Laboe. Es waren turbulente Wochen, die Florence Kurija aus Nambia und ihr Lebenspartner Rolf Strohmeyer aus Laboe zum Ende des Jahres hinter sich bringen mussten. Die 48-jährige Migrantin, angestellt im Pflegestift Laboe (Alloheim), hatte die Voraussetzungen für einen rechtskräftigen Aufenthaltsstatus nicht erfüllen können und sollte deshalb entsprechend der gesetzlichen Vorgaben das Land verlassen. Dies löste eine Welle an Empörung, Mitgefühl und auch Fürsprache auf politischer Ebene aus. Ergebnis: Florence Kurija hat eine Duldung erhalten.

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Seither darf Florence Kurija wieder arbeiten und ist nun langsam wieder in ihrem neuen Alltag angekommen. Die Arbeit, so berichtet die 48-Jährige, sei für sie sehr wichtig. Sie wolle ihren Lebensunterhalt verdienen und liebe ihre Aufgabe als Pflegekraft.

Pflege kommt vom Herzen.

Florence Kurija

Pflegehelferin in Laboe

Deshalb habe es sie überhaupt nicht gestört, dass sie auch während der Weihnachtsfeiertage ihren Dienst zu leisten hatte. So habe sie den Bewohnern des Seniorenstifts in Laboe das Fest ein wenig verschönern können – ganz nach ihrem Motto „Pflege kommt vom Herzen“.

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Duldung von Migrantin: Mit Riesenschritten zum nächsten Sprachkursus

Auch den Jahreswechsel wird die Pflegehelferin bei den Senioren im Pflegeheim verbringen. Doch dann soll es mit Riesenschritten auf den nächsten Sprachkurs zugehen. Ende Januar will Florence Kurija in Kiel einen sogenannten B2-Kursus beginnen.

Angst vor der Prüfung hat sie nicht, wie sie sagt. Denn eines bringe ihre Arbeit im Pflegestift Laboe neben der eigentlichen Aufgabe des Pflegens und Betreuens von Senioren auch mit: Sie lerne im praktischen Alltag die deutsche Sprache.

Duldung zieht auch Arbeitserlaubnis nach sich

Die Duldung, die die Ausländerbehörde des Kreises Plön ausgesprochen hatte, ist zunächst bis 23. Januar 2026 gültig. Damit einher geht auch die Erlaubnis für die Aufnahme einer Beschäftigung.

Diese hat Florence Kurija nur zu gern umgesetzt. Ebenso freut man sich im Pflegestift in Laboe, die „verlässliche, flexible und überaus belastbare Mitarbeiterin“ wieder zur Verfügung zu haben, wie Einrichtungsleiter Reiner Brinkmeier mehrfach betont hatte.

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Migrantin nimmt langen Weg der Ausbildung in Kauf

Brinkmeier hatte auch zugesichert, den aktuellen Arbeitsvertrag bis zum Ausbildungsbeginn am 1. April 2026 zu verlängern, um Florence Kurija so eine nahtlose Ausbildung von der Pflegehelferin, über die Pflegefachassistentin bis hin zur Pflegefachkraft zu ermöglichen. So soll die Voraussetzung für eine rechtmäßige Aufenthaltserlaubnis geschaffen werden.

Dieser „Fahrplan“ war auch mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Sandra Carstensen (CDU) und der Ausländerbehörde des Kreises Plön erarbeitet worden. Dort hatte man Kurija und ihren Lebensgefährten die möglichen „Bleibeperspektiven“, „insbesondere die Anforderungen an die Voraussetzungen für eine Ausbildungsduldung“ erläutert, heißt es in einem Brief von Landrat Björn Demmin.

Der Fall Kurija zog bundesweite Kreise

Carstensen teilte mit, als verantwortliche Berichterstatterin für das Thema „Fachkräfteeinwanderung, Work & Stay Agentur“ im Deutschen Bundestag arbeite sie in Berlin mit Co-Berichterstattern der Koalition und der Bundesagentur für Arbeit „an pragmatischen Lösungen, wie wir die dringend benötigten Fach- und Arbeitskräfte best- und schnellstmöglich in unser Land bekommen können“.

Mit Frau Kurija habe man bereits einen Menschen im Land, der dem Idealbild einer Fachkraft entspreche, wie man sie brauche und sich wünsche. „Solche Menschen dürfen wir nicht gehen lassen, sondern müssen sie dabei unterstützen, die gesetzlich erforderlichen Anforderungen zu erfüllen, um dauerhaft bleiben zu können“, sagte Carstensen. „Der Lösungsweg ist aufgezeichnet.“

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Landrat Demmin berichtete, er rechne mit einer abschließenden Klärung voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2026. Und: „Abschiebende Maßnahmen sind aktuell nicht vorgesehen.“

KN