Nicht immer geht es beim Jahreswechsel friedlich zu. Aus diesem Grund ist die Polizei im Land schon teilweise vor dem Silvesterabend mit mehr Einsätzen beschäftigt, die Feuerwehr ebenfalls.
So hat die Berliner Polizei schon Stunden vor Mitternacht zahlreiche Menschen festgenommen, vor allem wegen gefährlichen Aktionen mit Böllern und Raketen. Manche Menschen würden Raketen waagerecht durch die Gegend schießen und Böller auf andere werfen, sagte Polizeisprecher Florian Nath der dpa.Die Böllerei und das Geschehen auf den Straßen sei besonders in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding ziemlich heftig. Der Alexanderplatz sei hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der Bereich komplett abgesperrt sei. Auch die anderen drei großen Pyro-Verbotsbereiche in Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg würden sich bewähren.
Insgesamt habe sich der Abend zunächst positiver und weniger problematisch entwickelt als in den vergangenen Jahren, sagte Nath. Bis 21.30 Uhr habe es keine wirklich großen Vorkommnisse oder Gewalttaten gegeben. Einige Polizisten seien leicht verletzt worden. Meistens seien es Knalltraumata von Böllern, die nahe dem Kopf explodiert seien.
Schon vor Silvester hatten die Beamten in drei Wohnungen im Bezirk Neukölln teils illegale Pyrotechnik mit einer Sprengstoffmasse von insgesamt etwa 14 Kilogramm beschlagnahmt. Die Durchsuchung fand bereits am Dienstag statt. Gefunden wurden auch zwei Kugelbomben, wie auf einem Foto zu sehen ist, das die Polizei auf WhatsApp veröffentlichte. Den Angaben zufolge wurden zudem ein Teleskopschlagstock, eine Stahlrute, zwei Messer und Geld in fünfstelliger Höhe sichergestellt, das mutmaßlich durch den Verkauf der Feuerwerkskörper eingenommen wurde.
Auch in einem in Neukölln geparkten Carsharing-Auto hat die Polizei vor Silvester Hunderte illegale Feuerwerkskörper entdeckt, darunter nach ihren Angaben 35 Kugelbomben. Aus dem Wagen soll in den vergangenen Tagen jeweils abends Pyrotechnik verkauft worden sein.
Die Feuerwehr ist am Silvesterabend in Berlin zunächst zu zwei größeren Einsätzen ausgerückt. In Wilmersdorf brannte ein abgestellter Reisebus an der Ecke zwischen Bundesallee und Wilhelmsaue, wie ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Bus gehöre einem privaten Busunternehmen und nicht der BVG. Zwei Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr seien zum Einsatz gekommen, es habe keine Verletzten gegeben.In der Schlangenbader Straße, ebenfalls in Wilmersdorf, brannte ein Balkon im ersten Geschoss eines zehngeschossigen Hauses.
Politik ruft zu friedlichem Jahreswechsel auf
In den Vorjahren kam es in der Silvesternacht in Berlin immer wieder zu Böller-Angriffen auf Polizisten und Sanitäter. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) appellierte vor diesem Hintergrund dringend an alle Berliner, sich friedlich und gewaltfrei zu verhalten. Insgesamt habe die Berliner Polizei bis zum Silvesterabend 220 000 Stück illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Pyrotechnik beschlagnahmt. Die Feuerwehr warnte vor den Brandgefahren durch Feuerwerk. Sie bereitet sich seit Monaten auf diese Nacht vor.
Italien
:Dicke Luft zum neuen Jahr
In der Silvesternacht zeigt sich die Millionenstadt Rom von ihrer schönsten Seite – und ihrer schmutzigsten. Überhaupt spielt Umweltschutz in Italien nicht die größte Rolle, das zeigt auch der Umgang vieler mit dem Müll.
Bei einer Razzia im Havelland hat die Brandenburger Polizei einen Tag vor Silvester mehr als eine Tonne Pyrotechnik sichergestellt. Es handele sich um legale und um erlaubnispflichtige Feuerwerkskörper sowie selbstgebastelte Böller, teilte die Polizeidirektion West mit. Bei letzteren könnte es sich womöglich auch um Kugelbomben handeln.
Im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen wurde mit einem Feuerwerkskörper ein Auto in Brand gesetzt. Der Wagen sei ausgebrannt, teilte die Polizei mit. Unbekannte hatten demnach in der Gemeinde Garrel Feuerwerkskörper gezündet. Einer explodierte unter dem Auto und löste das Feuer aus. Die Feuerwehr löschte den Brand in der Nacht.
Mit lokalen Böllerverbotszonen und starker Polizeipräsenz hat sich Nordrhein-Westfalen für die Silvesternacht gerüstet und hofft auf einen möglichst friedlichen Jahreswechsel. Vor allem in den Städten bereiten sich die Einsatzkräfte auf Großeinsätze vor. Das Polizeiaufgebot ist in diesem Jahr noch einmal aufgestockt worden auf landesweit 7 600 Polizisten.
Durch Feuerwerk sollen in Baden-Württemberg bereits einen Tag vor Silvester mindestens zwei Brände in Esslingen und im Zollernalbkreis verursacht worden sein. In Esslingen habe sich ein Mann am späten Dienstagabend entschieden, einen Böller von seinem Balkon zu schmeißen, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe ein Teil der Fassade gebrannt. Etwa 70 Kilometer weiter habe ein Mann in der Nähe seiner Garage in Rangendingen Feuerwerk gehört, hieß es. Kurz darauf habe das Dach in Flammen gestanden. Die Feuerwehr verhinderte einen drohenden Übergriff des Brandes auf das Wohnhaus. Verletzt wurde bei den Vorfällen niemand.
Auch in Hamburg bereiten sich die Einsatzkräfte auf eine lange Nacht vor. Traditionell stehen der Hafen, das Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn, der Jungfernstieg und in diesem Jahr auch die Hafencity wegen der ZDF-Silvesterfeier im Fokus, teilte die Polizei mit. Die Veranstaltung findet dieses Jahr das erste Mal in Hamburg statt, und nicht in Berlin am Brandenburger Tor. Es werden rund 10 000 Besucher vor einer schwimmenden Bühne vor dem Westfield Einkaufszentrum erwartet, teilte der Fernsehsender mit.
