
AUDIO: Literatur-Vorschau: 26 Buchtipps für 2026 (3 Min)
Stand: 01.01.2026 00:01 Uhr
26 Bücher für 2026: Eine Übersicht auf die nächsten Romane und Bücher, die die NDR Kultur Literaturredaktion empfiehlt.
Neues Jahr – neue Bücher. Da möchte die NDR Kultur Literaturredaktion die 26 Bücher vorstellen, auf die sie sich am meisten freut. 26 Bücher für 2026! Das neue Literaturjahr hat Einiges zu bieten. Los geht es im Januar mit Hochkarätigem: mit der Prix-Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani und dem in Hamburg geborenen Bodo Kirchhoff. Allerdings verlässt dieser gewohntes Terrain und erzählt zum ersten Mal aus Sicht einer Frau. Hier die 26 Tipps in alphabetischer Reihenfolge, auf die sich Maren Ahring, Alexander Solloch, Anna Hartwich, Jürgen Deppe und Joachim Dicks freuen.
Fernando Aramburu: „Fabula“

Der Roman erscheint am 17. April im Rowohlt Verlag.
Kann man von einem Hühnerhof in Südfrankreich aus den Kampf der baskischen ETA fortsetzen? Das zumindest versuchen die beiden Helden. Doch kurz darauf verkündet die ETA das Ende der Gewalt. Asier und Joseba setzen den Kampf auf ihre Weise fort. Doch erst die Begegnung mit einer Frau verleiht ihnen Flügel. Ein dialogreiches, komödiantisches Buch mit donquichotesken Zügen.
Safia Al Bagdadi: „Unser Haus mit Rutsche“

Der Roman erscheint am 17. Februar im Hanser Verlag.
Kann man mit dem Namen Layla Beni Sayed einen deutschen Familienroman schreiben? Eigentlich schon, denn ihr Opa hieß Jean-Gustave Funke. Aber: Laylas Vater stammt aus dem Irak. Er verspricht seiner Familie ständig eine große Zukunft, die nie eintritt. Dann bricht 1991 der Golfkrieg aus, und das Dazwischen, in dem alle leben, wird zum großen Chaos. Ein berührender, täuschend leicht erzählter Roman.
Tobias Bamborschke: „Aus der Ferne wirkt die Hölle wie ein Abenteuer“

Das Buch erscheint am 27. Januar im Verbrecher Verlag.
„Mir ist so gemischt zumute“, bekennt Tobias Bamborschke in seinen neuen Gedichten, und wer könnte sich mit diesem Gefühl nicht identifizieren? Bamborschke, Sänger und Texter der Band „Isolation Berlin“, schreibt schöne Miniaturen der Traurigkeit – und kommt doch zum Schluss: „Mir ist so liebevoll zumute.“
Birgit Birnbacher: „Sie wollen uns erzählen“

Der Roman erscheint am 17. März beim Zsolnay Verlag.
Der bis hierhin letzte Roman der österreichischen Autorin, „Wovon wir leben“ (2023), war aufgrund seiner bittersüßen Lakonie und seines spektakulären Schlusssatzes ein Versprechen auf mehr: In Birnbachers neuem Roman geht es um einen kleinen Jungen, der sich eine – zumindest kleine – Katastrophe wünscht, damit seine Mutter vom dräuenden Brief der Lehrerin abgelenkt wird…
Catalin Dorian Florescu: „Matei entdeckt die Freiheit“

Das Buch erscheint beim Rowohlt Verlag am 13. März.
Matei wächst in den 1930er-Jahren in Bukarest auf, eine kurze Episode der Freiheit. Denn unter der kommunistischen Diktatur verliert er alles, muss in ein Lager im Donaudelta. Viele Jahre später erkennt Matei einen Mann in der Straßenbahn als seinen Peiniger wieder. Kann es Freiheit mit oder ohne Gerechtigkeit geben? Berührendes Zeitdokument in poetischer Sprache.
Tomer Gardi: „Liefern“

Der Klett-Cotta Verlag veröffentlicht das Buch am 14. Februar.
Mehrere Jahre hat der aus Israel stammende in Berlin lebende Schriftsteller Tomer Gardi für dieses Buch recherchiert. Die Geschichten von Essenslieferanten, die immer mehr unser Straßenbild bestimmen, liefern ihm die Folie, anhand derer sich ein kunterbuntes Panoptikum unserer Gegenwartsgesellschaft ausbreitet. Dabei spielen Diskriminierungen ebenso eine Rolle wie Liebe, Freundschaft und das unersättliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit.
Heike Geißler: „Michaela Kohlhaas“

