1. Drei Länder als gemeinsame Gastgeber
Normalerweise wird die Fußball-Weltmeisterschaft von einem einzigen Land ausgerichtet. Eine modifizierte Ausgabe gab es bisher: 2002 waren Japan und Südkorea, zwei Nationen, die nicht immer ein einfaches Verhältnis miteinander hatten, gemeinsam Gastgeber der WM-Endrunde.
Die Weltmeisterschaft 2026 geht noch einen Schritt weiter: Mit den USA, Kanada und Mexiko richten erstmals drei Staaten zusammen das Turnier aus. Ehemals waren sie eng verbunden, doch seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump sind die politischen Beziehungen der USA zu Kanada und Mexiko angespannt.
2. Mehr Mannschaften, mehr Spiele
Es war eine Herzensangelegenheit von FIFA-Präsident Gianni Infantino, die Weltmeisterschaft von bisher 32 auf 48 Mannschaften aufzustocken. Die „Mammut-WM“ feiert 2026 Premiere. Mehr Mannschaften bedeuten auch mehr Spiele, insgesamt 104 im Vergleich zu 64 bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar.
Nicht immer eitel Sonnenschein: die Präsidenten Mark Carney (Kanada), Claudia Sheinbaum (Mexiko) und Donald Trump (USA) mit FIFA-Chef Infantino (v.r.)Bild: Amber Searls/Imagn Images/IMAGO
Statt acht Vorrundengruppen wird es nun zwölf mit je vier Teams geben. Ein zusätzlicher K.o.-Durchgang – die Runde der besten 32 Mannschaften – wurde ebenfalls eingeführt. Das Finale steigt am 19. Juli in New Jersey, am 39. Tag des Turniers. Damit ist die Endrunde zehn Tage länger als die WM 2022.
3. Neue Teilnehmer
Kritiker fürchten, dass die Aufblähung der WM dazu führen wird, dass die fußballerische Qualität der WM leidet. Auf der anderen Seite haben sich Mannschaften erstmals für die Endrunde qualifizieren können, die es bei einem kleineren Teilnehmerfeld möglicherweise nicht geschafft hätten.
Die Teams aus Kap Verde, Curacao, Jordanien und Usbekistan werden ihr Debüt auf der größten Bühne des Fußballs geben. Von ihnen ist Curacao wohl der größte Außenseiter. Die Insel in der südlichen Karibik hat weniger als 160.000 Einwohner und steht auf Platz 82 der FIFA-Weltrangliste.
Curacao ist am 14. Juni Auftaktgegner der deutschen Nationalmannschaft. Über das Playoff-Turnier im März können sich auch noch andere Neulinge qualifizieren, wie Nordmazedonien, Albanien, Kosovo oder auch die Inselgruppe Neukaledonien im Südpazifik.
4. Längere Reisen
So viel steht fest: Es wird keine WM der kurzen Wege wie noch 2022 in Katar. Am weitesten voneinander entfernt sind die Spielorte Vancouver und Miami – mehr als 4500 Kilometer.
In diesem Stadion im US-Bundesstaat New Jersey wird am 19. Juli das Finale der Fußball-WM 2026 ausgespieltBild: felixtm/Depositphotos/IMAGO
Das DFB-Team wird allein für die Reisen von Houston nach Toronto und New Jersey in der Gruppenphase über 2600 Kilometer zurücklegen müssen. Dabei sind noch nicht die Fahrten zum und vom Mannschaftsquartier berücksichtigt, dessen Standort noch nicht bekannt ist.
5. Obligatorische Trinkpausen
Trinkpausen bei großer Hitze sind im Fußball nicht neu. Doch die FIFA hat angekündigt, dass zu diesem Zweck alle Partien der Weltmeisterschaft 2026 nach 22 gespielten Minuten in jeder Halbzeit unterbrochen werden, unabhängig von den Wetterbedingungen.
Bisher waren die Schiedsrichter aufgerufen, das Spiel jeweils nach 30 Minuten pausieren zu lassen – jedoch nur, wenn das Thermometer höher als auf 31 Grad Celsius stieg. Die hohen Temperaturen während der Klub-Weltmeisterschaft in den USA im vergangenen Sommer führten zu einem Umdenken. Auch bei den Anstoßzeiten sei die zu erwartende Hitze berücksichtigt worden, erklärte die FIFA.
6. Nicht alle Fans willkommen, Spielorte ungewiss
Im vergangenen Juni verhängte US-Präsident Trump gegen zwölf Staaten pauschale Einreiseverbote, darunter Iran und Haiti. Nach derzeitigem Stand werden Fans aus diesen beiden Staaten daher nicht in die USA reisen können, um ihre für die WM qualifizierten Mannschaften zu unterstützen.
Das droht auch den Fußball-Anhängern aus Cote d’Ivoire (ebenfalls Gegner des DFB-Teams in der Vorrunde) und Senegal, nachdem Trump im Dezember für weitere Staaten Reisebeschränkungen erließ.
Die Mannschaften und ihre Betreuer sind davon nicht betroffen. In dem Trump-Erlass vom Juni werden unter anderen „alle Athleten oder Mitglieder einer Sportmannschaft“ ausgenommen, wenn sie „zur Weltmeisterschaft, zu den Olympischen Spielen oder einer anderen vom Außenminister bestimmten großen Sportveranstaltung reisen“.
Ein Fragezeichen steht noch hinter einigen Spielorten in den USA. Trump hat wiederholt damit gedroht, „aus Sicherheitsgründen“ WM-Spiele aus Städten, die von Demokraten geführt werden, an andere Orte zu verlegen. Bei einem Treffen im Weißen Haus im November lehnte Infantino dies nicht grundsätzlich ab. „Sicherheit ist die oberste Priorität für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft“, sagte der FIFA-Chef.
Dieser Artikel wurde aus dem englischen Original „Six ways the 2026 World Cup will be different“ adaptiert.