Kiel. Messerstechereien, Razzien, Einbrüche: Die Polizei ist 2025 zu zahlreichen Einsätzen gerufen worden. Eine Übersicht zu den größten und außergewöhnlichsten Kriminalfällen und Blaulichtmeldungen, die in Kiel in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt haben.

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Angriff auf 13-Jährigen: Teenager überlebt Messerstich ins Herz

Anfang Januar überlebt ein 13-Jähriger nur mit Glück einen Messerstich ins Herz. Der Junge ist von einer Gruppe Jugendlicher auf dem Schulhof der Christlichen Schule angegriffen worden. Als die Polizei ihn findet, ist der 13-Jährige stark unterkühlt, nicht ansprechbar und hat keinen Puls mehr. Die Polizei ermittelt sieben Tatverdächtige zwischen 14 und 22 Jahren. Sie sollen aus Rache auf den Jungen eingeschlagen haben, bevor der Messerstich erfolgte. Angeklagt werden zwei mutmaßliche Täter. Im Dezember fällt das Urteil. Der 19-jährige Messerstecher wird wegen versuchten Totschlags zu einer fünfjährigen Jugendstrafe verurteilt. Ein 18-Jähriger muss wegen gefährlicher Körperverletzung für drei Jahre und sechs Monate in Jugendhaft. Er ist nach Ansicht des Gerichts die „treibende Kraft“ bei einer „sinnlosen Racheaktion“.

Tötungsdelikt in der Iltisstraße nach Streit um Handy

Am 28. März stirbt ein 26-Jähriger in der Iltisstraße in Gaarden durch Messerstiche. Seit September läuft am Landgericht ein Prozess gegen zwei 34- und 42-jährige Männer. Die Staatsanwaltschaft Kiel geht davon aus, dass die Angeklagten das Opfer mit Waffen bedrohten und ihm das Handy geraubt haben. Beim Versuch, sie aufzuhalten, soll der 26-Jährige getötet worden sein. Ein Urteil ist noch nicht gefallen.

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Laut Anklage sind die mutmaßlichen Täter in die Wohnung des 26-Jährigen gestürmt. Dort sollen sie ihn mit einer Pistole und Messern bedroht haben. Das spätere Opfer habe die beiden flüchtigen Männer verfolgt. Im Innenhof des Wohnhauses soll der 26-Jährige die beiden Angreifer zunächst gestoppt haben. Doch statt das gestohlene Handy wieder herauszugeben, stechen der 34- und der 42-Jährige laut Anklage mindestens achtmal auf das Opfer ein.

Fünf Männer verletzt: Serie von Messerangriffen in Gaarden

Eine Serie von Messerdelikten hält Gaarden im Mai in Atem. Ende Mai werden innerhalb von zwei Tagen im Umfeld des Vinetaplatzes fünf Männer zwischen 28 und 41 Jahren mit einem Messer angegriffen. Alle fünf Opfer müssen im Krankenhaus behandelt werden. Sie erleiden schwere Verletzungen, zwei von ihnen schweben zeitweise in Lebensgefahr. Die Männer stehen in keiner Verbindung zueinander. Schnell kann die Polizei einen damals 17-jährigen Bulgaren festnehmen.

Der heute 18-Jährige ist von der Staatsanwaltschaft Kiel wegen versuchten Mordes in zwei Fällen sowie einmal wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden. Drei der fünf Angriffe können ihm noch nicht zugeordnet werden. Im Verlauf der Ermittlungen ergab sich ein weiterer Verdacht: Der heute 18-Jährige soll zwischen dem 26. und 27. Mai auch seinen Mitbewohner in der Pickertstraße in Kiel-Gaarden getötet haben. Der Mann starb offenbar durch zahlreiche Messerstiche. An der Schuldfähigkeit des 18-Jährigen bestehen erhebliche Zweifel. Das Landgericht Kiel muss die Anklage der Staatsanwaltschaft noch zulassen.

Fahrerin betrunken: Auto landet im Kleinen Kiel

Ein kurioser Autounfall, der glücklicherweise glimpflich endet: In der Nacht auf den 14. Juli landet eine 20-Jährige mit ihrem VW Jetta im Kleinen Kiel. Die Fahrerin, die keinen gültigen Führerschein hat, und ihre 23-jährige Beifahrerin können sich aus eigener Kraft auf dem im Wasser liegenden Wagen befreien. Die Fahrerin erleidet Schürfwunden, ihre Beifahrerin bleibt unverletzt. Beide kommen zur Beobachtung ins Krankenhaus. Ein freiwilliger Atemtest ergibt einen Wert von 1,3 Promille.