Der Suhrkamp Verlag veröffentlich das Buch am 18. Mai.
Eine Revitalisierung des Kleist-Klassikers für unsere heutige Zeit! Michaela Kohlhaas wird in ohnmächtiger Wut zur Aufsässigen – und muss bald merken: Als Frau geziemt sich das offensichtlich nicht. Neuer, spannender Stoff also von Heike Geißler, der Leipziger Autorin, die mit ihrem fulminanten Roman „Die Woche“ vor drei Jahren so viele Menschen bewegt hat.
Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“

Am 17. Februar erscheint das Buch beim Hanser Verlag.
Seit Jahren ist Norbert Gstrein einer der zuverlässigsten Lieferanten hochklassiger Geschichten: Jetzt erzählt der Österreicher die Geschichte eines Menschenlebens, das im Ersten Weltkrieg beginnt und fast in unsere Epoche reicht. Es geht um die Unmöglichkeit der Liebe im Angesicht des Kriegs.
Volha Hapeyeva: „Wörterbuch einer Nomadin“

Der Droschl Verlag veröffentlicht das Buch am 20. Februar.
Nein, sagt die gebürtige Belarussin Volha Hapeyeva immer, sie sehe sich nicht als Exilantin, sondern als Nomadin – als Mensch, der sich nicht festlegen lässt auf Heimat, Herkunft und Sprache, sondern überall und nirgends zu Hause ist. Jetzt legt sie das „Wörterbuch“ zu ihrer Lebensweise vor. Erwarten darf man funkelnden Witz und berührende Poesie.
Judith Hermann: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Das Buch erscheint beim S. Fischer Verlag: am 25. Februar.
Judith Hermann ist eine Meisterin der kurzen Form. Ihre Kurzgeschichten (z.B. in „Sommerhaus, später“) sorgten Ende der 1990er-Jahre für viel Begeisterung. Auch in ihren Romanen ist ihr Stil knapp und oft lakonisch. Nun widmet sich Judith Hermann einem Kapitel ihrer Familiengeschichte: ihrem Großvater, der im Zweiten Weltkrieg für die SS in Polen stationiert war. Eine Spurensuche mit literarischem Gehalt.
Siri Hustvedt: „Ghosts Stories – Ein Buch der Erinnerung“

Der Rowohlt Verlag veröffentlicht die „Ghost Stories“ am 13. März.
Siri Hustvedt und Paul Auster – das war die ganz große Liebe zwischen zwei Autoren. 43 Jahren waren die beiden zusammen, bis Paul Auster 2024 starb. Auf dem Sterbebett sagte Auster, er wolle ein Geist werden. Und für seine Frau ist er das geworden – sie spürt ihn noch immer in ihrem Alltag. Siri Hustvedt setzt ihre Trauer, aber auch ihre Liebe, in diesem Buch literarisch um. Gänsehaut garantiert!
Viktor Jerofejew: „Die neue Barbarei“

„Die neue Barbarei“ erscheint am 18. März beim Matthes&Seitz Verlag.
Seit drei Jahren lebt der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew nun im Exil, aber der Weg in Putins Russland ist ihm auf unbestimmte Zeit verwehrt. Immer wieder hat er in seinen Romanen den Machthaber und Kriegstreiber kritisiert. Auch in „Die neue Barbarei“ setzt er dieses politische Engagement mit den Mitteln der Literatur fort. Er beschreibt darin eine Reise ins „Himmlische Moskau“, wo nicht nur Pontischik alias Putin auftritt, sondern auch Stalin und Rilke und Puschkin und Tolstoi. Ein Buch, in dem sich lyrische Sprache, Satire und tragikomische Perspektiven miteinander vermischen.
Navid Kermani: „Sommer 24“

