
Stand: 01.01.2026 11:01 Uhr
In der Silvesternacht gab es in Niedersachsen zahlreiche Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. In Hannover und Wolfsburg wurden Einsatzkräfte angegriffen, in Emden kam es nach einer fehlgeleiteten Rakete zu Verletzten.
Kurz nach Mitternacht war es in der Stadt zu einer Prügelei zwischen zwei Gruppen gekommen. Acht Menschen wurden laut Polizei leicht verletzt – vier von ihnen mussten ins Krankenhaus. Auslöser der Auseinandersetzung war den Angaben zufolge eine fehlgeleitete Rakete einer Gruppe: Die Flasche, in der die Rakete steckte, sei kurz nach dem Zünden umgefallen und in Richtung der in der Nähe stehenden anderen Gruppe geflogen.
Polizist in Wolfsburg angegriffen
In Wolfsburg war es am frühen Morgen ebenfalls zu einer Schlägerei gekommen. Laut Polizei waren auf der Kneipenmeile Kaufhof mindestens zehn zum Teil stark alkoholisierte Menschen aneinandergeraten. Dabei wurde ein Polizist angegriffen, blieb aber unverletzt. Die Polizei sprach von tumultartigen Szenen – und räumte in der Folge die gesamte Kneipenmeile. Rund 120 Menschen wurden nach Hause geschickt.
Hannover: Mehrere Brände, Einsatzkräfte mit Feuerwerk beworfen
Für die Feuerwehr in Hannover lag das Einsatzaufkommen in dieser Silvesternacht eigenen Angaben zufolge unter dem Niveau des Vorjahres. Überwiegend mussten die Einsatzkräfte ausrücken, um brennende Müllbehälter und Papiercontainer zu löschen, die den Angaben zufolge vermutlich durch Feuerwerkskörper entzündet worden waren. Die Einsatzkräfte konnten alle Feuer schnell löschen und dadurch größere Schäden verhindern. Im Stadtteil Oberricklingen wurden Feuerwehrleute gegen 1 Uhr in der Nacht beim Löschen eines brennenden Müllbehälters mit einem Feuerwerkskörper beworfen. Verletzt wurde niemand. Der Rettungsdienst musste in der Nacht zudem vielfach bei Alkoholvergiftungen und Verletzungen nach Stürzen oder Auseinandersetzungen Hilfe leisten.
Selbstgebauter Böller zerstört Teile einer Tankstelle
Auch Einsatzkräfte der Polizei wurden in der Nacht in Hannover eigenen Angaben zufolge mit Feuerwerkskörpern beworfen. Mehrere Beamte wurden dadurch verletzt. Zudem meldeten Anwohner um 3.45 Uhr, dass Unbekannte einen großen, offenbar selbstgebauten Böller auf eine Tankstelle im Stadtteil Marienwerder geworfen hätten. Dieser zerstörte laut Polizei die Verglasung und die Fassadenfront der Tankstelle. Trotz intensiver Suche – auch mit einem Polizeihubschrauber – konnten die Täter jedoch nicht gefunden werden. Unter anderem nahm die Polizei Hannover in der Silvesternacht drei Personen vorläufig fest. Zudem stellten die Beamten neun Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen die Waffenverbotszone fest, und leiteten Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und wegen des Verstoßes gegen die Sprengstoffverordnung ein.

Es gab aber auch Zwischenfälle: In Hamburg sollen dabei mehrere Polizisten verletzt worden sein, im Landkreis Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen Böller eine Hand.
Borkum: Feuerwerkskörper verletzt Teenager
Auf der Insel Borkum zündete ein 62-jähriger Mann kurz nach Mitternacht auf der Promenade Jan-Berghaus-Straße einen Böller inmitten einer Menschenmenge. Der Polizei zufolge wurde dabei ein 13-jähriger Teenager aus Lüdenscheid leicht am Fuß verletzt.
Stadthagen: Mülleimer, Briefkästen und Snackautomat gesprengt
Auch in Stadthagen im Landkreis Schaumburg hatte die Polizei in der Silvesternacht zahlreiche Einsätze. Mehrere Mülleimer und Briefkästen wurden gesprengt sowie auch ein Snackautomaten an der Bahnhofstraße. Der Automat wurde hierbei laut Polizei komplett zerstört. Zudem registrierten die Einsatzkräfte mehrere Körperverletzungen. In zwei Fällen wurden Menschen mit Böllern beworfen, ein Opfer klagte anschließend über eine eingeschränkte Hörfähigkeit. Außerdem geriet eine Hecke in Brand, hinzu kamen zahlreiche Beschwerden wegen Lärms.
Bremen: Polizei muss Feuerwehrleute vor Angriffen schützen
In Bremen war die Silvesternacht für Feuerwehr und Polizei arbeitsreich. Neben Körperverletzungen, unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerk und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz kam es auch zu Angriffen auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr – teils mit Pyrotechnik. Fünf Polizeibeamte erlitten ein Knalltrauma. Besonders angespannt war die Lage bei einem Feuerwehreinsatz im Stadtteil Tenever. Dort wurde die Feuerwehr nach Polizeiangaben von rund 20 Personen mit Böllern und Raketen beschossen. Polizeikräfte sicherten den Einsatz, sodass der Brand gelöscht werden konnte. Durch eine eingeschlagene Scheibe wurden jedoch wiederholt Feuerwerkskörper in das Gebäude geworfen. Währenddessen wuchs die Menschenmenge auf etwa 50 Personen an. Die Polizisten wurden beleidigt und mit Böllern beworfen, die unmittelbar vor ihnen explodierten. Verletzt wurde niemand. Die Polizei kontrollierte mehrere Personen und stellte unter anderem Schreckschusswaffen, Messer und Reizgas sicher. Gegen die Tatverdächtigen wurden Ermittlungen eingeleitet und Platzverweise ausgesprochen. Die Feuerwehr in Bremen verzeichnete insgesamt rund 100 Einsätze im Lösch- und Hilfeleistungsdienst. Dies sei auf dem Niveau des Vorjahres, hieß es.

Ein Schwerverletzter, brennende Bootsschuppen und Balkone: Zum Jahreswechsel kam es zu zahlreichen Einsätzen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Die Beamten in Niedersachsen warnen vor illegalem Feuerwerk. Sie wollen mehr Präsenz zeigen und Böller-Verbote kontrollieren.