In einer dreiteiligen Serie möchten wir zurückblicken auf das Preußen-Jahr 2025, das es in vielerlei Hinsicht in sich hatte. Sportlich gelang Mitte des Jahres der knappe Klassenerhalt nach einem sensationellen Schlussspurt. Zur Winterpause steht der SCP nun auf Platz 12 in der 2. Bundesliga, die beste Platzierung zur Saisonmitte seit 1980. Zudem nahm der Umbau des Preußenstadions Fahrt auf. Die Westkurve ist längst in Benutzung und auch die Ostkurve hat schon deutlich Form angenommen. Im ersten Teil blicken wir auf die Monate Januar bis April.
Januar – Angekommen in der 2. Bundesliga
Das Weihnachtsfest und die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel konnte man als SCP-Fan einigermaßen zufrieden angehen, da die Adlerträger auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwinterten. Grund zur Entspannung bestand allerdings trotzdem nicht, denn die Münsteraner standen nur einen Platz und zwei Punkte vor dem Tabellen-16. aus Ulm. Ärgerlicherweise gelang es unmittelbar vor der Winterpause nicht, den direkten Konkurrenten vor heimischem Publikum zu besiegen (0:0), sodass der Vorsprung nicht vergrößert werden konnte.
Ein erster kleiner Befreiungsschlag gelang dann allerdings direkt nach der Winterpause. Durch einen Last-Minute-Treffer von Joshua Mees wurde der Tabellen-Nachbar aus Fürth mit etwas Glück im eiskalten Preußenstadion bezwungen.
Apropos Preußenstadion: Zum Jahresauftakt 2025 bot unser Stadion noch ein ganz anderes Bild als ein Jahr später. In der altehrwürdigen Fiffi-Gerritzen-Kurve hüpften und sangen sich die Fans warm und das Bild war geprägt von Schals und Fahnen. Auf Block K auf der Gegengeraden fanden sich etwa 770 Fürther im Gästeblock ein und unterstützten ihre Mannschaft auf der weiten Auswärtsreise. Und im Westen? Dort befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei bauliche Anzeichen auf die mittlerweile längst in Benutzung befindliche Tribüne. Stattdessen stand dort lediglich eine Lärmschutzwand, die hinter sich eine karge Sandfläche versteckte.
Zum Monatsende reisten dann etwa 4.500 Preußen-Fans nach Hannover, wo tapfer kämpfende Münsteraner dem Aufstiegsanwärter aus der niedersächsischen Landeshauptstadt in einem intensiven Spiel zumindest einen Punkt abknöpfen konnten. Der Mann des Spiels war der Winter-Neuzugang Florian Pick, der sich allerdings leider nicht nachhaltig durchsetzen konnte. Mittlerweile geht er übrigens höchst erfolgreich für den 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga auf Tore-Jagd.
Spiele:
SCP – Ferencvaros Budapest 0:0 (Testspiel)
SCP – SpVgg Fürth 2:1
Hannover 96 – SCP 2:2
Februar – Viele Spiele, wenig Punkte
Sportlich gesehen hatte der Februar für den SCP viel zu bieten. Gleich fünf Spiele hatten die Adlerträger im kürzesten Monat des Jahres vor der Brust, in denen allerdings nicht so viele Punkte heraussprangen wie erhofft.
Nach drei Niederlagen in Folge in Kaiserslautern, zuhause gegen den Hamburger SV sowie auswärts beim SC Paderborn, kehrte Ernüchterung an der Hammer Straße ein. Der Vorsprung auf die Nicht-Abstiegsplätze war verspielt und der Aufsteiger fand sich mittlerweile auf dem Relegationsplatz wieder. Im wichtigen Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht aus Regensburg gelang es dann aber mit einer überlegenen Vorstellung, diese Serie zu beenden. In einem Spiel, in dem sich besonders Simon Scherder als unermüdlicher Kämpfer und als Torschütze hervorhob, musste sich der SSV mit 0:2 geschlagen geben, sodass die Münsteraner den Relegationsrang wieder verließen. Für die Regensburger bedeutete diese Niederlage hingegen bereits eine gefühlte Vorentscheidung im Abstiegskampf.
Zum Monatsende stand mit dem Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 eines der Saisonhighlights an. Der Gästeblock war mit über 6.000 Münsteranern in Windeseile ausverkauft und so einige Schalker waren überrascht davon, welche Power in dem kleinen Nachbarn aus dem Münsterland steckt. Nach dem Spiel machte sich dennoch eine große Enttäuschung auf Seiten des SCP breit. Die Adlerträger machten ein ordentliches Spiel, doch der Schalker Neuzugang Loris Karius wuchs im Tor über sich hinaus und verhinderte mehrfach auf spektakuläre Weise einen Rückstand für S04. Zu allem Überfluss gelang den Gelsenkirchenern dann kurz vor Schluss noch der Lucky Punch, sodass die Münsteraner mit leeren Händen die durch streikende Verkehrsbetriebe nervenaufreibende Rückfahrt antreten mussten.
Und neben dem Rasen? Dort passierte im Februar eigentlich nicht sonderlich viel. Für erhöhte Aufmerksamkeit sorgte allerdings die erfolgte Umbenennung unserer Heimspielstätte. Die LVM Versicherungen sicherten sich die Namensrechte und tauften das Rund „LVM-Preußenstadion“. Eine Lösung, mit der die meisten Fans gut leben konnten und die keinen großen Aufschrei verursachte. Zudem fand sich der Begriff „Preußenstadion“ nun erstmals offiziell im Stadionnamen wieder, was ebenfalls sehr positiv aufgenommen wurde.
