München (Bayern) – Für Polizei und Feuerwehr war die letzte Nacht die aufregendste des Jahres. Doch in München blieb der Jahreswechsel erstaunlich ruhig. BILD begleitete die Spezialeinheit Unterstützungskommando (USK) von 21 bis 3 Uhr exklusiv in der Innenstadt bei ihren Silvester-Einsätzen.

Was bereits vor Mitternacht auffiel: Vor allem rund um den Bereich am Hauptbahnhof schießen immer wieder junge Männer mit Migrationshintergrund mit Raketen um sich und böllern, was das Zeug hält. Das Bahnhofsviertel in München hat nicht den besten Ruf. Seit Monaten kämpft die Polizei mit Schwerpunktaktionen gegen die Kriminalität.

Die Sondereinheit kontrolliert einen Jugendlichen

Die Spezialeinheit kontrolliert einen Jugendlichen

Foto: Sebastian Pieknik

Immer wieder fahren die Beamten des USK durch die Schillerstraße, an der Kioske und Fast-Food-Läden sind. Um kurz nach 21 Uhr wurden Raketen in Richtung von Polizeifahrzeugen geschossen. Sofort eilten mehrere Polizeiwagen in den Bereich, um nach den jungen Männern zu fahnden. An einer Nebenstraße setzten die Beamten zum Sprint an, konnten einige Personen stoppen. Sie erhielten alle einen Platzverweis.

BILD-Reporter Karl Keim begleitete die Sondereinheit durch die Silvesternacht

BILD-Reporter Karl Keim begleitete die Spezialeinheit durch die Silvesternacht

Foto: Sebastian Pieknik

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Wenige 100 Meter weiter, vor dem Edel-Klub „Jacobs“, fiel den USK-Beamten ein junger Mann auf, der mit einer Rakete in Richtung von Passanten gezielt hatte. Der Teenager wurde mit Handschellen gefesselt, seine Identität festgestellt. Auch er bekam einen Platzverweis. Da war es gerade 23.15 Uhr.

Was bleibt von der Böllerei? Tonnenweise Müll

Was bleibt von der Böllerei? Tonnenweise Müll

Foto: Sebastian Pieknik

Zum Countdown des Jahreswechsels positionierte die Einsatzleitung einen Teil des USK wieder an der Schillerstraße. Ein Geflüchteter, der dort in einem Apartment lebt, fiel immer wieder auf, wie er Raketen kreuz und quer über die Straße schoss. Die Spezialeinheit der Polizei machte kurzen Prozess, als ein Feuerwerkskörper vor den Polizisten explodierte. Folge: Die restlichen Raketen und ein Einhandmesser wurden einkassiert, der Mann erhielt einen Platzverweis und musste in seine Wohnung. „Wenn wir dich wiedersehen, kommst du in Gewahrsam“, so ein USKler unmissverständlich.

Erstaunlich ruhiger Einsatz

Danach war es zwei Stunden erstaunlich ruhig, bis mehrere Funksprüche eingingen, dass es im Glockenbachviertel zu mehreren kleinen Brandstiftungen gekommen ist. Sofort verlegten USK, Zivilfahnder und Streifenwagen in den Bereich. Aus jeder Ecke kamen plötzlich Polizeiautos, die nach rund fünf vermummten Tätern auf Fahrrädern suchten. Wenige Sekunden später der nächste Funkspruch: 50 Italiener versuchen angeblich, die „089 Bar“ in der Innenstadt zu stürmen. Das USK raste mit hoher Geschwindigkeit zum Maximiliansplatz. Dort angekommen, war die Situation durch andere Polizisten bereits unter Kontrolle.

Immer wieder  mussten die Beamten eingreifen

Immer wieder mussten die Beamten eingreifen

Foto: Sebastian Pieknik

Zeitgleich der nächste Alarm: Rund 30 Personen aus dem linken Spektrum befinden sich auf der Corneliusbrücke. Unter ihnen sollen auch fünf Personen mit Fahrrädern sein. Brisant: Am Neujahrsmorgen 2025 kam es bei zwei Brücken weiter zu Ausschreitungen zwischen Linksextremisten und Polizisten. Auf der Brücke wurde dann eine Party mit DJ-Pult festgestellt. Die Musik wurde abgestellt, die Personen konnten ohne Kontrolle wieder gehen.

Anschließend wurden die USK-Kräfte nach und nach in den Feierabend entlassen.