Zum Jahreswechsel ist es in Deutschland zu zahlreichen Angriffen auf
Einsatzkräfte gekommen. Mindestens zwei Menschen starben zudem durch
Pyrotechnik. In Berlin gab es Hunderte Festnahmen. Polizei, Feuerwehr
und Rettungsdienst waren landesweit im Großeinsatz. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:
In Bielefeld sind zwei Menschen durch Feuerwerkskörper getötet worden. Die beiden 18-Jährigen hätten an unterschiedlichen Orten selbst gebaute Pyrotechnik gezündet, teilte die Polizei mit. Dabei seien die Männer tödlich im Gesicht verletzt worden.
Bei Hausbränden in mehreren Orten im Schwarzwald starben drei Menschen. Die Feuer waren am Silvesterabend in den Orten Bonndorf und Lenzkirch sowie in Giengen an der Brenz ausgebrochen, wie das Landesinnenministerium der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Die Ursachen für die Brände sind derzeit noch ungeklärt.
In der Gemeinde Reddelich in der Nähe von Rostock verlor ein 14-Jähriger durch einen explodierten
Böller seine linke Hand. Der Junge kam in der Silvesternacht
mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher
mitteilte.
In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen in
Deutschland nicht zugelassenen Böller zu entzünden, schwer an
der Hand verletzt.
Etwa 400 Festnahmen in Berlin
In Berlin nahm die Polizei rund 400 Menschen wegen Missbrauchs von Feuerwerk vorläufig
fest. Es gehe in den meisten Fällen um Verstöße gegen
Sprengstoffvorschriften, teilte die Polizei mit. Manche Menschen hätten Raketen
waagerecht durch die Gegend geschossen und Böller auf andere geworfen, sagte ein Polizeisprecher. 21 Polizisten seien leicht verletzt
worden, viele davon durch Knalltraumata von Böllern, die nahe dem Kopf
explodiert seien.
© Lea Dohle
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Die Berliner Polizei war in dieser Silvesternacht mit einem
Großaufgebot von 4.300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz, das sind 3.300 mehr als
in normalen Nächten. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) arbeiteten zudem 1.600
Feuerwehrleute.
Die Böllerei und das Geschehen auf den Straßen seien besonders
in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding ziemlich heftig, sagte die Polizei. Menschen hätten mit
Feuerwerksraketen und Böllern auf Einsatzkräfte geschossen und geworfen. In Spandau sollen Menschen durch die Explosion einer Kugelbombe verletzt
worden sein.
Insgesamt habe sich die Nacht positiver und weniger
problematisch entwickelt als in den vergangenen Jahren. „Wir haben keine schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei
feiernden Menschen. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und
Sachbeschädigungen wie im letzten Jahr“, heißt es in einer vorläufigen Bilanz der Polizei.
Polizei fand neue Kugelbomben
Schon im Vorfeld hatte die Berliner Polizei versucht, illegale Böller und Pyrotechnik aufzuspüren und zu beschlagnahmen. Bis zum Silvesterabend wurden so 220.000 illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Feuerwerkskörper gefunden, sagte Innensenatorin Spranger. Ein großer Teil davon
gehöre zur Kategorie F4, die nur von Experten mit Ausbildung und Genehmigung
verwendet werden dürfe und für Amateure sehr gefährlich sei. Auch in der Nacht sei laut Polizei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden.
Bei Durchsuchungen von
Autos und einer Wohnung im Berliner Stadtgebiet stellte die Polizei nach eigenen Angaben auch Kugelbomben sicher.
Vergangenes Jahr hatte es in der Silvesternacht Ausschreitungen und
schwerwiegende Vorfälle mit Kugelbomben gegeben.
Brand in Mehrfamilienhaus
Auch in anderen Teilen Deutschlands befanden sich Polizei und Feuerwehr in Alarmbereitschaft. Die Feuerwehr musste in mehreren Bundesländern wegen Bränden ausrücken. Im hessischen Marburg wurde nach Polizeiangaben bereits am Nachmittag ein Mensch bei einem Brand
in einem Mehrfamilienhaus leicht verletzt. Ermittler vermuten, dass Feuerwerkskörper den Brand
ausgelöst haben könnten.
In Leipzig kam es in der Silvesternacht zu Zwischenfällen und
Bränden. Nicht nur im für Ausschreitungen bekannten Stadtteil
Connewitz, sondern auch in der Leipziger Innenstadt gab es Feuer, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur dpa. Mülleimer brannten.
Auch in Hamburg waren die Polizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot im
Einsatz. Zehn Polizeibeamte wurden nach Angaben der Hamburger Polizei
verletzt.
Ein Toter in Rom durch Böllerexplosion
Um ein mögliches Böllerverbot in Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen, nachdem es in den vergangenen Jahren zu
Böllerangriffen auf Polizisten und Rettungskräfte gekommen war. Regelmäßig werden Menschen durch Pyrotechnik verletzt oder getötet.
In den Niederlanden, wo ab dem neuen Jahr ein Böllerverbot gilt, ist die Nacht mit erlaubten Feuerwerkskörpern eskaliert. In etlichen Städten musste die Polizei dort wegen
Gewalt und Unglücken mit Pyrotechnik ausrücken. In der italienischen Hauptstadt Rom kam indes trotz eines Böllerverbots in der Silvesternacht ein Mann bei
der Explosion eines Feuerwerkskörpers ums Leben, den er offenbar selbst gezündet hatte. In Rom gilt vom letzten Tag des Jahres bis zum 7. Januar ein Verbot für Feuerwerk
und Silvesterböller.
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