„Sommer 24“ erscheint beim Hanser Verlag: am 17. Februar.
Natürlich sind wir gespannt auf den neuesten Roman des Friedenspreisträgers, hat er sich doch in den vergangenen zwei Jahrzehnten als einer der präzisesten Beobachter des Weltgeschehens und sowieso als glänzender Stilist erwiesen. Nun will Kermani am Beispiel eines Sommers das Gefühl einfangen, das zur Zeit so viele umtreibt: das Gefühl, dass die vertraute Welt sich auflöst.
Bodo Kirchhoff: „Nahaufnahme einer Frau, die sich entfernt“

Der dtv veröffentlicht Bodo Kirchhoffs neues Buch am 15. Januar.
Zum ersten Mal wagt sich der Großmeister der Männer-Literatur an die Perspektive einer Frau: Terese, seit über 50 Jahren mit Vigo verheiratet, reist ihrem Mann nach Indien hinterher. Dorthin hat sich der Egoman zurückgezogen, um zu sortieren, was von ihrer Beziehung geblieben ist. Und er beginnt einen Roman aus der Sicht seiner Frau zu schreiben. Das verspricht wieder großes Gefühlsliteratur!
Florian Knöppler: „Mit dem ersten Licht“

Das Buch erscheint beim Pendragon Verlag am 4. März.
Nach den großartigen Gesellschaftsromanen „Kronsnest“ und „Habichtland“ geht das Warten auf die Vollendung von Knöpplers Trilogie über den Aufstieg des Nationalsozialismus in Norddeutschland weiter. Verwunderlich aber wäre, wenn er sich mit seiner schwierigen Liebesgeschichte zwischen dem zutiefst einsamen Arne und der faszinierenden Laura nicht einmal mehr als mitreißender Stilist erweisen würde.
Tine Melzer: „Lotto“

„Lotto“ erscheint beim Jung und Jung Verlag – am 17. März.
Ein solche Figur wie die Protagonistin in Tine Melzers neuem Roman ist leicht vorstellbar. Würden nicht viele von uns sich so verhalten nach einem das Gesicht entstellenden Unfall? Diese Frau jedenfalls zieht sich zurück in ein Call-Center, von wo aus sie täglich ihre Bedürfnisse nach Intimität und Kommunikation stillen kann. Ihre wunderschöne Stimme kommt ihr dabei zugute. Die Menschen öffnen sich ihr. Auch beruflich hat sie großen Erfolg. Aber wird sie ihr Geheimnis für sich behalten können?
Robert Menasse: „Die Lebensentscheidung“

Robert Menasses neues Buch erscheint beim Suhrkamp Verlag am 18. Februar.
Nach seinen großen gewichtige Europa-Romanen hat sich Robert Menasse, der Buchpreisträger von 2017, nun für die kleinere Form entschieden: In seiner Novelle erzählt er von einem Ruheständler, der erfährt, dass er sterbenskrank ist. Nur muss er es irgendwie schaffen, seine uralte Mutter zu überleben. Kann man also die Entscheidung treffen, länger zu leben, als es eigentlich „vorgesehen“ ist?
Matthias Nawrat: „Das glückliche Schicksal“

Der Rowohlt Verlag veröffentlicht Matthias‘ Nawrats Roman am 13. März.
Die junge polnische Psychologin Wanda sucht den im Exil in Venedig lebenden Henryk Mrugalski auf, um ihn zu seinen Forschungen zu befragen. Oder doch eher zu seinem Leben? Zwischen ihnen steht ein Verdacht, und gleichzeitig ist da eine Verbindung, die über das, was sie heute sind, hinausweist. Zwei Generationen auf ihrem Weg durch die Systeme – ein Stück europäische Geschichte, atmosphärisch dicht und packend erzählt.
Yade Yasemin Önder: „Anti Müller“

„Anti Müller“ erscheint beim park x Ullstein Verlag am 26. Februar.
Auf dem Cover – einem der schillerndsten des Frühjahrs – spukt ein Gespenst: „Gespenstergeheimsprache“, so lesen sich Tinderprofile ja oft. Die Protagonistin ist dort Stammgast, der Drang nach einem Mann – vor allem nach einem, der ihr ein Kind schenkt – wird immer heftiger. Allerdings schenken Männer ihr nichts als Katastrophen, weshalb sie einen folgenschweren Entschluss fasst.
Markus Orths: „Die Enthusiasten“

