Washington/Moskau – Das ist eine überraschende Wende im Ukraine-Krieg! US-Präsident Donald Trump schlägt plötzlich deutlichere Töne gegen Kreml-Chef Wladimir Putin (73) an – und widerspricht damit seiner bisherigen, eher verständnisvollen Haltung gegenüber Moskau.

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Nach Berichten aus Russland soll die Ukraine eine Residenz von Wladimir Putin mit Drohnen angegriffen haben. Moskau spricht von einem „terroristischen Angriff“, Kiew weist alles entschieden zurück. Präsident Wolodymyr Selenskyj nennt die Vorwürfe eine „reine Erfindung“ des Kremls.

Trump hatte den angeblichen Angriff zunächst scharf kritisiert. Auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida sagte er, angesichts laufender Gespräche über ein Ende des Krieges sei dies „nicht der richtige Zeitpunkt“. Wörtlich erklärte der US-Präsident:

„Es ist eine Sache, offensiv zu sein, weil sie offensiv sind. Es ist eine andere Sache, sein Haus anzugreifen. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um so etwas zu tun.“

Putin habe ihn persönlich angerufen und informiert, „dass er angegriffen wurde“. Das sei „nicht gut“, so Trump, der betonte, er sei darüber „sehr wütend“.

Doch jetzt folgt die Kehrtwende!

Trump teilte einen Artikel der „New York Post“ und stellte sich damit offenkundig gegen die russische Darstellung. Darin heißt es, Moskau nutze den angeblichen Drohnen-Angriff, um von der eigenen Blockadehaltung bei Friedensgesprächen abzulenken. Die Schlagzeile des Artikels, die Trump zitiert:

„Putin ‘attack’ bluster shows Russia is the one standing in the way of peace.“ Auf Deutsch: Putins Getöse über einen Angriff zeige, dass Russland selbst dem Frieden im Weg stehe.

Ein klares Signal – und ein Bruch mit früheren Aussagen, in denen Trump Putin noch Friedenswillen bescheinigt hatte, obwohl Russland die Ukraine weiterhin massiv mit Drohnen und Raketen angreift, zuletzt auch die Hauptstadt Kiew.

Russland behauptet, 91 ukrainische Drohnen über der Region Nowgorod abgefangen zu haben. Außenminister Sergej Lawrow (75) kündigte „Vergeltungsangriffe“ an. Beweise für Schäden an Putins Residenz gibt es jedoch nicht. Experten verweisen darauf, dass bislang keine nachweisbaren Zerstörungen bekannt seien.

▶︎ US-Beamte für nationale Sicherheit erklärten am Mittwoch, dass die Ukraine bei einem jüngsten Drohnen-Angriff weder Putin noch eine seiner Residenzen ins Visier genommen habe. Diese Schlussfolgerung wird durch eine Bewertung der Central Intelligence Agency (CIA) gestützt, die ergab, dass kein versuchter Anschlag auf Putin stattgefunden habe. Dies teilte ein US-Beamter mit, der über die Geheimdienstinformationen informiert wurde.

Auch Selenskyj bleibt bei seiner Linie: Moskau erfinde den Angriff, um einen Vorwand für neue Attacken zu schaffen – und um die diplomatischen Bemühungen der USA zu sabotieren. Der angebliche Angriff diene allein dazu, Russlands „Weigerung, die notwendigen Schritte zur Beendigung des Kriegs zu unternehmen“, zu rechtfertigen.

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Brisant: Die Anschuldigungen kamen nur einen Tag nach einem Treffen zwischen Selenskyj und Trump in Mar-a-Lago. Trump hatte danach noch von „großen Fortschritten“ gesprochen. Kurz zuvor und danach telefonierte er mehrfach mit Putin. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach von „positiven“ Gesprächen.

Jetzt aber wird klar: Trumps Geduld mit Moskau scheint zu schwinden. Die Botschaft aus Washington ist plötzlich deutlich härter – und richtet sich direkt an den Kreml.