Fire TV ohne Stick: Amazon verkauft in Deutschland seit April 2023 eigene Smart-TV-Modelle. Alle smarten Funktionen der erfolgreichen Streaming-Plattform des Sticks sind hier an Bord und bieten die gewohnte Benutzeroberfläche in Verbindung mit klassischem TV-Empfang. Eine ideale Nachfolgelösung für Haushalte, die mit dem Fire TV Stick am alten TV ins smarte Fernsehen gestartet sind, wenn das heimische Gerät von 2008 dann mal den Geist aufgibt. Mit dem Fire TV 4 von 2025 präsentiert Amazon seinen verbesserten Budget-Fernseher wieder zu einem überschaubaren Preis. Aber hat der Online-Gigant ausreichend an der Technik des Vorgängermodells gefeilt, um es mit der immer besseren Billigkonkurrenz aus China aufnehmen zu können? Der Test der 55-Zoll-Version gibt Antworten auf alle wichtigen Fragen.UHD-Fernseher unter 1.000 EuroDesign: Abendkleid und GummistiefelDass Amazon etwas an seiner TV-Modellreihe Fire TV 4 verändert hat, ist auf den ersten Blick zu erkennen: Durch ein fast rahmenloses Design im dunklen Metall-Look setzt sich die Günstig-Generation von 2025 von seinen Vorgängern ab und erinnert mehr an die hauseigene Mittelklasse-Reihe Amazon Fire TV Omni. Die ansprechende Optik des Fernsehers macht Hoffnung auf sinnvolle Upgrades im Inneren des LCD-Fernsehers. Der ist aufgrund seiner altmodischen Bildschirmtechnik deutlich tiefer gebaut als ein schickes Modell der OLED-Oberklasse. Beim Sichten des Lieferumfangs zeigt der Fire TV 4 dann schon einen ersten Pferdefuß – und den gibt es aus glänzendem Plastik in Klavierlack-Optik gleich zweimal.
Die Plastikfüße des Amazon Fire TV 4 ziehen Staub und Fingerabdrücke geradezu magisch an. Ansehnlich geht anders.
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Der schicke Fire TV 4 in seiner hochwertig aussehenden Verkleidung soll also auf zwei Gussplastik-Füßen stehen – nicht ideal für die Haltungsnote, aber leicht zu installieren. Zum Stehen kommt der Amazon-Fernseher also recht schnell, wofür allerdings Schrauben und Werkzeug nötig sind. Letzteres ist nicht wie bei anderen Herstellern Teil des Lieferumfangs – aber wer braucht noch einen kleinen Gratis-Schraubenzieher in der Schublade? Die Montage klappt am besten zu zweit, wie in der gut verständlichen Anleitung beschrieben. Aber auch ein Laie ohne handwerkliche Erfahrung bekommt es mit ausreichend Vorsicht in kurzer Zeit allein hin.
Anschlüsse: Fire TV 4 jetzt mit HDMI 2.1Ist der Fire TV 4 erfolgreich aufgestellt, wird die Anschlussbox inspiziert: Das Netzkabel findet auf einer Seite hinter dem TV-Bildschirm schnell Platz. Sämtliche anderen Anschlüsse sind auf der gegenüberliegenden seitlichen Flanke des Gehäuses gut erreichbar aufgereiht. Bei der Breite der Möglichkeiten inklusive klassischem TV-Empfang über Satellit, Kabel und Antenne fällt das wohl wichtigste Upgrade beim Fire TV 4 von 2025 kaum auf: HDMI-Anschlüsse hatte zwar bereits das Vorgängermodell – nun kommen mit HDMI 2.1 inklusive eARC aber die Standards an Bord, die für Konsolenspieler wie Filmfans mit Blu-ray-Player besonders wichtig sind. Dank AV-Eingang werden auch User mit älteren Zuspielgeräten nicht vernachlässigt. 
Die Einrichtung des Fire TV funktioniert am schnellsten mit dem Smartphone.
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Einrichtung: Fire TV ist einfach – gut soWird der Amazon Fire TV 4 als reiner Smart-TV genutzt, geht alles ganz schnell: Netzkabel verbinden, Fernbedienung mit Batterien bestücken, ein Knopfdruck – und der Fernseher beginnt sogleich mit der Einrichtung. Die einfachen Schritte zur freien Bedienbarkeit werden gut verständlich, sobald die korrekte Sprache gewählt ist. Danach hilft das Smartphone, den etwas nervigen Prozess inklusive WLAN-Verbindung deutlich angenehmer zu gestalten. Die Voraussetzung für eine schnelle und erfolgreiche Einrichtung des Fire TV 4 ist ein Benutzerkonto bei Amazon. Wer ein solches hat, kann sich mit der gleichen E-Mail-Adresse anmelden wie beim Online-Shopping. Somit öffnet Amazon auch gleich Tür und Tor für weiteres Einkaufen – und zwar von Inhalten auf dem Smart-TV. Diese enge Verzahnung von Shopping-Profil und häuslichem Entertainment ist einerseits praktisch, hat bei der Bedienung allerdings auch gewisse Tücken – wie etwa die ständige personalisierte Werbung, auf die Nutzer fortan stoßen.
