
Bin ich Ornithologe oder was?Bild: AP / Alex Brandon
International
US-Präsident Donald Trump kann Windräder nicht leiden, ist eben Teil seines Kulturkampfs. Dafür mag er das amerikanische Wappentier umso mehr. Blöd nur, dass er nicht weiß, wie das aussieht.

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US-Präsident Donald Trump hat es nicht so mit dem amerikanischen Wappentier. 2015 attackierte ihn ein Weißkopfseeadler, mit dem er für ein Fotoshooting posieren wollte. Nun postete er auf Truth Social einen mit Dramatik gepfefferten Beitrag, in dem er vor Windrädern und ihrer Gefahr für den Vogel warnt.
Diese würden „unsere schönen Weißkopfseeadler töten“. Dem Post fügte er ein Bild hinzu, auf dem ein toter Vogel vor einem Windrad zu sehen ist. Was er als Beweis sah, um seiner Warnung Schlagkraft zu verleihen, entpuppte sich aber als aberwitzige Peinlichkeit.
Trumps kleiner Vogel-Patzer
Erstens war der Vogel ein Falke, zweitens stand das Windrad in Israel und drittens liegt der Tod des Tiers mindestens acht Jahre zurück. Ein Drama in drei Akten, drei besonders kurze, doch geschenkt. Es ist eine große Angriffsfläche, die seine politischen Gegner:innen zu nutzen wissen.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom schnappte sich den Winkel umgehend. „Dozy Don weiß nicht, wie Amerikas Vogel aussieht?“, postete sein Presseteam auf „X“. Dozy spielt dabei auf seine Schläfrigkeit an.
Abseits der Scherze stellt sich die Frage, inwieweit Windkraftanlagen Vögel bedrohen. Dass sie eine Gefahr darstellen können, ist unbestritten. Schwer einschätzbar ist aber, wie sehr.
Letztlich müsste die Zahl der toten Vögel gemeldet werden, um zu erfassen, was genau die Todesursache war, wie eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz gegenüber „BR24“ erklärte.
Die American Bird Conservancy (ABC) geht dennoch davon aus, dass in den USA bis zu einer Million Vögel durch Windräder sterben, schreibt „Daily Beast„. Wie viele davon Weißkopfseeadler sind, lässt sich aber nur schwer sagen.
Pestizid als Adlerkiller
Lange Zeit waren die Weißkopfseeadler in den USA bedroht. Mittlerweile hat sich ihr Bestand erholt. Schuld war damals das Pestizid DDT. Seit dessen Verbot 1972 geht es bergauf für die Greifvögel.
Was Trumps Leidenschaft für die Vögel angeht, ist übrigens so eine Sache. Vergangenen Monat nahm sich Trump vor, den Endangered Species Act, von dem unter anderem der Weißkopfseeadler profitierte, zu schwächen – zugunsten von Ölbohrungen, Waldrodung und Bergbau.