– Rasanter hätte das Eishockey-Jahr kaum zu Ende gehen können. Ein Tag vor Silvester boten die Nürnberg Ice Tigers und die Adler Mannheim in der ausverkauften PSD Bank Arena ein Feuerwerk – mit dem glücklichen Ende für die Spitzenmannschaft.
Das Jahr hatte mit Überstunden in Augsburg angefangen – und einer Niederlage im Penalty-Schießen. Es folgte ein 2:5 gegen Berlin und, viel schlimmer, ein 2:6 in Iserlohn. Es wurde besser, im Viertelfinale gegen Ingolstadt sogar richtig gut. Nach dem knappen Aus war der Sommer viel zu lang und die Vorfreude groß, ehe im Herbst bei Mannschaftsarzt Dr. Thomas Hirn mehr Spieler im Wartezimmer saßen als in der Kabine. An diesem Dienstag ging es für die Nürnberg Ice Tigers nun darum, dieses letztlich schöne Eishockey-Jahr bestmöglich abzuschließen – und der Gast bei dieser vorgezogenen Silvesterparty hätte passender nicht sein können.
Gegen die Adler Mannheim, seit beinahe 30 Jahren in Nürnberg von Fans aus Gründen, die vor allem in der ungleichen Bilanz zu finden sind, verachtet, sollte 2025 nicht so zu Ende gehen, wie es begonnen hatte. Nach dem bitteren 2:3 gegen Straubing und dem ernüchternden Auftritt in Berlin sollte eine dritte Niederlage in Folge unbedingt verhindert werden. Mit dem 2:3 (0:1, 1:0, 1:1, 0:0) gelang das – nicht ganz.
Krankheitswelle rollt weiter durch die Kabine der Nürnberg Ice Tigers
Die Krankheitswelle hatte zuvor auch Josef Eham und Charlie Gerard erfasst. Timo Bakos war noch nicht wieder fit, mit Will Graber und Tyler Spezia kamen die Ice Tigers immerhin auf elf Stürmer. Evan Fitzpatrick stand im Wechselspiel mit Niklas Treutle im Tor. So begann ein außergewöhnliches Eishockeyspiel. Noch am Freitag hatte Mitch O‘Keefe subtil kritisiert, dass sein Team eher selten von den Pfiffen der Schiedsrichter profitieren. André Schrader und Bastian Steingroß hatten aber offenbar verstanden. In der 23. Minute bekamen die Ice Tigers bereits das vierte Power-Play zugesprochen. Das Problem: Trotz ordentlicher Ansätze konnten sie keines davon nutzen.
Im zweiten Spielabschnitt arbeiteten die Schiedsrichter daran, die Strafen auszugleichen. Aber so aggressiv die Adler in Unterzahl verteidigten, so behäbig agierten sie in Überzahl. Und so ging diese kurzweilige Partie nach Treffern von Kristian Reichel (per Nachschuss/5. Minute) und Evan Barratt (wie in Berlin per Schlenzer von der blauen Linie/29.) mit einem 1:1 ins Schlussdrittel.
Mit dem 2:1 explodiert die ausverkaufte PSD Bank Arena
Da dauerte es fünf Minuten und 35 Sekunden, bis Thomas Heigl einen verirrten Puck an der blauen Linie abfing, Samuel Dove-McFalls den starken Nationaltorhüter Maximilian Franzreb im zweiten Versuch überwand (46.) und die ausverkaufte Arena akustisch ihr volles Potenzial entfaltete. Das 2:1 war nur der Auftakt zu einer spektakulären Schlussphase. Eugen Alanov scheiterte an Franzreb, Reichel nicht minder spektakulär am ebenfalls starken Fitzpatrick (49.).
Die Schiedsrichter hatten ihren Arbeitstag derweil beendet, Lukas Kälble nicht. Der Mannheimer Verteidiger schloss einen feinen Konter mit dem 2:2 ab (52.). Wie das erste musste auch das letzte Spiel des Jahres verlängert werden. In der Overtime ignorierte Schrader ein vermeintliches Foul, ahndete dafür einen normalen Check. Dieses Power-Play nutzte Luke Esposito (62.) dann doch. 2026 beginnt am Freitag (19.30 Uhr) in Iserlohn.
Info
Nürnberg: Fitzpatrick; Headrick/Karrer, Haiskanen/Akdag, J. Weber/M. Weber – Barratt/Graber/Murray, Spezia/Dove-McFalls/Heigl, Meireles/Maier/Ustorf, Kechter, Alanov. – Tore: 0:1 Reichel (4:24), 1:1 Barratt (28:54), 2:1 Dove-McFalls (45:35), 2:2 Kälble (51:53), 2:3 Esposito (61:40). – Schiedsrichter: Schrader/Steingroß. – Zuschauer: 7672 (ausverkauft). – Strafminuten: 8 – 10.