Der Galiani Verlag veröffentlich das Buch am 12. Februar.
Markus Orths, der niederrheinische Vielschreiber, hat sich offenbar verliebt, nein: verknallt in die Literatur – sein neuer Roman ist das vielgestaltige Resultat: eine Explosion des Erzählens, die keine Verrücktheit auszulassen verspricht, und nicht zuletzt eine große Liebeserklärung an Laurence Sterne und dessen Meisterwerk „Tristram Shandy“.
Lukas Rietzschel: „Sanditz“

„Sanditz“ erscheint bei dtv am 12. März.
Wer die gesellschaftlichen Entwicklungen vor allem in Ostdeutschland begreifen will, ist bislang mit Lukas Rietzschels Texten, vor allem seinem Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“, exzellent versorgt worden. Nun erzählt er die Geschichte einer Kleinstadt vom Ende der DDR bis in die Gegenwart.
Lea Singer: „Eine Frage des Formats“

Das Buch erscheint beim Piper Verlag am 27. Februar.
Das Porträt, das der Maler Lucian Freud 2001 von Elizabeth II. malte, gilt noch heute als umstritten. Lea Singer blickt in ihrem Roman durchs fiktive Schlüsselloch: Wie ist es zu dieser ungewöhnlichen Begegnung gekommen? Und worüber haben sich der Enkel Sigmund Freuds und die englische Königin während der langen Malsitzungen unterhalten? Gut recherchiert und höchst unterhaltsam.
Leïla Slimani: „Trag das Feuer weiter“

„Trag das Feuer weiter“ erscheint am 14. Januar beim Luchterhand Verlag.
Der abschließende dritte Teil der großen, autobiographisch grundierten Familiengeschichte der Prix Goncourt-Trägerin: Die Protagonistin, eine erfolgreiche Schriftstellerin aus Paris, reist zurück ins Land ihrer Kindheit, nach Marokko, und lässt sich von Erinnerungen überfluten. Dies könnte eines dieser Bücher sein, von denen man dann ehrfürchtig sagt: „ein Ereignis“.
Dana von Suffrin: „Toxibaby“

„Toxibaby“ erscheint bei Kiepenheuer & Witsch Verlag am 12. März.
Also, erstens schreibt Dana von Suffrin („Otto“, „Nochmal von vorne“) sowieso ziemlich die lustigsten, traurigsten und verrücktesten Texte der deutschen Gegenwartsliteratur; und zweitens kündigt sie ihr neues Buch als den „schlimmsten Liebesroman, den man sich vorstellen kann“ an. Wie soll man da nicht vorfreudig frohlocken?
Junko Takase: „Richtig gutes Essen“

„Richtig gutes Essen“ erscheint beim DuMont Verlag am 10. Februar.
In ihrem Heimatland Japan hat Junko Takase bereits ein großes Publikum überzeugen können. Nun könnte dieser Effekt sich auch in Deutschland einstellen. In ihrem neuen Roman erzählt sie uns von einer Dreiecksgeschichte in einer Bürogemeinschaft. Wie sehr Essen verbindet oder auch trennt und wie Literatur eine Brücke bilden kann, um Menschen miteinander zu verbinden, auch davon handelt dieser Roman. Das Lebensmotto dieser Romanprotagonisten könnte auch lauten: eat, read, sleep.
Hans-Ulrich Treichel: „Das Karussell“

Der Suhrkamp Verlag bringt „Das Karussell“ am 19. Mai heraus.
Endlich wieder ein Roman von Hans-Ulrich Treichel, dem großen Lakoniker und Ironiker der deutschen Gegenwartsliteratur, der so klug und so schön und so witzig schreiben kann wie nur wenige. Ein Karussell in einem Ort in Süditalien bringt auf einmal Schwung in das Leben des siebzigjährigen Ruheständlers, von dem Treichel nun erzählt.

Die Hamburger Schriftstellerin Kristine Bilkau gewann mit „Halbinsel“ nicht nur die Herzen der Kritik, sondern auch den Preis der Leipziger Buchmesse.

Neues gab es unter anderem von Saša Stanišić, Heinz Strunk oder Nina George und vielen weiteren. Ein Blick aufs vergangene Literaturjahr.

Beim Podcast eat.READ.sleep bekommt ihr aktuelle Buchtipps, Interviews mit Büchermenschen, literarische Fun Facts und neu entdeckte Klassiker.

Die Lesungen in chronologischer Reihenfolge.