Berlin – Dieser Discounter in der Reinickendorfer Residenzstraße hat aus den vergangenen Silvester-Krawallen gelernt und sich auch in diesem Jahr wieder verbarrikadiert. Seit ein paar Tagen ist die Glasfassade des Penny-Marktes komplett mit Spanplatten eingerüstet.
Jedes Jahr hätte der Betreiber nach Silvester die Scherben von mindestens ein oder zwei kaputten Scheiben zusammenkehren müssen. Teuer! Die Spanplatten seien der effektivste Schutz.
Auch rund um den Leopoldplatz in Berlin-Mitte ist man gegen Silvester-Vandalismus gewappnet. An allen Parkautomaten am Platz prangt derzeit der Hinweis „Außer Betrieb“. Münze rein? Mit Karte zahlen? Fehlanzeige!
Silvesterschutz für Parkscheinautomaten
Im Kampf gegen die Böller-Chaoten hat das Bezirksamt Mitte jetzt die Reißleine gezogen. Auf BILD-Anfrage heißt es: „Seit dem 22. Dezember wurden die Parkscheinautomaten im Bezirk Mitte sukzessive mit einem Silvesterschutz versehen. Dies soll Vandalismus durch Feuerwerkskörper erschweren.“
Laut Bezirk wurden rund um den letzten Jahreswechsel 30 Parkscheinautomaten in Mitte beschädigt. Die Schadenssumme: rund 50.000 Euro. Seit vielen Jahren sichere das Ordnungsamt die Parkscheinautomaten zu Silvester gegen Böller-Vandalismus.

Zum Schutz vor Vandalismus wurden die Kartenschlitze verschlossen
Foto: Wolfgang Stürzbecher
Konkret werden „an allen Automaten die Münzschlitze durch eine Fernschaltung verriegelt und teilweise auch die Einschubkartenleser mit einem gesonderten Schutz versehen.“ Ein flächendeckender Schutz in ganz Mitte sei aus Kostengründen nicht möglich.
Wichtig für Autofahrer: Die Parkraumbewirtschaftung ist nicht aufgehoben. Das Bezirksamt empfiehlt ausdrücklich die Nutzung von Park-Apps. Und wer die nicht hat, muss zur Parkscheibe greifen – die dann erlaubte Parkzeit (30 Min-2h) steht auf Parkschildern.

Die Automaten rund um den Leopoldplatz sind über Silvester außer Betrieb
Foto: Wolfgang Stürzbecher
Der Silvesterschutz bleibt nicht ewig: „Ab dem 1. Januar 2026 wird der Silvesterschutz wieder entfernt“, so der Bezirk.
Kurios: Obwohl die Angst vor Böllern groß ist, wird der Leopoldplatz zum Jahreswechsel keine Böllerverbotszone. Geballert werden darf hier – anders als etwa am Alexanderplatz, an der neuen Verbotszone rund um die Admiralbrücke, im Steinmetzkiez oder auf Teilen der Sonnenallee. Dort gilt ein striktes Verbot für Feuerwerk.
Am Leo bleibt also nur eines sicher: Parken ja – aber bitte mit App oder Scheibe.