Geschichte erlebbar machen: Das ist das Ziel eines neuen Projekts, das auch in Verl Schulen und Lernorte verbinden soll.

Verl (gl) – Die Fachstelle Bildungsbüro des Kreises Gütersloh hat im Rahmen des Projekts BipaLab.NRW Schulen sowie Kultur- und Bildungspartner zu einem Austausch ins Heimathaus Verl eingeladen. Vorgestellt wurde, wie digitale Plattformen moderne Lernwege eröffnen, Schulen mit regionalen Lernorten vernetzen und Erinnerungskultur für junge Menschen zeitgemäß erfahrbar machen.

Motto: „Erinnerungskultur digital gestalten“

Bereits bestehende Angebote – etwa ein virtueller Rundgang durch die Gedenkstätte Stalag 326 – zeigen laut Mitteilung, wie Schüler historische Orte interaktiv erkunden und regionale Geschichte biografisch erschließen können. Ziel des Projekts sei es, digitale Lernorte auszubauen, innovative Unterrichtsformate zu entwickeln und regionale Bildungsnetzwerke zu stärken. Die Plattform ist bereits online und erste digitale Lernorte stehen Schulen und Partnern zur Verfügung. Sie verstehe sich als digitale Brücke zwischen Schulen und Bildungspartnern und eröffne mit interaktiven Werkzeugen neue, auch kostenfreie, Möglichkeiten des Lehrens und Lernens.

Unter dem Motto „Erinnerungskultur digital gestalten“ kamen jüngst in Verl Vertreter aus Bezirksregierungen, Schulen, Wirtschaft, Politik sowie die Bildungs- und Kooperationspartner des Bildungsbüros zusammen. Gabriele Nitsch (CDU, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Sport, Kultur und Generationen in Verl) betonte die Bedeutung des Projekts für eine lebendige und zukunftsorientierte Erinnerungskultur. Sie würdigte das Engagement aller Beteiligten, hob den Wert gemeinschaftlichen Lernens und der gegenseitigen Wertschätzung hervor und freute sich, dass das Pilotprojekt seinen Weg nach Verl gefunden habe.

Lernen wird nachhaltiger

Projektkoordinatorin Ingrid Weitzel merkte an, wie wichtig es sei, das Potenzial der digitalen Plattform sichtbar zu machen und die Vernetzung weiter auszubauen. Dabei betonte sie die Einbindung und Wertschätzung bestehender Kulturorte und Partner. Gleichzeitig sei die Vorbereitung von Schülern auf digitale Lernprozesse ein wesentlicher Bestandteil des Projekts.

In seinem Impulsvortrag betonte Dr. Markus Köster, dass Bildungspartnerschaften ein zentrales Instrument seien, um außerschulisches Lernen fest im Unterricht zu verankern. „Schulen und ihre Partner planen künftig gemeinsam Lernziele und Aktivitäten – damit wird Lernen nicht nur verlässlicher, sondern auch nachhaltiger“, sagte er. Besonders hob er hervor, dass authentische Lernorte wie das Haus Maasjost, Stalag 326 oder auch Archive neue Perspektiven eröffnen. „Gerade biografische Zugänge und lokale Quellen bieten Jugendlichen einen unmittelbaren und emotional erfahrbaren Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus und zur jüdischen Kultur in Westfalen“, erklärte er. Damit leiste das Projekt einen Beitrag zur Demokratieförderung und zur Sensibilisierung für Menschenrechte.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.