TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Diese Teleskope schweben in der Dunkelheit des Weltraums – und zeigen uns mit ihren Aufnahmen immer wieder aufs Neue, wie riesig und rätselhaft unser Universum ist. Und wie viel wir noch über seinen Ursprung lernen müssen.
Jetzt haben Forscher neue Aufnahmen der Weltraum-Teleskope Hubble, James-Webb und Chandra veröffentlicht, die uns staunen lassen. Sie zeigen wahre All-Wunder!
Galaxie mit Fahrtwind
Der Galaxienhaufen Virgo befindet sich in 60 Millionen Lichtjahren Entfernung – unerreichbar für uns
Foto: ESA/Hubble & NASA, S. Veilleux, J. Wang, J. Greene
Mit enormer Geschwindigkeit schneidet die Spiralgalaxie NGC 4388 durch den Virgo-Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau, rund 60 Mio. Lichtjahre von der Erde entfernt. Mehr als 1000 Galaxien sind dort versammelt. NGC 4388 ist eine davon – und eine der hellsten im gesamten Komplex. Wir sehen sie in dieser seltenen, fast seitlichen Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble.
Auch interessant
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Das aus verschiedenen Daten erstellte Bild enthüllt faszinierende Details. Die Spiralarme erscheinen als leuchtende Bahnen, die sich eng um das Zentrum winden. Überall glimmen blaue und rote Lichtpunkte. Dort ballen sich junge, heiße Sterne, die neu aus Wasserstoff entstehen. Besonders auffällig: ein langer Fortsatz aus Gas – wie ein gigantischer Fahrtwind. Er tritt aus dem Kernbereich von NGC 4388 aus und reicht weit in den intergalaktischen Raum hinaus. Auf der Aufnahme zieht er sich in Richtung der unteren rechten Ecke. Auf früheren Hubble-Bildern war der Schweif nicht zu erkennen. Erst durch die Ergänzung weiterer Wellenlängenbereiche hebt er sich nun vom Hintergrund ab. Zuvor berichtete „Spektrum.de“.
Neue Planeten bilden den „Dracula-Hamburger“
Die Daten von Hubble und James Webb machen dieses spektakuläre Bild möglich
Foto: NASA/ESA
Tausend Lichtjahre von der Erde entfernt ist ein kosmisches Schauspiel zu beobachten. Hubble und Webb haben Bilder einer protoplanetaren Scheibe namens IRAS 23077+6707 eingefangen, wie sie Astronomen noch nie gesehen haben: eine wirbelnde Masse aus Gas und Staub mit einem Durchmesser von fast 640 Milliarden Kilometern. Rund 40-mal größer als unser Sonnensystem.
Was die Forscher ins Staunen versetzt: Statt ruhig und geordnet zu sein, zeigt die Scheibe mit dem Spitznamen „Draculas Chivito“ (Chivito: eine Art Burger aus Uruguay) ein Bild des Chaos.
Lange galt: Protoplanetare Scheiben sind stabile Geburtsstätten von Planeten, in denen sich über Millionen Jahre aus Staub und Gas neue Welten formen. IRAS 23077+6707 stellt diese Vorstellung auf den Kopf: Helle Ströme aus Material schießen senkrecht über die Scheibe hinaus. Noch rätselhafter: Diese Strukturen tauchen nur auf einer Seite der Scheibe auf. Für die Astronomen ein klares Zeichen, dass hier etwas Gewaltiges passiert sein muss. IRAS 23077+6707 könnte ein extremes Abbild dessen sein, wie unser Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren ausgesehen hat.
Farbenprächtiger Galaxien-Crash
In einem gewaltigen Farbenschauspiel verschmelzen die Galaxien
Foto: X-ray: NASA/CXC/SAO
Die beiden Galaxien NGC 2207 und IC 2163 rasen nicht aneinander vorbei – sie krachen frontal zusammen. Eine neue Aufnahme zeigt in seltener Klarheit, wie zwei Spiralgalaxien miteinander verschmelzen. 115 Mio. Lichtjahre von uns entfernt. Das Bild vereint Daten des James-Webb-Weltraumteleskops und des Nasa-Röntgenteleskops Chandra. Entstanden ist ein farbgewaltiges Panorama in Blau, Rot und Silber. Zuvor hatte „euronews“ berichtet.
Die größere Galaxie NGC 2207 dominiert das Bild. Die Kleinere – IC 2163 – schiebt sich über ihren Außenrand. Beide ziehen sich gegenseitig an, ihre Spiralarme werden verdreht und auseinandergezerrt. Dabei werden ganze Ströme aus Sternen und Gas ins All hinausgezogen. Forscher sprechen von einem filigranen „Netz des Chaos“, das sich durch die kollidierenden Galaxien zieht. Die Aufnahme macht sichtbar, wie gewaltig diese Prozesse ablaufen.