise, da neben gewöhnlichen Erkältungen auch die „Supergrippe“ H3N2 sowie das Adenovirus umgehen. Dieses Virus gilt als „heartier than other viruses“ – widerstandsfähiger als andere Viren.
Adenoviren stellen sehr ansteckende Krankheitserreger dar, die ganzjährig vorkommen, sich jedoch in der kalten Jahreszeit einfacher verbreiten. Sie sind imstande, unterschiedliche Körperregionen anzugreifen: obere und untere Atemwege, Augen, Verdauungstrakt und sogar Nieren, wie MyLondon erläutert.
Unbehandelbare Krankheit? Symptome und Verlauf einer Infektion mit dem Adenovirus
Die Krankheitszeichen gleichen weitgehend denen eines grippalen Infekts oder einer Grippe: Husten, laufende Nase, Fieber, Hals schmerzen und vergrößerte Lymphknoten. Schwerere Krankheitsverläufe können eine Lungenentzündung, Augenbindehautentzündung oder Magen-Darm-Probleme mit Durchfall und Übelkeit einschließen. Infektionen verlaufen normalerweise harmlos und enden nur selten in lebensgefährlichen Lungenentzündungen. Andere Viren, wie das 2025 in Europa aufgetauchte Krim-Kongo-Fieber, sind da deutlich gefährlicher.
Im Gegensatz zu Meldungen über eine „unbehandelbare Krankheit“ existieren durchaus Wege, die Symptome zu mildern. Das Manchester University NHS Foundation Trust stellt fest: „Die Virusinfektion sollte von selbst abklingen, kann jedoch bis zu sechs bis acht Wochen andauern.“
Die Therapie geschieht symptombezogen durch Schonung, genügend Flüssigkeitszufuhr und frei verkäufliche Schmerzmittel. Besonders gefährdet zeigen sich ältere Personen, Kleinkinder und Menschen mit schwachem Immunsystem.
Krankheitswelle legt ganzes Land lahm: Ansteckung über Husten und Niesen
Eine Ansteckung geschieht über Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen, unmittelbaren Kontakt oder verschmutzte Oberflächen. Die UKHSA rät zu erprobten Hygienemaßnahmen: Husten und Niesen in Taschentücher, häufiges Händewaschen und Lüften bei Zusammenkünften in geschlossenen Räumen.
Währenddessen sorgt gegenwärtig auch eine neue Norovirus-Variante für Aufmerksamkeit. Experten befürchten, eine „große Saison“ könnte anstehen. (Quellen: UKHSA, The Independent, MyLondon) (moe)