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Kurz vor Weihnachten landete Hund Müsli wieder im Tierheim – nach zwei Monaten in der Vermittlung. Er leidet sehr. Zuvor wurde der Rüde nämlich wie ein Wanderpokal behandelt.

Bielefeld – „Ein Anruf hat uns wenige Tage vor Weihnachten sehr traurig gemacht und die Stimmung im Hundehaus deutlich gedrückt“, schreibt das Tierheim Bielefeld in einem Facebook-Posting. Es geht um Hund Müsli. Der Langzeitbewohner des Tierheims war nämlich kurzzeitig vermittelt. Doch völlig unverschuldet kam der Vierbeiner wieder zurück in die Obhut der Tierschützer, heißt es in einem Facebook-Posting.

Hund Müsli kam nach der Vermittlung wieder zurück ins Tierheim Bielefeld.Hund Müsli kam nach der Vermittlung wieder zurück ins Tierheim Bielefeld. © Tierheim Bielefeld

„Müsli war ziemlich genau zwei Monate weg! Davor saß er bereits über ein Jahr bei uns und hatte kaum Anfragen“, erklärt Jill Jansen, Bereichsleiterin des Hundehauses, auf Nachfrage von wa.de. Der Husky-Schäferhund-Mix kam – wie viele andere Hunde auch schon – wegen der Nichtbeachtung seiner Besonderheiten zeitnah wieder zurück ins Tierheim.

Auflagen ignoriert: Hund Müsli wieder zurück im Tierheim

„Leider überschätzen sich die Leute oft selbst und ignorieren nach Vermittlung die Auflagen, die wir ihnen mit an die Hand gegeben haben“, so Jansen. Zuvor soll der Rüde in den letzten Jahren immer wieder sein Zuhause verloren haben und viel herumgereicht worden sein. In seinem letzten Zuhause sei es schließlich zu einem Vorfall gekommen, in dem der Vierbeiner keinen Maulkorb trug und jemanden verletzte. Doch dies sei eine Auflage, die vorab kommuniziert wurde, wie der Tierschutzverein erklärt.

Mit seinen Bezugspersonen sei Müsli sehr anhänglich und verschmust. Auch fremden Menschen gegenüber verhalte sich der Mischling freundlich. „Lediglich bei zu energiegeladenen Begrüßungen, neigt er zu Übersprungsverhalten, in Form von um sich Schnappen“, schreiben die Tierschützer. Dadurch, dass der Rüde nie die Sicherheit von einem konstanten Zuhause hatte, kann er nicht alleine bleiben, erklären die Tierschützer. Zudem muss Müsli bei Spaziergängen, im Sozialkontakt mit Hunden und beim Begrüßen fremder Menschen einen Maulkorb tragen. „Diesen trägt er ganz selbstverständlich“, so die Tierschützer.

Hund Müsli muss bei längeren Spaziergängen einen Maulkorb tragen.Hund Müsli muss bei längeren Spaziergängen einen Maulkorb tragen. © Tierheim Bielefeld„Enormer Rückschlag“: Hund Müsli sucht nun sein endgültiges Zuhause

Im Fall von Müsli haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Tierheims noch ein mal einen Appell an alle. „Wir beschreiben unsere Vierbeiner wirklich bestmöglich und klären auf. Jeder, der einen Hund mit ‚Special Effects‘ übernimmt, weiß genau, was auf ihn zukommt und vertraglich wird alles festgehalten“, heißt es in dem Facebook-Posting. „Vor allem für Hunde wie Müsli, die ihr Leben lang als Wanderpokal rumgereicht wurden und nie richtig ankommen durften, ist dies ein enormer Rückschlag. Man merkt ihm deutlich an, dass er verwirrt ist wieder hier zu sein und sehr leidet“.

Müsli braucht Menschen, die für ihn Verantwortung übernehmen, ihn verstehen und ihn zu führen wissen. Wer dem circa sieben oder acht Jahre alten Rüden ein endgültiges Zuhause schenken möchte, kann sich bei den Tierschützern in Bielefeld melden. Das geht telefonisch unter 05205 98430 oder per E-Mail an info@tierheim-bielefeld.de.

Auch andere Tiere landeten kurz vor Weihnachten wieder im Tierheim. So auch Hund Jari. Er hatte endlich ein Zuhause gefunden. Doch eine Trennung zwingt ihn zurück ins Tierheim. Nun sucht der sensible Vierbeiner erneut eine Familie.