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Im Juli muss ein VW Jetta aus dem Kleinen Kiel geborgen werden. Die Fahrerin des Autos war laut Polizei bei dem Unfall alkoholisiert und besitzt keine Fahrerlaubnis.

Nach Angaben der 20-Jährigen fuhr sie gegen 2 Uhr vom Exerzierplatz kommend auf der Rathausstraße. In Höhe des Opernhauses in Kiel verlor sie die Kontrolle über den Wagen und fuhr geradeaus in den Kleinen Kiel. Am Morgen nach dem Unfall wird der VW Jetta von Einsatzkräften der Feuerwehr und einem Abschleppdienst aus dem Gewässer geborgen.

Viele Einbrüche an der Hörn: Mieter greifen zu Nato-Draht

Anwohner im Neubaugebiet an der Hörn beklagen zahlreiche Einbrüche in Kellerabteile. Die Polizeidirektion Kiel hat in der ersten Jahreshälfte 2025 in den Straßen An der Halle 400, Zur Helling oder Antipper 17 Einbruchdiebstähle aus Kellerräumen registriert. Bewohner berichten, dass die Dunkelziffer deutlich höher sei, da aus Versicherungsgründen nicht alle Einbrüche angezeigt werden würden.

Die Kriminellen brechen entweder die Türen zu Kellerabteilen auf oder klettern über die Türen, da bis zur Decke ausreichend Platz besteht. Als Einbruchschutz haben einige Bewohner Nato-Draht über den Türen angebracht. Die Türen wurden mit verstärkten Sicherheitsschlössern verriegelt.

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Razzia auf der „Scanlark“ – Kiel im Visier der Schattenflotte?

Am 7. September stürmen kurz vor 16 Uhr Polizeieinheiten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein den in der Kieler Schleuse liegenden Frachter „Scanlark”. Über Nacht stellten rund 40 Beamte das Schiff auf den Kopf. Am nächsten Morgen geben die Behörden bekannt, dass es bei den Ermittlungen um Agenten- und Spionageverdacht geht. Die Spuren führen nach Russland.

Einsatzkräfte der Polizei aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein enterten in der Schleuse Holtenau den Frachter "Scanlark". Das Schiff wurde in Kiel festgesetzt.

Die Ermittlungsbehörden werfen der russischsprachigen Besatzung des Frachters vor, mit Drohnen in Deutschland illegal Aufnahmen gemacht zu haben. Konkret geht es um den Verdacht, dass von der „Scanlark” aus eine Drohne über ein Marineschiff gelenkt wurde, um dieses auszukundschaften. Nach vier Wochen im Nordhafen wird Anfang Oktober das Auslaufverbot aufgehoben. Die Ermittlungen laufen dennoch weiter.

Christian B. kommt nach Kiel – und bleibt

Christian B. ist einer der bekanntesten Ex-Häftlinge in ganz Europa – und hält sich in Kiel auf. Nach seiner Entlassung aus der JVA Sehnde (Niedersachsen) am 17. September kam der heute 48-Jährige zunächst in Neumünster unter, musste die Stadt nach nur zehn Tagen aus Sicherheitsgründen verlassen. Zu groß waren die Proteste und das Medienaufkommen von Boulevardjournalisten aus Großbritannien, die den Verdächtigen im Falle der verschwundenen Maddie McCann ausfindig machen wollen.

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B., der eine sechsjährige Haftstrafe wegen der Vergewaltigung einer Frau (72) abgesessen hat, und seit seiner Entlassung eine Fußfessel trägt, verschlägt es im Oktober nach Kiel. Zunächst wohnt er in unterschiedlichen Hotels, mittlerweile ist er obdachlos und schläft in einem Zelt. Er steht unter permanenter Polizeiüberwachung. Auch in Kiel gab es mehrere Protestaktionen. Die Angst vor dem verurteilten Sexualstraftäter ist groß. Christian B. gilt als rückfallgefährdet. Die Polizei reagierte mit Schreiben an Schulen und Eltern.

KN