so teilt es das Krankenhaus jetzt mit –
Hintergrund: Rund ein Viertel der Patienten in deutschen Krankenhäusern ist laut den Experten am Bethanien nachgewiesenermaßen mangelernährt. Damit einher gingen steigende Liegezeiten im Krankenhaus, eine zunehmende Komplikationsrate, ein steigendes Sterberisiko, eine gestörte Wundheilung und vor allem eine verminderte Lebensqualität der Betroffenen, heißt es.
Das Nutritional Risk Screening dient demnach der früh- und damit rechtzeitigen Erkennung von Ernährungsstörungen anhand eines Scores und identifiziert das Risiko für eine Mangelernährung bei Patienten im stationären Rahmen. Ist das Vorscreening auffällig, wird ein Hauptscreening durchgeführt.
„Konkret müssen im Rahmen des Vorscreenings vier Fragen durch Pflegefachkräfte und die Patientinnen und Patienten beantwortet werden“, erklärt Faber den ersten Schritt. „Dazu gehört die Frage nach dem BMI, ob der Patient beziehungsweise die Patientin in den vergangenen drei Monaten an Gewicht verloren hat, die Ernährungsaufnahme gestört ist oder eine konsumierende Erkrankung, wie etwa COPD oder Krebs, vorliegt. Wird eine der vier Fragen mit ,Ja‘ beantwortet, führe ich ein Hauptscreening durch und spreche mit den Patientinnen und Patienten.“
Dabei werden laut der Ernährungsexpertin Themen wie Gewichtsverlust oder Krankheitsschwere detaillierter betrachtet und die Ergebnisse bepunktet. „Werden hierbei drei Punkte oder mehr erreicht, liegt ein Ernährungsrisiko vor und ich erstelle einen Ernährungsplan“, beschreibt Faber die weitere Vorgehensweise. „Bei diesem Hauptscreening mache ich auch bereits eine kurze Ernährungsberatung – und gebe, falls notwendig, Tipps für zu Hause.“ Über das sogenannte Konsil erfolge dann eine Ernährungsempfehlung, zum Beispiel eine Therapie mit Trinknahrung, für den Ärztlichen Dienst.
Der Vorteil: Durch das Screening fällt eine Mangelernährung direkt bei der Aufnahme im Krankenhaus auf und kann umgehend therapiert werden. „Das ist gerade bei noch unerkannten Mangelernährungen sinnvoll“, sagt Faber. „Wir können unseren Patientinnen und Patienten so noch schneller, spezifischer und zielgerichteter Hilfe anbieten. Für die Pflegefachkräfte bedeutet das Vorscreening mit lediglich vier Fragen, weniger Arbeitsaufwand im ohnehin schon stressigen Arbeitsalltag, und einen effizienteren Umgang mit Patientinnen und Patienten mit Mangelernährung oder einem erhöhten Risiko dafür.“
Um Betroffenen praktische Tipps zum Thema Ernährung mit an die Hand zu geben, soll demnächst auch ein erstes Exemplar einer neuen Bethanien-Kochbuchreihe aus der Feder von Merle Faber erscheinen. Mit dem Titel „Bethanien kocht | Rezeptsammlung – Günstig und gesund durch die Woche“ erkläre sie dort mithilfe von leckeren Rezepten, wie eine nährstoffreiche gesunde Ernährung gelingen kann, ohne dafür viel Geld auszugeben, heißt es. Voraussichtlich Anfang 2026 wird das Buch gegen eine Spende für Patienten erhältlich sein.