Ein brennendes Bettlaken, die Spielsucht oder der Versuch, eine alte Schnapsflasche zu verkaufen – im Jahr 2025 gaben verschiedene Neusser einen Einblick in ihr Leben. Das waren die spannendsten Momente im Fernsehen.

Für viel Aufmerksamkeit – besonders unter den Schützen – sorgte das ehemalige Reuschenberger Königspaar Ellen und Reiner Schiffer in der TV-Show „Bares für Rares“ im ZDF. In der Sendung stellen Personen Antiquitäten, Raritäten oder Kuriositäten vor. Nachdem der Wert und die Echtheit von einem Experten eingeschätzt und kommentiert wurde, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, das Stück einem Händlerpodium anzubieten. Im besten Fall schließen sie einen Kauf ab und der Bewerber bekommt Bargeld – also „Bares“. Moderiert wird die Sendung von Horst Lichter. Das Ehepaar Schiffer wollte eine alte Schnapsflasche verkaufen. „Mit einem kühlen Bier habe ich mehr Freude als mit diesem Likör“, sagte der Neusser damals. Es handelte sich um einen Apricot-Likör des Unternehmens Bols – in der Flasche befand sich eine Spieluhr, die eine Tänzerin darstellte. Für 80 Euro konnte das Ehepaar tatsächlich einen Kauf abschließen.

Sie sind aber nicht die einzigen Neusser, die sich in der Show „Bares für Rares“ zeigten. Im Februar verkaufte etwa der Mediziner Herbert Specht – der in Neuss viele Jahre als Arzt für Geburtshilfe und Frauenheilkunde gearbeitet hat – zum Ruhestand ein Bild aus seiner Praxis. Zu sehen war ein riesengroßes Baby, das auf zwei Erwachsene im Miniaturformat hinabsieht. „Einige waren schwer begeistert, andere hat es erschreckt“, erzählte Specht. Für 600 Euro konnte der Neusser das Gemälde verkaufen.

Miriam Siepe legte dagegen einen ungewöhnlichen Auftritt hin. Ursprünglich wollte sie ein Medaillon – ein Geschenk ihrer Großmutter – verkaufen, das sie „altmodisch“ fand. Doch während der Dreharbeiten realisierte sie, wie viel ihr das Schmuckstück bedeutet – und entschied sich gegen den Verkauf. „Wer weiß, vielleicht werden die Töchter oder die Enkelkinder es doch irgendwann gerne tragen“, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihre Entscheidung lobte Moderator Horst Lichter. Meine Liebe, ich bin sehr stolz auf dich“, sagte er.

Für einen emotionalen Auftritt sorgte auch die Influencerin Laura Peuker aus Neuss. Sie war mit ihrem Exfreund Jonny Jaspers in der RTL-Sendung „Prominent getrennt – die Villa der Verflossenen“ zu sehen. In der Show treffen acht ehemalige Liebespaare in einer Villa in Südafrika aufeinander. Sie müssen gemeinsam Challenges meistern, um zu gewinnen. Auch wenn die beiden in den sportlichen Herausforderungen gut abschnitten, sorgten sie in der Villa für viel Aufruhr. Peuker war überzeugt davon, dass ihr Exfreund sie betrogen hatte, er verneinte das vor der Kamera immer wieder. Ein Streit eskalierte schließlich so sehr, dass Peuker das Bett von Jaspers mit einem neuen Laken überzog. „Fremdgeher“ und „Arschloch“ war darauf zu lesen. Als Jaspers das bemerkte, rastete er aus – und warf die Bettwäsche in den Kamin, wo sie verbrannte. In der zehnten Folge mussten die beiden die Sendung verlassen. Begründung: Einige Teilnehmer sagten, sie seien eine zu starke Konkurrenz gewesen. Zu sehen sind die Folgen auf dem Streamingdienst RTL+.

Über seine Spielsucht sprach Christian F. aus Neuss in der Sendung „Armes Deutschland – Stempeln oder Stempeln oder abrackern“ bei RTLZWEI. In dem Format wird die Frage aufgegriffen, ob sich Arbeit in Deutschland lohnt. Dafür begleitet die Produktionsfirma Bürgergeld-Empfänger und Menschen, die arbeiten gehen – und am Rande der Armut leben. Der Neusser war hoch verschuldet – konnte aber dennoch nicht damit aufhören, am Spielautomaten sein Glück zu versuchen. Die Produktionsfirma begleitete ihn ins Lokal Schärpe Eck, wo er sich direkt an den Automaten setzte. „Es ist wie ein Trieb. Eigentlich will ich es nicht machen – aber irgendwie doch“, sagte er.

Als Dauergast im Fernsehen konnte man den Neusser Unternehmer und Landesvorsitzenden der Vereinigung der Familienunternehmer David Zülow bezeichnen. Und seine Meinung war im Januar gefragt, wie Interviews im „Heute Journal“, dem ARD-Morgenmagazin, bei RTL und im Regionalprogramm von Sat1 zeigten, die innerhalb weniger Stunden ausgestrahlt wurden. Er sei da wohl „rumgereicht“ worden, sagte Zülow, Chef des gleichnamigen Elektronik-Spezialisten. Bei den Interviews ging es um die Debatte zu unbezahlten Krankheitstagen. Der Neusser hielt nichts davon, das Thema gesetzlich regeln zu wollen, sondern sah die Gewerkschaften in der Pflicht, die mit den Arbeitgebern ausgehandelten Betriebsvereinbarungen zu ändern.

Die neunjährige Antonia wollte mehr über die Herstellung von Käse erfahren. Sie fragte sich: Wie kommt die Käse-Vielfalt überhaupt zustande? Woher weiß die Milch, welcher Käse sie einmal werden soll? Diese Frage reichte sie in „Die große Maus-Show“ ein, die im Ersten ausgestrahlt wird. Gedreht wurde unter anderem auf dem Hielscher Hof in Leichlingen. Danach war die Neusserin schlauer: „Man braucht Milch, Lab und Bakterienkulturen und das muss man dann ziehen lassen.“