Washington/Kiew – Hat die Ukraine Wladimir Putin (73) in seinem Liebesnest in Waldai angegriffen? Das hatte der Russland-Diktator US-Präsident Donald Trump (79) gegenüber am Telefon behauptet – der regte sich daraufhin sofort über Kiew aufregte. Die Ukraine bestritt den angeblichen Drohnenangriff umgehend. Jetzt sagt auch der US-Geheimdienst CIA: Der Angriff hat nicht stattgefunden!
Das berichteten das „Wall Street Journal“ sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Deren Analysten kamen zum Schluss, die Ukraine habe mit Drohnen ein militärisches Ziel angegriffen, das in der gleichen Region wie Putins Residenz liegt, aber nicht in dessen Nähe.

Neujahrsmorgen in der ukrainischen Region Volyn: Die Feuerwehr löscht einen durch russische Drohnen verursachten Brand
Foto: State Emergency Service of Ukraine/via REUTERS
Damit scheint sich Kiews Vermutung zu bewahrheiten: Russland habe einen Vorwand gesucht, um die von den USA vermittelten Friedensgespräche zu torpedieren. Sprich: Moskau will den Krieg fortsetzen – und auch weiter Regierungsgebäude in Kiew beschießen.
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Die Ukraine zeigt derweil, dass sie auch diesen Trump-Plan für ein Kriegsende unterstützt – auch, wenn er Russland sehr stark entgegenkommt.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (47): „Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig. Zehn Prozent bleiben“, sagte er in seiner Neujahrsansprache. Diese restliche Verhandlungsmasse seien „die zehn Prozent, die das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine und Europas bestimmen werden“, fügte er hinzu.
Angriffe auch in Neujahrsnacht
Sowohl Russland als auch die Ukraine überzogen das jeweilige Nachbarland in der Neujahrsnacht mit Drohnenangriffen. Der Unterschied lautet normalerweise: Die Ukraine schießt auf militärische Ziele in Russland, Russland dagegen auf zivile Ziele in der Ukraine.

Odessa (Ukraine): Russland traf in der Nacht zum 31. Dezember wieder ein Wohnhaus
Foto: Anadolu via Getty Images
Diesmal griff die Ukraine russische Ölanlagen mit Drohnen an. Im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau wurde nach Informationen russischer Telegram-Kanäle ein Tanklager getroffen. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Auch die Raffinerie von Ilski in Südrussland wurde Berichten zufolge zum wiederholten Mal attackiert.
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien über Nacht 168 ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen worden. Solche Militärzahlen sind nicht überprüfbar. Die genannte hohe Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schließen, was sich mit Angaben ukrainischer Militärbeobachter deckt.
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin (67) berichtete nach Mitternacht immer wieder von Drohnen, die im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen worden seien. Zu Schäden wurde nichts mitgeteilt.
Bombte die Ukraine auf eine Silvester-Party?
Ungeheuerlicher Vorwurf an die Ukraine: Sie habe bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Hotel und ein Café in der Region Cherson mindestens 24 Menschen getötet. Das behauptet der von Russland eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo (69). Cherson ist eine ukrainische Region, die von Russland besetzt ist.
Mehr als 50 weitere Menschen seien verletzt worden, so Saldo auf seinem Telegram-Kanal. Der Angriff habe sich in dem Küstenort Chorly ereignet. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten in dem Hotel und dem Café Neujahrsfeierlichkeiten stattgefunden. Unmittelbar ließ sich nicht überprüfen, was daran stimmt – wenn überhaupt.