Spiele:
1. FC Kaiserslautern – SCP 2:1
SCP – Hamburger SV 1:2
SC Paderborn 07 – SCP 2:0
SCP – Jahn Regensburg 2:0
FC Schalke 04 – SCP 1:0
März – Der Befreiungsschlag bleibt aus
Nachdem im Vormonat eine große Anzahl an Spielen zu bestreiten war, hielt der März nur drei Pflichtspiele parat. Der Monat begann jedoch mit einer extrem ärgerlichen und unnötigen Niederlage. Der SCP dominierte die Gäste aus Nürnberg weitestgehend, konnte allerdings kein Kapital daraus schlagen. Stattdessen schlug der FCN erneut mit einem späten Siegtreffer zu und gewann somit knapp mit 1:0.
Überraschend war dann jedoch das darauf folgende Auswärtsspiel, als der Aufstiegskandidat und spätere Relegations-Teilnehmer SV Elversberg knapp geschlagen werden konnte. Dies war ein wichtiger Sieg, um den Negativtrend zu stoppen. Anschließend stand vor heimischer Kulisse ein bedeutendes Duell im Abstiegskampf an. Mit einem Sieg gegen den Tabellen-16. aus Braunschweig hätte sich der SCP als Tabellen-15. deutlich vom Relegationsplatz distanzieren können. In einem ereignisarmen Spiel mit Toren nach 8 Sekunden (0:1) sowie nach vier Minuten (1:1) verpassten beide Teams den Dreier, sodass es im Keller weiterhin eng zuging.
Für die Münsteraner Fans war an diesem Tag trotzdem einiges zu sehen, was die Augen eines jeden Preußen strahlen ließ: Nachdem in den Vorwochen die Fundamente für die Westkurve gegossen wurden, begann wenige Tage vor dem Spiel der Hochbau, sodass die ersten Zahnbalken für die Stufen bestaunt werden durften.
Spiele:
SCP – 1. FC Nürnberg 0:1
SV Elversberg – SCP 0:1
VfL Bochum – SCP 4:2 (Testspiel)
SCP – Eintracht Braunschweig 1:1
April – Abstiegsangst beim SCP
Im gesamten April gelang den Adlerträgern kein einziger Sieg, stattdessen standen bei vier Spielen gerade einmal zwei Punkte auf der Habenseite. Zunächst ging das Spiel bei Fortuna Düsseldorf vor 5.500 Preußen-Fans knapp mit 0:1 verloren, woraufhin ein eher ernüchterndes 1:1 gegen den KSC im Preußenstadion folgte. Eine Woche später stand das nächste Auswärtsspiel am Rhein an, als die Preußen bei niemand geringerem als dem dreimaligen Deutschen Meister 1. FC Köln zu Gast waren. Erneut wurde der ausverkaufte Gästeblock von 5.000 Fans bevölkert, doch sportlich war der spätere Aufsteiger für den SCP nicht zu bezwingen. Eine Woche später kamen die Adlerträger zuhause gegen Darmstadt wieder nicht über 1:1 hinaus, sodass die Münsteraner nun erstmals seit der Winterpause und drei Spieltage vor Saisonende auf einen direkten Abstiegsplatz rutschten. Der Abstand auf den garantiert rettenden Platz 15 betrug zu diesem Zeitpunkt bereits ganze fünf Punkte.
Für Furore und gemischte Reaktionen sorgte dann die Pressemitteilung, die der SCP einen Tag später veröffentlichte. Mit sofortiger Wirkung wurde der Rekord-Trainer des SC Preußen, Sascha Hildmann, nach 1.943 Tagen an der Seitenlinie beurlaubt, nachdem er mit dem Verein als einziger Trainer zwei Aufstiege feiern durfte. Das Gleiche galt für seinen Co-Trainer Louis Cordes, der seinen Platz ebenfalls räumen musste. Die Entscheidung wurde hinsichtlich der unbestritten großen Verdienste des Gespanns natürlich heiß diskutiert und ist wohl bis heute Gegenstand von Diskussionen. Eines ist jedoch klar: Der gesamte Verein hat Sascha Hildmann extrem viel zu verdanken und er hat einen großen Anteil an der fantastischen Entwicklung der letzten Jahre. Dementsprechend wird er im Preußenstadion immer herzlich willkommen sein und jeder Fan wird sich bis in alle Zeiten gerne an ihn zurückerinnern.
Kurze Zeit später präsentierten die Preußen auch schon eine Lösung. Ungewöhnlicherweise wurden gleich drei Nachfolger vorgestellt, die mit der großen Aufgabe des Klassenerhalts betraut wurden. Mit Christian Pander, Kieran Schulze Marmeling und Sören Weinfurtner handelte es sich ausschließlich um Personen, die bereits im Umfeld des SCP aktiv waren.
Spiele:
Fortuna Düsseldorf – SCP 1:0
SCP – Karlsruher SC 1:1
1. FC Köln – SCP 3:1
SCP – SV Darmstadt 98 1:1
Weiter geht es mit dem Jahresrückblick in den nächsten Tagen mit den Monaten Mai bis August. In dieser Zeit konnte der SCP mit seinem neuen Trainergespann dank des spektakulären Schlussspurts den Klassenerhalt in Ulm feiern und zudem wurde das letzte Spiel vor der alten Ostkurve ausgetragen. Teil dieses Zeitabschnitts waren außerdem die Winterpause mitsamt einiger Zu- und Abgänge sowie der Saisonauftakt 2025/2026.
Alle zusammen für Preußen Münster!