Selbst von den Höhen der Stadt kann man sich an diesem vertrauten Anblick im winterlichen Herzen Stuttgarts erfreuen: Das Riesenrad im Ehrenhof des Neuen Schlosses ist in fünf Jahren vor Weihnachten zum Teil eines festlich illuminierten Stadtbilds geworden.
Diesmal müssen Gäste an Silvester allerdings früher Abschied nehmen als noch vor einem Jahr. Bereits um 17 Uhr schließt das Sky Lounge Wheel am 31. Dezember. Beim Jahreswechsel 2024/2025 durfte es sich bis 23 Uhr drehen.
Sicherheitsmaßnahmen: Schlossplatz an Silvester gesperrt
Grund für die vorgezogene Schließung sind Sicherheitsmaßnahmen. Der gesamte Schlossplatz wird an Silvester abends abgesperrt – denn eine zentrale Silvesterparty gibt es diesmal nicht. Angesichts der angespannten Haushaltslage stellte die Stadt kein Geld dafür zur Verfügung.
So machen die Riesenradbetreiber von der Familie Bruch aus Düsseldorf zum Jahreswechsel notgedrungen früher Feierabend. Der Preis für eine Fahrt ist seit Beginn übrigens unverändert geblieben: Acht Euro zahlen Erwachsene. Trotz gestiegener Kosten habe man sich bewusst gegen eine Erhöhung entschieden, sagt die Chefin Wiebke Bruch. Wie viele Besucher in diesem Jahr mitgefahren sind, bleibt allerdings ihr Geheimnis. „Die Zahlen erfährt nur der Finanzminister“, sagt die Schaustellerin. Zufrieden sei man aber – „wie jedes Jahr“.
Werden die Karten für das Riesenrad auf dem Schlossplatz künftig neu gemischt?
So zufrieden sogar, dass sich die Familie auch im kommenden Jahr wieder um den Standort auf dem Schlossplatz bewerben will. Bei allen fünf bisherigen Ausschreibungen lagen die Bruchs vorne. Ob das so bleibt, ist offen. Die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart bekommt eine neue Geschäftsführung, und damit könnten sich die Karten neu mischen. „Es ist unser Berufsrisiko, dass wir uns jedes Jahr aufs Neue bewerben müssen“, sagt Wiebke Bruch. Sicher sei bisher nur die Teilnahme am Frühlingsfest 2026 auf dem Wasen. Ob das auch für das Volksfest im Herbst gilt, stehe noch nicht fest
Es gibt viele Perspektiven auf das Riesenrad. Foto: Wilhelm Mierendorf
Seit etwa 175 Jahren ist die Familie Bruch auf den Festplätzen Europas unterwegs. Oscar Bruch, der Vater von Wiebke Bruch, saß schon als kleiner Junge auf Jahrmärkten im Kartenhäuschen. „Noch bevor ich zur Schule ging, konnte ich auf fünf D-Mark herausgeben“, erinnert er sich. Mit 30 Jahren kaufte Bruch gemeinsam mit seinem Onkel das erste eigene Riesenrad. Fünf Millionen D-Mark zahlten die beiden damals für das „Bellevue“, das bis heute im Einsatz ist.
Hightech-Gigant: Riesenrad in Stuttgart beeindruckt mit Größe
Das Riesenrad, das derzeit auf dem Schlossplatz steht und sich noch bis zum 6. Januar dreht, wurde zur Expo 2000 in Hannover als leuchtender Hightech-Gigant gebaut. Mit 58 Metern Höhe und einem Gesamtgewicht von 400 Tonnen ist es das größte und schwerste Mitglied der Bruchschen Riesenrad-Familie. Noch bis zum 6. Januar dreht sich das Sky Lounge Wheel im Zentrum der Stadt.
Auf ein Angebot müssen Besucher in diesem Jahr verzichten: Eine Weinprobe im Riesenrad wird es diesmal nicht geben. Aus „Personalgründen“ habe man sich entschieden, dieses Format auszusetzen.