Vier Tage vor dem Boxing Day, einem der wichtigsten Ereignisse im britischen Sportkalender, der der Beschenkung der weniger privilegierten Mitglieder der Gesellschaft gewidmet ist, ist der Alarm des Betting and Gaming Council (BGC) hinsichtlich der Ausweitung des Schwarzmarktes im Glücksspiel wieder aktuell.
Nach Schätzungen des Branchenverbands könnten britische Bürger allein am 26. Dezember bis zu 100 Millionen Pfund auf illegalen Plattformen gesetzt haben, was die wachsende Fähigkeit des unregulierten Marktes bestätigt, Nachfragespitzen im Zusammenhang mit großen Sportereignissen abzufangen.
Die Einschätzungen des BGC basieren auf Branchenanalysen, die mithilfe von Daten von H2 Gambling Capital erstellt wurden. Diese schätzt den jährlichen Wettumsatz auf mehrere Milliarden Pfund. Da der Boxing Day etwa 1 % des gesamten jährlichen Wettvolumens ausmacht, erscheint die Schwelle von 100 Millionen Pfund an einem einzigen Tag dem aktuellen Ausmaß dieses Phänomens angemessen.
Laut dem Verband hat der Boxing Day einmal mehr die Fähigkeit illegaler Anbieter unterstrichen, Momente höchsten sportlichen Interesses auszunutzen, indem sie Dienstleistungen ohne jeglichen Verbraucherschutz anbieten: keine Altersverifizierung, keine Instrumente für verantwortungsvolles Spielen, Nichteinhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche und regelrechte Steuerhinterziehung.
Das Thema ist Teil der breiteren Debatte über die Auswirkungen des jüngsten britischen Haushalts. Der BGC merkt an, dass das Office for Budget Responsibility (OBR) selbst eingeräumt hat, dass die jüngsten Steueränderungen die erwarteten Einnahmen bis 2029/30 um etwa ein Drittel reduzieren könnten, da Akteure auf unregulierte Kanäle ausweichen. Für das kommende Jahr wird der Einnahmeverlust auf rund 500 Millionen Pfund geschätzt.
Zusätzlich verstärkt werden diese Bedenken durch unabhängige Simulationen von EY, die schätzen, dass die kombinierten Auswirkungen der neuen Steuerbelastungen dazu führen könnten, dass über 6 Milliarden Pfund an Einnahmen in den Schwarzmarkt umgeleitet werden, wodurch sich dessen Größe um 140 % erhöhen und potenziell fast 17.000 Arbeitsplätze im Wett- und Online-Glücksspielsektor gefährdet wären.
Der Vergleich mit dem regulierten Sektor ist nach wie vor eklatant. Lizenzierte Betreiber unterliegen strengen Regeln in Bezug auf Spielerschutz, wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Geldwäschebekämpfung und leisten einen bedeutenden Beitrag zur nationalen Wirtschaft sowie zur Finanzierung von Sport, Rennsport und Tourismus. Vor der Haushaltsverabschiedung sicherte der Sektor über 109.000 Arbeitsplätze und trug rund 6,8 Milliarden Pfund zur britischen Wirtschaft bei, mit jährlichen Steuereinnahmen von etwa 4 Milliarden Pfund.
Angesichts der Ereignisse nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag bekräftigt der Wett- und Glücksspielrat die Notwendigkeit von Gesprächen mit der Regierung, um Strategien zu entwickeln, die ein hohes Maß an Verbraucherschutz mit einem wirksamen Kampf gegen den Schwarzmarkt verbinden und sicherstellen, dass große Sportveranstaltungen nicht weiterhin eine ideale Gelegenheit für illegale Anbieter darstellen.
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