Die Dresdner Eislöwen wurden in der DEL gewogen – und für zu leicht befunden. Der Aufsteiger musste sich auch im Kellerduell bei den Löwen Frankfurt 0:3 geschlagen geben. Das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt dürfte damit endgültig erloschen sein.
Der Rückstand auf das rettende Ufer ist auf fette 13 Punkte angewachsen – und das bei einem Spiel mehr. So ehrlich sollte man in und um Dresden sein: Um das noch aufzuholen, bräuchte es nicht nur ein Eishockey-Wunder.
Die Ausgangslage war klar: Nur ein Sieg hätte die Mini-Chance auf die Rettung am Leben gehalten. „Für uns ist es ein Playoff-Spiel“, meinte Coach Gerry Fleming vor der Partie. Doch schnell war klar, dass der Gegner einfach besser und abgezockter ist.
Die Dresdner Eislöwen von Beginn an in die Defensive gedrängt, kommen kaum aus dem eigenen Drittel raus. Der unbedingte Wille fehlt. Frankfurts Powerplay-Führung durch Glover fast folgerichtig. Im zweiten Abschnitt kommen die Dresdner zwar besser ins Spiel, können ihre Chancen aber nicht nutzen. Ganz anders die Hessen, die mit zwei weiteren Treffern durch Rowney und Joyaux für klare Verhältnisse sorgen.
Zwar gibt sich Kapitän Travis Turnbull immer noch kämpferisch, sagt: „Es ist noch genug Zeit. Wir müssen den Puck vors gegnerische Tor bringen.“ Aber am Ende sind es Durchhalte-Parolen. Im Schlussdrittel ist das Kellerduell ausgeglichen, aber die Gastgeber bringen den Sieg locker über die Zeit. Dresdens Co-Trainer Craig Streu bei Magenta Sport: „Frankfurt war für dieses Spiel mehr bereit.“ Das sagt alles.

Frankfurt jubelt – Dresden trauert. Die letzte Chance auf den DEL-Klassenerhalt ist für den Aufsteiger dahin
Foto: IMAGO/Beautiful Sports
Was aus Dresdner Sicht bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass die Qualität für Deutschlands höchste Eishockey-Liga einfach nicht reicht. Und dass ab jetzt die Abschieds-Tour aus der DEL startet. Die hat durchaus noch einige Highlights parat.
Schon am Freitag macht sich ein Sonderzug mit über 600 Fans auf den Weg nach Mannheim. Und am 10. Januar steigt vor über 32.000 Zuschauern im ausverkauften Harbig-Stadion das Winter Game gegen die Eisbären Berlin. Das alles gilt es aufzusaugen und mitzunehmen. Denn in der kommenden Saison heißen die Gegner wieder Crimmitschau, Weißwasser und Co. Derbys, die durchaus auch ihre Reize haben.
Sonderzug & Winter Game
Für die Verantwortlichen der Eislöwen bedeutet das: Ab jetzt kann und muss für die DEL 2 geplant werden. So bitter es ist, hat die Situation auch einen Vorteil: sehr frühe Planungssicherheit. Um ein Team auf die Beine zu stellen, das im Unterhaus zumindest konkurrenzfähig ist. Dass das kein Selbstläufer wird, sieht man an Teams wie Bietigheim oder aktuell der Düsseldorfer EG.
Und eine klitzekleine Hintertür bleibt ja noch: Sollte ein Team Zweitliga-Meister werden, das keine DEL-Lizenz beantragt hat, wäre der Klassenerhalt quasi am „Grünen Tisch“ noch möglich. Das wären allerdings neben Regensburg und Bietigheim ausgerechnet die sächsischen Konkurrenten aus Crimmitschau und Weißwasser…