Kleinlich: Die handliche Fernbedienung des Fire TV Stick hat Amazon für seine TV-Geräte nur um ein paar winzige Programmtasten erweitert – für viele klassische TV-Nutzer ist das zu wenig. Deutlich großzügiger: die TCL-Fernbedienung der smarten TV-Modelle Q7C und C7K (rechts).
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Bedienung: Große Auswahl, kleine TastenEs ist zwar letztlich Geschmackssache, aber: Wenn man vom kostspieligen Kosmos um den Apple TV absieht, bietet Fire TV unterm Strich die beste Benutzeroberfläche für TV-Entertainment und Streaming mit guter Anbindung ins Smart Home. Populäre Streaming-Apps sind lückenlos verfügbar und werden auf dem Startbildschirm nach Lust und Laune individuell angeordnet – leider platziert Amazon dazwischen immer mehr Werbung. Wird ein klassisches TV-Signal wie Antenne (DVB-T2) Satellit (DVB-S2) oder Kabel (DVB-C) zugeführt, ist die gewohnte Programmauswahl nur einen Tastendruck auf der Fernbedienung entfernt. Dass Amazon den klassischen TV-Haushalt eher stiefmütterlich behandelt, sieht man jedoch schon beim Blick auf die beiliegende Fernbedienung, die Alexa Voice Remote: Geradezu widerwillig um einen winzigen Tastenblock für die schnelle Senderwahl ergänzt, war die Fire-TV-Fernbedienung auch schon bei Vorgängermodellen eher nichts für Menschen, die ihre Tasten gerne ertasten. Hier zeigen Konkurrenten wie TCL, dass das besser geht. Auch die stetig zunehmende Werbung in der Menüstruktur sollte Amazon überdenken.
Halten die zwei 8-Watt-Tontreiber dem Donnern und Dröhnen von Hans Zimmers „Dune“-Soundtrack stand? COMPUTER BILD hat nachgemessen.
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Amazon Fire TV 4 2025 im TestEigentlich war es schon beim Blick auf das Datenblatt klar, nun liefert der Labortest den Beweis: Am Display seines Fire TV 4 hat Amazon keine Verbesserung vorgenommen. Es bleibt bei einem günstigen LC-Display, das im Gegensatz zu Amazons höherpreisigen Omni-Fernsehern lediglich eine gewöhnliche LED-Hintergrundbeleuchtung mit einer maximalen Helligkeit von nur 300 Candela pro Quadratmeter (cd/m2) bietet. Mini-LED? Fehlanzeige. Das bedeutet schlichtweg: Der Fire TV 4 kann helle und dunkle Flächen von Bildern nicht so präzise ausleuchten und dimmen, dass feinste Kontrastverläufe sichtbar werden. Auch bei der Graustufen-Darstellung und Farbraumabdeckung zeigt der Budget-TV Schwächen. Dass der Fernseher mit 4K-Qualität ein scharfes Bild liefert, bleibt davon jedoch unberührt.
Der prophetische Traum aus „Dune“ bringt starke Bilder von der Blu-ray-Scheibe – und der Amazon Fire TV 4 stellt sie würdig dar.
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Sie sehen auf dem günstigen Fire-TV-Gesamtpaket hochaufgelöste Inhalte in 4K. Die treffende Abbildung von Farben und Verläufen in kontraststarken Bildern ist aber eher begrenzt. Das spielt kaum eine Rolle, wenn hauptsächlich TV-Sender laufen, deren Bilder ohnehin geringer aufgelöst sind und auch mit raffinierter Bildoptimierung selten besser aussehen. Starke Film- und Serienproduktionen gibt der Fire TV 4 wirklich gut wieder, wenn man Farben und Kontrastdarstellung nicht auf die Goldwaage legt. Im Test hat COMPUTER BILD dies natürlich getan.

Der Fire TV 4 hat kein neues Display an Bord und arbeitet weiter mit einfachsten Mitteln: Das All schimmert bläulich und ein Feuer franst dezent aus, während der Bildschirm an dunklen Stellen stark spiegelt.
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Kontrast: Bewölkte AussichtenStarke Kontraste gibt es in hochwertigen Streaming-Produktionen von Netflix, Apple TV+ oder Blu-ray-Scheiben zu sehen. Hier schlägt sich der Fire TV 4 anständig, ohne den Spielraum von HDR-Bildoptimierung für tiefere und feinere Kontraste mit stärkeren Farben wirklich ausschöpfen zu können. Das UHD-Bild hochwertiger Produktionen ist trotzdem beeindruckend, wenn man es mit klassischem Fernsehprogramm ohne nennenswerte Kontrastdarstellung vergleicht. Für viele Wohnzimmer ist somit auch das Schwarz auf dem Amazon-Fernseher ein Schritt Richtung Heimkino – TV-Feinschmecker stören sich aber an wolkigen Flächen im Hintergrund und ausfransendem Leuchten an Kontrasträndern, das durch eher grobes LED-Dimming entsteht.
