Standdatum: 30. Dezember 2025.
Ein aufregendes Jahr in Bremen: Senatskrise, falsche Krebsdiagnosen und Werder Bremens Frauen auf Erfolgskurs. Ein Rückblick auf neun Themen, die Bremen und umzu bewegt haben.
Was Bremen, Bremerhaven und das Umland bewegt hat: Die buten-un-binnen-Moderatoren Kirsten Rademacher und Felix Krömer führen durch die wichtigsten Stationen des Jahrs 2025 – in der Straßenbahn und hier zum Nachlesen.
1 Senatskrise
Bewegung in der Bremer Landesregierung: Bildungssenatorin Sascha Aulepp muss gehen, Innensenator Ulrich Mäurer zieht sich aus Altersgründen zurück. Präsentieren wollte der Senat das als Idee aus einem Guss, doch dann kamen Details noch vorher heraus.
Es kommt noch drastischer: Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf (Grüne) gerät in die Kritik wegen der Versetzung ihrer Staatsrätin in den einstweiligen Ruhestand und tritt schließlich zurück. Bald gilt die Aufmerksamkeit auch Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke): Sie versetzte 2023 ebenfalls ihren Staatsrat in den einstweiligen Ruhestand – auch daran gibt es Kritik.
Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen gegen Moosdorf und Vogt wegen des Anfangsverdachts der Untreue auf. Ein Untersuchungsausschuss wird eingesetzt, um die beiden Versetzungsfälle aufzuklären. Ex-Innensenator Ulrich Mäurer glaubt allerdings nicht, dass das die Regierung zu Fall bringen wird: „Ich habe die Erfahrung von x Untersuchungsausschüssen und da muss ich sagen: Dieses Thema ist nicht geeignet, um den Senat ins Wanken zu bringen“, sagt er im Gespräch mit buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer.
Nach Mäurers Abgang war über einen Bruch mit seiner Partei, auch einen Austritt spekuliert worden. Auch da winkt Mäurer ab: Er sei Sozialdemokrat aus Überzeugung geworden und dabei bleibe es auch. „Alles Andere ist Kasperle-Theater“, schließt Mäurer.
2 Falsche Brustkrebs-Befunde
Mehr als 30 Frauen haben nach Fehlern in der Pathologie des Klinikums Bremen-Mitte falsche Brustkrebs-Behandlungen erhalten. Einige Patientinnen erhielten als Folge der falschen Befunde monatelang Therapien, obwohl diese gar nicht notwendig gewesen wären. Die falschen Behandlungen verursachten unter anderem starke Schmerzen, Haarausfall und Nervenschäden. Später fallen Fehler bei Hautkrebs-Befunden von zwei weiteren Patienten auf, deren Gewebeproben in der Pathologie beurteilt wurden.
3 Wasserpest wuchert Werdersee zu
Eine Pflanze vermiest Wassersportlern zumindest teilweise den Sommer: Die sogenannte Wasserpest wuchert über Monate im Werdersee. Weil Badende und Wassersportler sich darin verheddern könnten, wird der Werdersee im Sommer zeitweise für Schwimmer, Ruderer und Kanuten gesperrt.
Mehrmals muss eine Spezialfirma mit einem Amphibienfahrzeug anrücken, das die Wasserpest abmäht. Kosten: Jeweils mehrere zehntausend Euro.
4 Marode Brücken
Die Wilhelm-Kaisen-Brücke, die Bürgermeister-Smidt-Brücke – zwei wichtige Weserquerungen mit viel Verkehr, aber mit Sanierungsbedarf. Gleich mehrere Sperrungen sorgen für Staus und Verkehrsprobleme.
Und vorbei ist es noch nicht: Auch für Januar und März 2026 sind weitere Einschränkungen geplant. Voraussichtlich im Frühjahr sollen die Bauarbeiten an der Wilhelm-Kaisen-Brücke dann abgeschlossen sein.
5 Was Justiz und Polizei beschäftigt hat
Ein ehemaliger Bundeswehr-Soldat muss lebenslang ins Gefängnis: Das Landgericht Verden sah es als erwiesen an, dass der Mann mehrere Menschen aus dem nahen Umfeld seiner Ex-Frau ermordet habe: ihren neuen Partner, dessen Mutter und eine Freundin. Deren Kind war dabei ebenfalls getötet worden. Die Kammer stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.
Der Bundesgerichtshof in Leipzig verwarf die Revision des 34-Jährigen und bestätigte damit das Urteil des Landgerichts Verden von Ende Februar.
Der 21-Jährige Lorenz A. starb Ostersonntag laut Obduktionsergebnis durch drei Kugeln, die ihn in den Rücken trafen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er Reizgas in Richtung von Polizisten versprüht haben und dann „an ihnen vorbei“ gelaufen sein. Im Herbst erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den beschuldigten Polizisten. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette steht wegen einer Serie von Raubüberfällen zwischen 1999 und 2016 vor Gericht. Das Landesjustizministerium ging zu Anfang davon aus, dass das Verfahren gegen die 66-Jährige etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Unter anderem werden mehr als 380 Zeugen und 50 Sachverständige angehört. Nach langer Suche fand man schließlich einen geeigneten Raum für den Mammutprozess in einer Reithalle.
6 Wirtschaft in Bremen
Doch kein grüner Stahl aus Bremen: Der Konzern ArcelorMittal kippt seine Umbaupläne, die das Bremer Stahlwerk zukunftssicher machen sollten. Die Belegschaft bangt um ihre Jobs. Die Rüstungsbranche jedoch boomt: Rheinmetall, Atlas Elektronik und die Lürssen-Werft aus Bremen profitieren. Außerdem investiert der Bund 1,35 Milliarden Euro in die Hafenanlagen in Bremerhaven.
Zum Jahresende treffen sich die größten Player der Weltraumbranche zur ESA-Konferenz in Bremen. Ergebnis unter anderem: Ein Deutscher darf mit zum Mond fliegen und ein Rekordbudget wird auf den Weg gebracht.
7 Vogelgrippe
So viele Tiere mussten deswegen in Niedersachsen noch nie getötet werden, nämlich über eine Million. Mehr als 1.000 Hühner von Bio-Landwirt Holger Nöhrnberg müssen getötet werden, egal, ob sie infiziert sind, oder nicht. „Dass von einem Tag auf den anderen alles weg ist, das war beängstigend.“
Viele Menschen haben gespendet, es habe ihn „sehr gerührt, wie viele Leute auf einmal hinter einem stehen“.
8 Was war in Bremerhaven los?
Für 90 Millionen Euro soll ein Gebäude mit Jugendherberge und Bibliothek in der Innenstadt entstehen – dort, wo das frühere Karstadt-Gebäude steht. Dessen Abriss verzögert sich, weil Schadstoffe im Gebäude gefunden wurden.
Der Tourismus in der Seestadt boomt: Zur Sail kommen innerhalb von fünf Tagen 1,4 Mio Besucher. Aufregung im Zoo am Meer: wegen der Einschläferung eines Schimpansenbabys laufen Ermittlungen gegen zwei Beschäftigte des Zoos. Überprüft wird, ob sie gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben.
Die Stadtkasse ist knapp: Bremen droht mit einem Sparkommissar für Bremerhaven. Nach einigem Hin und Her beschließt der Senat den Haushalt doch – unter hohen Sparauflagen.
Das war 2025 in Bremerhaven los
Sail, Kreuzfahrtschiffe, Haushalt – ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2025 in Bremerhaven.
Quelle: Radio Bremen | Nils Fricke
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