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Mannheim/Heidelberg – Das Polizeipräsidium Mannheim zieht eine vorläufige Bilanz zum Jahreswechsel. Unter anderem wurden Beamte mit Böllern beworfen und es gab mehrere Brände in der Region.
Das Polizeipräsidium Mannheim zieht eine vorläufige Bilanz zu den Einsätzen rund um den Jahreswechsel 2025/2026. Wie in den Vorjahren bereitete sich die Polizei intensiv auf den Jahreswechsel vor und setzte für die Silvesternacht mehr Beamte ein als an sonstigen Tagen.
An Silvester sind mehr Beamte im Einsatz als an sonstigen Tagen (Symbolfoto) © IMAGO/Tim Oelbermann
Nach einem zunächst eher ruhigen Verlauf der Silvesternacht nahm die Zahl der Einsätze kurz vor dem Jahreswechsel deutlich zu. Mehrfach rückten Polizeibeamte gemeinsam mit Einsatzkräften der Feuerwehren, darunter die Berufsfeuerwehren Mannheim und Heidelberg sowie die Freiwilligen Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis, zu Brandeinsätzen aus. In der Mehrzahl brannten Mülltonnen. Vereinzelt kam es zu Balkonbränden durch fehlgeleitete Silvesterraketen. Im Heidelberger Stadtteil Emmertsgrund erlitt eine Person leichte Brandverletzungen. Ein Polizist wurde durch Rauchgas ebenfalls leicht verletzt.
Party am Wasserturm: Tausende Personen feiern Jahreswechsel in Mannheim
Die Schäden, die während Silvester in der Region entstanden sind, lassen sich noch nicht beziffern. Aber allein beim Brand eines Doppelhauses im Mannheimer Stadtteil Käfertal entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro. Verletzt wurde dort niemand.
In Mannheim versammelten sich mehrere tausend Feiernde rund um den Wasserturm, auf der Kurpfalzbrücke und am Plankenkopf. In der Spitze hielten sich über 2.000 Personen am Wasserturm auf. Der Verkehr im Bereich des Wasserturms musste zwischen 23:15 Uhr und 1 Uhr umgeleitet werden.
„Unter den Feiernden befanden sich vereinzelt auch Personengruppen mit erkennbarem Aggressionspotenzial. Durch das rasche und konsequente Einschreiten der eingesetzten Polizeikräfte konnten mögliche Eskalationen frühzeitig unterbunden werden“, so das Polizeipräsidium Mannheim.
Zerstörungswut an Silvester: Zahlreiche Beschädigungen in Mannheim
Gegen 0:15 Uhr trat im Stadtteil Schönau eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen in Erscheinung. In der Lilienthalstraße beschädigten sie drei Straßenbahnen durch Stein- und Böllerwürfe erheblich. Mehrere Scheiben und eine Eingangstür gingen zu Bruch. Bei einer Straßenbahn wurde das gesamte Fahrerhaus entglast. Außerdem wurden eine Straßenbahnhaltestelle, die Scheiben eines Aufenthaltsraums der rnv und eines Jugendhauses beschädigt. Personen wurden dabei nicht verletzt. Der Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt. Eine Person wurde festgenommen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs dauerten an.
Sperrungen in Heidelberg – ruhiger Verlauf im Rhein-Neckar-Kreis
In Heidelberg feierten die meisten Menschen im Bereich Alte Brücke und Theodor-Heuss-Brücke. Auf der Theodor-Heuss-Brücke hielten sich in der Spitze rund 1.800 Personen auf. Wegen des starken Andrangs wurde die Brücke gegen Mitternacht für weitere zuströmende Personen gesperrt. Zeitgleich sperrte die Polizei die B37 zwischen Stadthalle und Neckarmünzplatz für den Verkehr. Gegen 0:45 Uhr hob die Polizei alle Sperrmaßnahmen wieder auf, nachdem viele Feiernde in Richtung Altstadt weitergezogen waren.
Im Rhein-Neckar-Kreis verlief der Jahreswechsel aus Sicht der Polizei ohne nennenswerte Zwischenfälle. Rund um die Drehscheibe Walldorf kamen zwar zahlreiche Personen zusammen, zu Ordnungsstörungen oder anderen Vorfällen kam es dort jedoch nicht.
Silvester-Nacht im Rhein-Neckar-Kreis: Unbekannte bewerfen Polizisten mit Böllern
Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen registrierte die Polizei in der Nacht vier Widerstandshandlungen oder tätliche Angriffe gegen Polizeikräfte. Drei Beamte wurden dabei leicht verletzt. Zudem kam es stellenweise zu gezieltem Beschuss und Bewurf von Polizeikräften mit Knallkörpern und Silvesterraketen. Die Verursacher blieben in der Anonymität der Menschenmenge unerkannt.
Einsatzleiter Alexander Ulmer zieht ein positives Fazit des Einsatzes. „Unser Einsatzkonzept für den diesjährigen Jahreswechsel ist aufgegangen. Durch frühzeitiges, entschlossenes und zugleich besonnenes Einschreiten konnten Eskalationen wirksam verhindert werden“, resümierte er am Ende der Nacht.