Die Silvesternacht in Deutschland war für viele Einsatzkräfte in Krankenhäusern, Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr eine stundenlange Herausforderung. BILD-Reporter waren in der Silvesternacht hautnah dabei – in Notaufnahmen, bei Polizei und Feuerwehr. Lesen Sie, wo die Reporter unterwegs waren und was sie erlebt haben.
Robin Mühlebach, Stuttgart, Notaufnahme
BILD-Reporter Robin Mühlebach war in einer Spezialklinik in Stuttgart
Foto: Michael Hahn
Sechs Stunden war Reporter Robin Mühlebach von 20 Uhr bis 2 Uhr früh dabei, wie Notärzte sich um schwerste Verletzungen kümmern mussten. Der erste Patient kam schon um 20.30 Uhr mit einer zerfetzten Hand. Sieben Böller-Opfer waren es am Ende, die Mühlebach registrierte.
Karl Keim, München, Polizei-Einsatzwagen
BILD-Reporter Karl Keim beobachtete den Einsatz von Spezialkräften der Polizei
Foto: BILD
Reporter Karl Keim war mit Beamten des Unterstützungskommandos (USK) der bayerischen Polizei unterwegs. Bis 3 Uhr morgens sah er enthemmte Feiernde, die unkontrolliert Feuerwerkskörper abschossen – und Beamte, die in der Innenstadt immer wieder hart durchgreifen mussten.
Alex Talash, Bochum, Explosion in Mietshaus
BILD-Reporter Alex Talash berichtete aus Bochum
Foto: ALEX TALASH
Reporter Alex Talash war am Silvestertag in Bochum im Einsatz, als in einem Mehrfamilienhaus ein selbstgebauter Böller hochging. Die Explosion verwüstete die Wohnung eines Paares und Teile des Erdgeschosses. In einer Nebenwohnung starb eine Rentnerin.
Karsten Kehr, Breitungen, bei „Böller-Mario“
BILD-Reporter Karsten Kehr maß die Zeit, in der „Böller-Mario“ 4500 Euro verknallte
Foto: BILD
Karsten Kehr begleitete Mario Stobbe (41) dabei, wie er eines der größten privaten Feuerwerke in Thüringen entzündete. 18 Minuten und 46 Sekunden dauerte es, dann waren rund 4500 Euro in die Luft gejagt – und „Böller-Mario“ gönnte sich das erste Bier des Abends.
Sebastian Prengel, Essen, brennende Barrikaden
BILD-Reporter Sebastian Prengel war im Ruhrgebiet unterwegs
Foto: BILD
Reporter Sebastian Prengel beobachtete chaotische Zustände in Essen (NRW). Im Stadtteil Bergmannsfeld wurden Müllcontainer und andere Gegenstände auf der Straße angezündet. Als die Feuerwehr eintraf, um zu löschen, wurde sie massiv mit Raketen und Böllern beschossen. Die Retter fuhren weg und kamen mit Polizeiunterstützung wieder.
Isabel Pfannkuche, Berlin, Brennpunkt Steinmetzkiez
BILD-Reporterin Isabel Pfannkuche beobachtete, wie ein Böllerverbot durchgesetzt wurde
Foto: Olaf Selchow
Reporterin Isabel Pfannkuche war unterwegs in einer Böllerverbotszone in Berlin, dem Steinmetzkiez im Stadtteil Schöneberg. Sie musste erleben, dass immer wieder das Verbot ignoriert wurde. Die Polizei griff durch, ein junger Mann musste sogar in Handschellen auf die Wache.
Dimitri Soibel, Köln/Düsseldorf, Polizei im Dauereinsatz
BILD-Reporter Dimitri Soibel berichtete über zwei Gewalttaten
Foto: Dimitri Soibel
Reporter Dimitri Soibel war in beiden Rhein-Metropolen unterwegs. Dort waren während des Jahreswechsels Hunderte Polizisten und Mitarbeiter der Ordnungsämter im Einsatz. Und es gab zwei Bluttaten: In Düsseldorf versuchte ein Sohn, seine Mutter umzubringen. Und in St. Augustin lag ein toter Mann in seinem Blut.
Michael Engelberg, Berlin, im Feuerwehreinsatz
BILD-Reporter Michael Engelberg begleitete Feuerwehrleute auf ihren Einsätzen
Foto: BILD
Reporter Michael Engelberg beobachtete, wie die Feuerwehr in Berlin immer wieder zu Bränden ausrücken musste. Unter anderem zündeten Chaoten ein Bahn-Abfertigungshäuschen in Wedding an. Und ein ganzer Linienbus ging in Flammen auf.
Johannes Proft, Leipzig, an drei Brennpunkten unterwegs
Auf der Leipziger Eisenbahnstraße hatten Chaoten Müll auf der Straße angezündet
Foto: Sebastian Willnow/dpa
Für Reporter Johannes Proft begann die Arbeit am Silvesterabend gegen 19 Uhr auf der Eisenbahnstraße. Dort war es zunächst wie auch an den anderen Brennpunkten in Leipzig, dem Augustusplatz im Zentrum und dem Connewitzer Kreuz, zunächst bis auf kleinere Polizeikontrollen vergleichsweise ruhig. Zudem waren wenig Menschen auf den Straßen unterwegs. Ein Grund dafür war wohl der strömende Regen.
Der hörte aber gegen Mitternacht auf, sodass sich im Linken-Viertel Connewitz regelrechte Pyroschlachten geliefert wurden. Gegen 0.30 Uhr drohte die Situation zu eskalieren, als die Polizei bei einem Notfall eingreifen wollte und plötzlich mit Pyro beschossen wurde. Die Beamten zogen sich daraufhin zurück und überließen den Randalierern ganze Straßenzüge. Am Neujahrsmorgen hieß es dann, dass die defensive Einsatztaktik bewusst gewählt worden sei.