Für Wolfgang Mothes war es keine Frage, dass er am Silvesterlauf in Chemnitz teilnimmt. Dabei hatte der 75-jährige Vogtländer noch nicht mal eine Startnummer. Trotzdem setzte er sich am frühen Morgen in Auerbach ins Auto und los gings – Wintereinbruch hin oder her: „Ich brauche noch einen vierten Wertungslauf in diesem Jahr, damit ich auf meine Punkte komme“, erklärt der drahtige Rentner seine Motivation. „Zum Glück hab ich noch eine Startnummer bekommen von einem, der abgesagt hat.“ So startet Wolfgang heute eben als „Tobias“ seine 3,5-Kilometer-Tour durch den verschneiten Küchwald.
Startplätze frühzeitig ausgebucht
Der Andrang beim diesjährigen Silvesterlauf ist riesig. Für Carsten Jünger vom Triathlon Chemnitz e.V., der den Lauf organisiert, ein Grund zur Freude. „Wir sind vor vier Jahren mit 200 Läufern gestartet und heute sind wir bei 800 Startern und es wollten noch viel mehr kommen. Bei 800 ist aber Ende. Mehr ist organisatorisch nicht zu schaffen.“ Jüngers Team von etwa 30 Freiwilligen hat alle Hände voll zu tun: Startnummern vergeben, Strecke absichern, Verpflegung bereitstellen und das Gewusel rund um Start und Ziel ordnen.
Es wollten noch viel mehr kommen. Bei 800 ist aber Ende. Mehr ist organisatorisch nicht zu schaffen.
Carsten Jünger
Organisator und Chef vom Triathlon Chemnitz e.V.
Mitmachen kann jeder
Gestartet wird in vier Kategorien. Es gibt einen Bambini-Lauf für die Kleinsten, eine 1,5-Kilometer-Strecke, eine 3,5 und eine 9,5-Kilometer-Strecke durch das Wäldchen am Jutta-Müller-Eissportzentrum. „Ob Jung oder alt: Mitmachen kann hier jeder“, sagt Jünger. Auch blinde Läufer mit Begleitern sind am Start. Und es gibt sogar einen sogenannten „Canicross-Lauf“, wo Hunde mitlaufen können.
Niederfrohnaer feiern sportlichen Jahresabschluss
Mit einem Grossaufgebot von über 20 Teilnehmern ist der SV Niederfrohna angereist. Die Laufgruppe hat extra ein kleines Verpflegungswägelchen dabei. „Der Silvesterlauf ist nochmal eine gute Gelegenheit für unseren Jahresabschluss als Verein“, sagt Christin Seifert. Der SV Niederfrohna hat insgesamt 300 Mitglieder, Fußballer, Bogenschützen oder Läufer. Rico Eichler ergänzt: „Wir sammeln heute nochmal Punkte für den Chemnitzer-Lauf-Cup und so ein Ereignis gehört unbedingt dazu. Laufen durch den verschneiten Winterwald ist doch herrlich. Das ist Vereinsleben – und deswegen sind wir hier!“. Die Niederfrohnaer starten, wie es sich gehört, in allen Kategorien.
Das ist Vereinsleben – und deswegen sind wir hier!
Rico Eichler
Mitglied im SV Niederfrohna
Mit Kind und Kegel durch den Winterwald
Friederike Malasse ist mit Freunden und Kindern zum Silvesterlauf gekommen: „Wir finden die Idee toll und sind mit unseren Kindern gekommen. Meine Tochter hat sich die letzten Tage schon riesig auf den Lauf gefreut. Marie liebt es, sich zu bewegen.“ Die Vierjährige hat die 600 Meter Bambini-Strecke ohne Probleme absolviert und dafür auch eine Medaille bekommen.
Auch Wolfgang Mothes ist inzwischen im Ziel angekommen. Die 3,5 Kilometer waren doch anstrengender als er dachte. Denn die verschneite und stellenweise glatte Laufstrecke erforderte volle Konzentration. „Ich freue mich, dass ich es geschafft habe. Die Fahrt nach Chemnitz hat sich gelohnt. Die Stimmung hier ist wunderbar“, sagt der Vogtländer. „Jetzt kann Silvester kommen.“