Irgendwo versteckt im Menü finden sich die Bildeinstellungen des Fire TV 4.
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Bild-Menü: Gut versteckt, gut verständlichAuch wenn das günstige Display des Fire TV 4 klare Limitierungen aufweist, entscheidet die Auswahl der richtigen Bildeinstellungen am Ende über die Anzeigequalität. Wer seinen Fernseher über das Bild-Menü den Inhalten und dem Umgebungslicht anpasst, erhält ein deutlich besseres Ergebnis. Die Auswahl der passenden Bildeinstellungen erlaubt Amazon bei seiner TV-Hausmarke nur über die Systemeinstellungen, im Bildschirmmenü für Schnelleinstellungen fehlt die Auswahl leider. Sind die Einstellungen einmal gefunden, steht dort ohne manuelle Feinabstimmung von Bildeigenschaften wie Helligkeit, Farbtemperatur und Kontrast eine Vielzahl an Voreinstellungen zur Auswahl. Diese fällt dann leicht, weil die Benennung der Optionen mit „Film hell“ oder „Film dunkel“ relativ einleuchtend ausfällt. Ein wenig verräterisch ist die Einstellung „Lebhaft“: Auch wenn die Farben hier besonders schön leuchten, erhöht sich der Stromverbrauch des Fire TV 4 bei besonderer Lebhaftigkeit nicht unwesentlich. Wichtig für Gamer ist die Einstellung „Spiel“, denn hier kommen die erhöhte Reaktionszeit des Displays (ALLM) und die dynamische Anpassung an die Spielgeschwindigkeit (VRR) zum Tragen.
Hochwertige Serienproduktionen wie „Foundation“ von Apple TV+ sehen auf dem Fire TV 4 gut aus – zeigen aber auch dessen Grenzen auf.
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Gaming: Upgrade für Teilzeit-ZockerDas Beste vorweg: Amazon hat seinem Fire TV 4 einen HDMI 2.1-Anschluss spendiert. Konsolenspiele laufen damit grundlegend flüssig ohne störende Ruckel-Bilder. Die geringe Verzögerung (ALLM) und Anpassung des Bildflusses (VRR) sind für ungestörtes Gaming wichtig, nur sind für rasende Multiplayer-Schlachten bis zu 120 Hertz nötig, was der Anzahl angezeigter Bilder pro Sekunde entspricht. Der Fire TV 4 schafft mit 60 Hertz zwar flüssige Bilder und glatte Bewegungsabläufe bei Filmen und Spielen – für die höchsten Gaming-Ansprüche auf PC oder PlayStation 5 reicht es aber nicht.Ton: Bereit für starke UnterstützungWie die meisten günstigen Fernseher hat auch der Amazon Fire TV 4 kein Soundsystem von Heimkino-Qualität an Bord. Mit dem verbesserten HDMI-Anschluss kann aber Ton in höchster 3D-Qualität im Dolby-Standard an verbundene Audio-Receiver und Soundbars per Kabel ausgegeben werden. Die eingebauten Lautsprecher arbeiten bei wuchtigen Kino-Soundtracks und Knalleffekten bis auf 90 Prozent ihrer Gesamtleistung sauber, das entspricht bis zu 75 Dezibel (dB), was ungefähr so laut ist wie ein ordentlicher Staubsauger. Kabellos können auch Echo-Lautsprecherpaare als Alexa-Heimkino eingerichtet werden.
Test-Fazit Amazon Fire TV 4 von 2025
Amazons 2025er-Fire-TV-4-Reihe bietet mehr als nur eine optische Auffrischung. Dank HDMI 2.1 profitieren User von einer verbesserten Gaming-Kompatibilität und der Möglichkeit, Raumklang ohne Qualitätsverlust über entsprechende Audiosysteme auszugeben. Schade: Das Display bleibt ohne Upgrade unverändert gegenüber dem Vorgängermodell. Obwohl es ein scharfes Bild mit gutem Kontrast liefert, kann es aus komplexen HDR-Inhalten nicht das volle Potenzial herausholen. Für Liebhaber des Bedienkomforts von Fire TV und Amazon Alexa stellen die 2025er Fire TV 4 attraktive Gesamtpakete dar. Allerdings sollten Schnäppchenjäger und anspruchsvolle Heimkino-Fans beachten, dass es auf dem Markt zum gleichen Preis Fernseher mit deutlich besserer Bildqualität und höherer Gaming-Kompatibilität gibt.