Andreas Stolz freut sich über erfolgreiche Nachwuchssportler – der PSV-Vorsitzende hat aber auch Sorgen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Sparkurs der Stadt treffe Vereine hart, sagt Andreas Stolz vom Polizeisportverein Stuttgart. Bei einer Fahrt im Riesenrad auf dem Schlossplatz blickt er mit uns auf 2026.
Man kann schon nachdenklich werden, wenn man auf dem Schlossplatz das Riesenrad vorm Nachthimmel leuchtend aufragen sieht: Wieder dreht es seine Runden. Wieder ist der Jahreskreislauf abgeschlossen, hat die Erde die Sonne einmal umrundet. Von oben hat man eine herrliche Aussicht – taugt diese Perspektive auch für einen Rückblick und einen Ausblick? Wir drehen „Eine Runde über Stuttgart“ – und solange das Riesenrad sich dreht, erfahren wir, was Andreas Stolz bewegt.
Der PSV ist zwar 1929 von Polizisten gegründet worden, steht aber längst allen offen. Mit 1200 Mitgliedern ist er einer der mittelgroßen Sportvereine in der Landeshauptstadt. Zwölf Abteilungen gibt es, man ist sportliches Zuhause für Jedermann vom Kind bis zum Senior. Und das durchaus erfolgreich. „Wir haben viele Jugendliche, die in der deutschen Spitze mitmischen. Vor allem unsere Fechtabteilung ist sehr erfolgreich, war auf Wettkämpfen in Frankreich, Slowenien oder China“, erzählt Stolz. Auch die Wasserballabteilung gilt als Aushängeschild.
Doch dieses Licht bringt auch Schatten mit sich. Denn so wie alle Sportvereine und viele andere Institutionen in Stuttgart macht man sich beim PSV große Sorgen wegen des Sparkurses der Stadt. Und so fällt der Ausblick ins Jahr 2026 zwiegespalten aus.
Sportlicher Erfolg, hohe finanzielle Belastung
Auf der einen Seite ist da die Freude über die Erfolge. „Wir haben derzeit einige Sportlerinnen und Sportler im Fechten, Wasserball oder der Leichtathletik, die in Baden-Württemberg und Deutschland auch im neuen Jahr eine gute Rolle spielen können“, sagt Stolz. Darauf freue er sich. Außerdem stehen große Ereignisse an: Die Tauchabteilung begeht ihren 50. Geburtstag. Die 160 Mitglieder werden ihn ausgiebig zelebrieren – unter anderem mit einer Clubausfahrt auf die Malediven. 2029 feiert man dann den 100. Geburtstag des Gesamtvereins. Die Planungen hierfür nehmen so langsam Fahrt auf.
Allerdings steht all dies unter ungewissen finanziellen Aussichten. Denn die Stadt muss sparen. Für die Vereine bedeutet das: „Wir müssen mehr bezahlen und bekommen weniger.“ Der PSV mit seinen zwölf Abteilungen nutzt zahlreiche städtische Sportstätten. „Die Mieten dafür werden enorm steigen“, weiß Stolz. Auch die Streichung von Fahrtkostenzuschüssen ist zu befürchten. Stolz hat sich von der Stadt ausrechnen lassen, was das für seinen Verein unterm Strich bedeuten könnte. „Wir müssen im neuen Jahr wohl mehr als 10 000 Euro zusätzlich selbst aufbringen.“
Aus dem Riesenrad auf dem Schlossplatz wagen verschiedene Stuttgarter einen Ausblick aufs neue Jahr. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Ein großes Problem, das viele Vereine umtreibt. „Wir haben Verständnis dafür, dass auch der Sport seinen Beitrag leisten muss“, sagt der Clubvorsitzende, „aber wir können diese Summe nicht stemmen.“ Als eingetragener Verein verfüge man nicht über Rücklagen. Also blieben nur zwei Wege: entweder die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge oder aber eine Einschränkung des Angebots. Beides wäre schmerzhaft. „Wir tun uns noch schwer damit, eine Entscheidung zu treffen“, sagt Stolz.
Was tatsächlich passiert, wird das neue Jahr zeigen. Vielleicht finden sich ja auch noch Sponsoren, die ihr Scherflein beitragen. Damit 2026 weniger ein Jahr der finanziellen Sorgen wird, sondern eines der sportlichen Erfolge.