In der Silvesternacht sind in Bielefeld zwei Menschen durch Feuerwerkskörper getötet worden. Die beiden 18-Jährigen hätten an unterschiedlichen Orten selbst gebaute Pyrotechnik gezündet, teilte die Polizei mit. Dabei seien die Männer tödlich im Gesicht verletzt worden. 

Die Unfälle ereigneten sich unabhängig voneinander. Ein Vorfall passierte den Angaben zufolge auf einem Spielplatz. Um welche Pyrotechnik es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. Nach Angaben der Beamten gab es in beiden Fällen zunächst keine Hinweise
auf ein Fremdverschulden. Die Polizei ermittelt.

Mehr als 300 Festnahmen in Berlin

In Berlin hat die Polizei mehr als 300 Menschen wegen Missbrauchs von Feuerwerk vorläufig
festgenommen. Es gehe in den meisten Fällen um Verstöße gegen
Sprengstoffvorschriften, teilte die Polizei mit. Manche Menschen würden Raketen
waagerecht durch die Gegend schießen und Böller auf andere werfen, sagte
Polizeisprecher Florian Nath der Nachrichtenagentur dpa. Etwa 15 Polizisten seien leicht verletzt
worden, viele davon durch Knalltraumata von Böllern, die nahe dem Kopf
explodiert seien.

Die Böllerei und das Geschehen auf den Straßen seien besonders
in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding ziemlich heftig, sagte Nath. In Neukölln in der Hermannstraße und in Moabit hätten Menschen mit
Feuerwerksraketen und Böllern auf Einsatzkräfte geschossen und geworfen. In Spandau sollen Menschen durch die Explosion einer Kugelbombe verletzt
worden sein. 

Der
Alexanderplatz sei hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der
Bereich komplett abgesperrt sei, sagte Nath. Insgesamt habe sich der Abend zunächst positiver und weniger
problematisch entwickelt als in den vergangenen Jahren. 

Einsatzkräfte fanden neue Kugelbomben

Die Berliner Polizei hat bis zum Silvesterabend 220.000
Stück illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Pyrotechnik
beschlagnahmt, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Ein großer Teil davon
gehöre zur Kategorie F4, die nur von Experten mit Ausbildung und Genehmigung
verwendet werden dürfe und für Amateure sehr gefährlich sei.

© Lea Dohle

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Laut Polizei seien unter anderem bei Durchsuchungen von
Autos und einer Wohnung im Stadtgebiet Kugelbomben sichergestellt worden.
Vergangenes Jahr hatte es in der Silvesternacht Ausschreitungen und
schwerwiegende Vorfälle mit Kugelbomben gegeben.

Die Berliner Polizei ist in dieser Silvesternacht mit einem
Großaufgebot von 4.300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz, das sind 3.300 mehr als
in normalen Nächten. Dazu kämen 1.600
Feuerwehrleute, sagte Innensenatorin Spranger. 

Brand in Mehrfamilienhaus

Auch im restlichen Teil Deutschlands waren Polizei und Feuerwehr zum Jahreswechsel in Alarmbereitschaft. In Leipzig kam es in der Silvesternacht zu Zwischenfällen und
Bränden. Nicht nur im für Ausschreitungen bekannten Stadtteil
Connewitz, sondern auch in der Leipziger Innenstadt gab es Feuer, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur dpa. Mülleimer brannten.

Im hessischen Marburg wurde nach Polizeiangaben bereits am Nachmittag ein Mensch bei einem Brand
in einem Mehrfamilienhaus leicht verletzt. Ermittler vermuten, dass Feuerwerkskörper den Brand
ausgelöst haben könnten.

Ein Toter in Rom durch Böllerexplosion

Um ein mögliches Böllerverbot in Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen, nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu
Böllerangriffen auf Polizisten und Rettungskräfte gekommen war. Regelmäßig werden Menschen durch Pyrotechnik verletzt oder getötet. Die Niederlande haben ein solches Verbot bereits im Sommer beschlossen.

Auch anderswo in Europa bereiteten illegale Feuerwerke Probleme. In der italienischen Hauptstadt Rom kam indes trotz eines Böllerverbots in der Silvesternacht ein Mann bei
der Explosion eines Feuerwerkskörpers ums Leben, den er offenbar selbst gezündet hatte. Nach Angaben der Rettungskräfte erlitt der Mann schwerste Verletzungen an Gesicht, Oberkörper und einer Hand. In Rom gilt vom letzten Tag des Jahres bis zum 7. Januar ein Verbot für Feuerwerk
und Silvesterböller.

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