Putins Neujahrsansprache
Kremlchef spricht bereits von „Sieg“ in der Ukraine
Aktualisiert am 31.12.2025 – 17:29 UhrLesedauer: 4 Min.
Wladimir Putin spricht während einer Aufzeichnung seiner jährlichen, im Fernsehen übertragenen Neujahrsbotschaft am Silvesterabend. (Quelle: Uncredited/Kremlin Press Service/AP/dpa/dpa-bilder)
Kremlchef Wladimir Putin läutete in Russland bereits das neue Jahr ein. In seiner Ansprache fabuliert Russlands Machthaber vom Sieg über die Ukraine.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in seiner Neujahrsbotschaft auch nach fast vier Jahren von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine siegessicher gezeigt. „Ich gratuliere unseren Kämpfern und Kommandeuren zum beginnenden Neuen Jahr! Wir glauben an sie und an unseren Sieg“, sagte Putin laut dem von Staatsmedien veröffentlichten Text der aufgezeichneten Videoansprache, die zuerst auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka im Fernsehen zu sehen war. Dort begann das Jahr 2026 um 13.00 Uhr MEZ.
Die Soldaten, denen die Ukraine Kriegsverbrechen vorwirft, bezeichnete Putin erneut als „Helden“. „Millionen Menschen in ganz Russland – das versichere ich ihnen! – sind in dieser Silvesternacht bei ihnen. Sie denken an sie, fühlen mit ihnen, hoffen auf sie. Wir sind vereint in unserer aufrichtigen, selbstlosen und treuen Liebe zu Russland“, sagte Putin weiter in der Neujahrsansprache. Von den Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Krieges oder der Hoffnung auch vieler Russen auf Frieden war aber keine Rede in der Botschaft.
Das Land werde seine gesetzten Ziele erreichen, „für unser großes Russland!“, sagte Putin in seiner Neujahrsansprache über den krieg in der Ukraine weiter. Seine Neujahrsbotschaft wird wegen der verschiedenen Zeitzonen des flächenmäßig größten Landes der Erde jeweils um Mitternacht in den Regionen ausgestrahlt.
Als letzte gehen die Menschen in Kaliningrad an der Ostsee in Russland ins Jahr 2026 – und zwar um 23 Uhr MEZ. Die festlich geschmückte und schillernde Hauptstadt Moskau feiert um 22 Uhr MEZ.
Die Neujahrsansprache war zugleich der 26. Jahrestag von Putins Übernahme der Macht: Am 31. Dezember 1999 hatte sein Vorgänger Boris Jelzin seinen Rücktritt und die Nominierung von Putin als Übergangspräsident verkündet.
Das Jahr 2026 beginnt zu einem Zeitpunkt, an dem ein diplomatischer Ausweg im Ukraine-Konflikt weiterhin unsicher erscheint. Die Verhandlungen treten auf der Stelle. Vor allem nachdem Russland nach dem Ukraine-Gipfel zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump jüngst der Ukraine einen angeblichen Angriff auf Putins Residenz vorwarf und somit die weiteren Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs ins Stocken brachte. Derweil greift die russische Armee an der Front weiter an und rückt nach jüngsten Einschätzungen der aktuellen Lage im Krieg in der Ukraine weiter langsam, aber stetig vor.
