Publiziert31. Dezember 2025, 15:25
Luxemburg: Warum die Grippe derzeit so viele trifft
Die Grippe-Epidemie breitet sich in Luxemburg aus. L’essentiel hat mit einem Allgemeinmediziner über die aktuelle Lage gesprochen.


Zum Jahresende 2025 zeigt sich der Virus besonders aggressiv.
iStock (Symbolbild)
Husten, Fieber, Erschöpfung: Die Grippe hat Luxemburg fest im Griff. Seit mehreren Wochen steigen die Fallzahlen deutlich. «Es ist schwierig zu sagen, ob der Höhepunkt bereits erreicht ist, aber ich sehe aktuell sehr viele Patientinnen und Patienten mit ausgeprägten Grippesymptomen», berichtet Dr. Sébastien Diederich, Allgemeinmediziner in Schifflingen, im Gespräch mit L’essentiel. Auch in den Notaufnahmen würden die Fallzahlen spürbar ansteigen.
Zum Jahresende 2025 zeigt sich der Virus besonders aggressiv. Zwar ist eine starke Zirkulation der Grippe zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches, doch die Krankheitsverläufe sind bei vielen Betroffenen auffallend heftig. «Ich weiß, wovon ich spreche – ich selbst war zwei Wochen lang krank», so der Arzt. Er warnt insbesondere vor den Risiken für immungeschwächte Menschen und ältere Personen. Jedes Jahr sterben auch in Luxemburg mehrere Dutzend Menschen an Folgeerkrankungen einer Grippe.
Angesichts der hohen Ansteckungsgefahr appelliert der Mediziner an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. «Im Grunde gilt dasselbe wie während der Covid-Pandemie: Wer krank ist, sollte möglichst eine Maske tragen, öffentliche Verkehrsmittel meiden und bei Fieber nicht zur Arbeit gehen», erklärt Dr. Diederich. Am ansteckendsten seien Erkrankte in den drei bis vier Tagen nach Auftreten der ersten Symptome, danach nehme die Infektiosität allmählich ab.
Als Haupttreiber der aktuellen Welle nennt der Arzt weniger die Witterung als vielmehr das Verhalten während der Feiertage. «Entscheidend ist vor allem, dass viele Menschen in dieser Zeit in schlecht gelüfteten Räumen zusammenkommen – das begünstigt die Verbreitung des Virus erheblich.»
Offizielle Zahlen steigen weiter
Die Grippe werde von der Bevölkerung durchaus ernst genommen, beobachtet Dr. Diederich. Viele Betroffene suchten frühzeitig ärztlichen Rat, zudem habe sich ein großer Teil bereits impfen lassen. Die Sensibilisierungskampagnen des Gesundheitsministeriums zeigten Wirkung. Weiterhin «dringend empfohlen» ist die Impfung für Risikopersonen, deren Angehörige sowie für bestimmte Berufsgruppen – darunter medizinisches Personal, Beschäftigte in Pflegeheimen, Kindertagesstätten, Schulen und im öffentlichen Verkehr.
Neu ist in diesem Jahr die Empfehlung, auch Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 17 Jahren zu impfen. Ziel sei es, «die Zahl der Infektionen in dieser Altersgruppe zu senken, Komplikationen zu vermeiden und die Weitergabe des Virus an besonders gefährdete Menschen zu reduzieren». Für diese Altersgruppe ist die Impfung ebenfalls kostenlos.
Laut der jüngsten Übersicht des Gesundheitsministeriums wurden zwischen dem 15. und 21. Dezember 639 Grippefälle gemeldet – ein Anstieg um zwei Prozent gegenüber der Vorwoche. Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen dürfte jedoch deutlich höher liegen, da längst nicht alle Betroffenen getestet werden.
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