Strahlender Sonnenschein, ein wolkenloser blauer Himmel und eisige Kälte: Kurz vor Silvester zeigte sich Düsseldorf von seiner schönsten winterlichen Seite. Das freute besonders die zahlreichen Touristen, die ihren Weg zwischen den Jahren in die NRW-Landeshauptstadt gefunden haben. Darunter waren erneut – wie vor Weihnachten – zahlreiche Niederländer. Für sie alle galt: Ein letztes Mal vor Silvester über die Märkte der Innenstadt schlendern, einen Glühwein trinken und die entschleunigte Zeit zwischen den Jahren genießen.
„Der Markt hier ist echt gut organisiert“
Unter den vielen Besuchern waren auch Luca und Samary aus Tilburg in der niederländischen Provinz Nordbrabant. „Mein Freund hat mir zu Weihnachten einen Citytrip geschenkt“, sagt Luca. „Bis gestern waren wir in Limburg, dann ging es weiter hier nach Düsseldorf.“ Für beide Niederländer ist es das erste Mal überhaupt in der NRW-Landeshauptstadt – die sie als „sehr sauber“ wahrnehmen. Übernachtet haben sie im Fährhotel auf dem Rhein, nur einen Katzensprung von den Weihnachtsmärkten der City entfernt. Diese empfinden beide als sehr organisiert, wie sie sagen. „Wir haben zwar in den Niederlanden auch Weihnachtsmärkte, aber das ist nicht vergleichbar“, sagt Samary. „Da fehlen der Zauber und die Atmosphäre.“
Ganz anders sehe es dagegen in Düsseldorf aus. „Der Markt hier ist echt gut organisiert“, sagt Samary. Besonders das Essen steche positiv hervor, etwa die deutschen Bratwürste. „Wir haben eine davon probiert und dann insgesamt fünf gegessen. Danach gab es erst mal einen Glühwein“, sagt der Niederländer lachend. Nur die vielen Landsleute – damit hätten sie dann doch nicht gerechnet. „Wahrscheinlich sind die Verhältnisse gerade umgekehrt“, sagt Luca. „An Feiertagen wie Ostern sieht man viele Deutsche in den Grenzgebieten, in Venlo oder Maastricht.“ Nun sei das eben andersherum, was aber auch daran liegen könnte, dass die Weihnachtsmärkte hierzulande einen guten Ruf hätten. „Wer auf einen guten Weihnachtsmarkt will, muss nach Deutschland“, sagt Luca.
Positives erstes Fazit seitens der Schausteller
Das dürfte besonders die Schausteller freuen, die bereits ein erstes Fazit zogen. Darunter auch Oliver Wilmering, Betreiber des Glühtürmchen zum Olly und Sprecher der Düsseldorfer Schausteller. „Alle sind so weit zufrieden, was auch am guten Wetter in den vergangenen Wochen liegen mag“, sagt Wilmering. Besonders im Vergleich zum vergangenen Dezember, der sehr verregnet war, sei das auffällig. Sein subjektiver Eindruck – viele Auswärtige, davon wiederum viele Niederländer – bestätigte sich am Dienstag. „Da sind wir weit vorne in NRW, wenn nicht sogar deutschlandweit“, sagte er. Das liegt auch an der guten Verzahnung zwischen Schaustellern, der Stadt sowie der städtischen Eventagentur „D.Live“ und der Tourismusagentur „Visit Düsseldorf“. „Man merkt, dass das alles ineinandergreift.“
Bereits jetzt Ideen für das kommende Jahr
Diesen Eindruck kann auch Sarah-Ly Aslan-Lohmann von der Eventagentur Event-Ly bestätigen, die für die Umsetzung des Marktes an der Königsallee („The Winter Village“) gemeinsam mit der Interessensgemeinschaft Königsallee zuständig war. „Das bisherige Feedback ist durchweg positiv“, sagte sie gegenüber unserer Redaktion. Dafür, dass das Winter Village zum ersten Mal überhaupt stattgefunden habe, sei man sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir haben einen deutlichen Anstieg der Frequenz für den Abschnitt an der Kö wahrgenommen“, sagt Aslan-Lohmann. Insbesondere eher ungewöhnliche Stände wie der von „More Nutrion“ oder des Modelabels „Guess“ wären gut angekommen, teils sogar in den Sozialen Medien viral gegangen. Und dennoch: „Nächstes Jahr möchten wir die Aufenthaltsqualität noch weiter verbessern, etwa mit mehr Flächen zum Aufhalten“, sagt sie.
Ebenfalls zufrieden zeigte sich Oscar Bruch, der die Winterwelt und Füchschenalm betreibt. „Der Umsatz ist im Vergleich zum vergangenen Jahr gleich geblieben, besonders durch das sensationell gute Wetter“, sagt Bruch. Besonders die DJ-Auftritte in der Füchschen Alm, immer freitags und samstags, seien gut angekommen und angenommen worden. So gut, dass es in die verlängerung geht: Vor dem Abbau der Alm am 12. Januar kapern die Düsseldorfer Strandpiraten die Alm zum Saisonschluss und spielen am Freitag, 9. Januar, nochmals ein DJ-Set. Danach ist dann aber wirklich Schluss – bis zum nächsten Dezember, wenn der Weihnachtsmarktzauber wieder von Neuem beginnt.