Nürnberg. (RK) Es hätte nicht viel gefehlt und die Mannheimer Adler hätten in der Eishalle am Nürnberger Valznerweiher ein Silvestergeschenk verteilt. Beim 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung ließ der Favorit wie schon zwei Tage zuvor in Augsburg gegen die limitierten Franken einen Zähler liegen.
Bei den Adlern gab es eine Veränderung im Spieltagskader. Anstelle des nach drei Fünf-Minuten-Strafen für eine Partie gesperrten Dan Renouf rückte Hayden Shaw neben Nick Mattinen in die Verteidigung. Entgegen anderslautenden Meldungen war Marc Michaelis spielfähig, der am Sonntag nach einem Zusammenprall mit einem Schiedsrichter mit einer Gesichtsverletzung kurz vor Spielende in die Kabine ging.
Als 13. Stürmer stand der erst am Vortag von den Löwen Frankfurt verpflichtete Kevin Bicker auf dem Spielberichtsformular. Der 20-Jährige gab sein Debüt im blau-weiß-roten Trikot somit in der Halle, in der er als Schüler die ersten Schritte auf dem Eis wagte. „Entscheidend wird sein, von Beginn an hart zu spielen, Druck auszuüben und viel Zeit in der gegnerischen Zone zu verbringen“, hoffte Kristian Reichel, nicht wieder den Start zu verschlafen.
Der Deutsch-Tscheche hielt Wort und brachte sein Team in der fünften Minute in Führung, als er nach einem von einem Gegenspieler abgeprallten Gawanke-Schuss zur Stelle war. Ungeachtet der Führung nahmen die Adler im ersten Drittel bereits drei Strafzeiten, unmotiviert (Stockschlag in der Angriffszone) dabei die zwei Minuten von Kris Bennett bereits nach 14 Sekunden.
Bis zum Ende des zweiten Drittels hatten die Überzahlformationen auf beiden Seiten ihr Visier noch nicht eingestellt. Fünfmal konnten die Franken im Powerplay ran, viermal die Mannheimer, die mit rund 35 Prozent immer noch die statistisch erfolgreichste Mannschaft im numerischen Vorteil stellen.
Nachdem Michaelis nach Zuspiel von Schütz bei einer Zwei-gegen-Eins-Situation am Pfosten der langen Ecke an Fitzpatrick scheiterte (27.), bestraften die Ice Tigers dies mit dem 1:1. Evan Barratt, der Topscorer des Tabellen-Neunten, überwand aus der Distanz Franzreb mit einem „Flatterschuss“, wobei Bennett in der Schussbahn stand und dem Torwart die Sicht erschwerte.
Obwohl die Blau-Weiß-Roten im letzten Abschnitt optisch Vorteile hatten, mussten sie froh sein, mit einem 2:2 in die Verlängerung zu kommen. Weil sich trotz teils drückender Überlegenheit Schütz im eigenen Drittel ohne Bedrängnis einen dicken „Bolzen“ leistete und Dove-McFalls (46.) zur Nürnberger Führung geradezu einlud.
Nach einer guten Kombination über Greco und Solow erzielte der aufgerückte Verteidiger Luks Kälble den Ausgleich. Die drei Punkte vor Ablauf der 60 Minuten ließ Esposito liegen, der aus bester Position übers Tor schoss. In der Verlängerung kassierten die Gastgeber nach einer Attacke an Reichel früh eine Strafzeit, die Luke Esposito unter Mithilfe von Nürnbergs Maier (Eigentor) zum 2:3 und dem Zusatzpunkt ausnutzte.
Das neue Jahr beginnt für die Mannschaft von Dallas Eakins am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Dresdner Eislöwen. Der Aufsteiger ziert seit der jüngsten Niederlage in Frankfurt das Tabellenende, erfährt am 2. Januar in der SAP Arena aber die Unterstützung von vielen Anhängern, die mit einem Sonderzug anreisen.
Nürnberg Ice Tigers – Adler Mannheim 2:3 n. V. (0:1, 1:0, 1:1, 0:1)
Tore: 0:1 Reichel (5.), 1:1 Barratt (29.), 2:1 Dove-McFalls (46.), 2:2 Kälble (52.), 2:3 Esposito (63.)
Schiedsrichter: Schrader (Bochum), Steingross (Berlin)
Strafminuten: 10/10
Zuschauer: 7672 (ausverkauft)